Nachhaltigkeit in der Betreuung: Pflege zu Hause: Wohin mit dem Abfall?
Die richtige Entsorgung gewährleistet nicht nur Hygiene, sondern ermöglicht auch das Recycling wertvoller Rohstoffe.
Ostfriesland / UP/OTS - Fast fünf Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland sind Ende 2023 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in den eigenen vier Wänden oder bei Angehörigen versorgt worden – das entspricht 86 Prozent aller Pflegebedürftigen. Binnen zwei Jahren war die Zahl um ein Sechstel gestiegen. Der Trend zeigt weiterhin eine Aufwärtskurve. Aufgrund dieser Entwicklung fallen auch immer mehr Pflege- und Verpackungsabfälle in Privathaushalten an. „Mit der häuslichen Pflege verändert sich der Alltag und damit auch die Art der Abfälle. Die richtige Entsorgung dient nicht nur der Hygiene, sondern ermöglicht auch das Recycling wertvoller Rohstoffe“, erklärt Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“. Nachfolgend ein paar Tipps.
Wohin mit Windeln und Pants? Gebrauchte Windeln oder Pants dürfen auf keinen Fall in der Gelben Tonne oder im Gelben Sack landen. Sie verunreinigen den gesammelten Verpackungsabfall und erschweren die spätere Sortierung. Sie gehören – ebenso wie Einwegunterwäsche, Inkontinenzeinlagen, Einmal-Schutzauflagen, Hygienetücher oder Einmalhandschuhe - in den Restmüll. Für eine hygienische Entsorgung empfiehlt es sich, gebrauchte Hygieneprodukte und Verpackungen bereits im Bad in getrennten Behältnissen zu sammeln. Verpackungen aus Kunststoff gehören anschließend in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack, Umverpackungen aus Papier oder Karton in die Altpapiertonne.
Wohin mit Tuben und Tiegel für Cremes? Tuben für Salben, Cremes oder Gele sind aus Kunststoff oder Aluminium und gehören – vollständig entleert – in die Gelbe Tonne oder in den Gelben Sack. Deckel aus anderem Material sollten abgeschraubt und getrennt von der Tube im Verpackungsmüll entsorgt werden, damit die Sortieranlagen die Materialien besser erfassen können. Auch leere Kunststofftiegel, etwa für in der Apotheke hergestellte Salben, gehören in die Gelbe Tonne oder in den Gelben Sack. Salbentiegel aus Glas werden nach Farben sortiert in die entsprechenden Altglascontainer geworfen.
Leere Kunststoffflaschen von Lotionen oder Desinfektionsmitteln gehören ebenfalls in den Recyclingmüllder den Gelben Sack – genauso Pumpsprays aus Kunststoff sowie Schaum- oder Spraydosen aus Aluminium. Wichtig: Auch die Schaum- und Spraydosen müssen vollständig entleert sein. Geraten sie mit Inhalt unter Druck, zum Beispiel im Entsorgungsfahrzeug oder in der Sortieranlage, drohen Brände oder Verpuffungen.
Wohin mit Blistern und Medizingläschen? Tabletten oder Kapseln befinden sich meist in Blister- oder Durchdrückpackungen aus Kunststoff und Aluminium. Vollständig entleert gehören sie in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Leere Medizingläschen und -flaschen werden nach Farben sortiert in die Altglascontainer entsorgt. Beipackzettel sowie Verpackungen aus Papier oder Karton gehören ins Altpapier.
Wohin mit alten Medikamenten? Abgelaufene Arzneimittel dürfen wie auch nicht mehr benötigte Medikamente auf keinen Fall über Toilette oder Spüle entsorgt werden, denn die Rückstände verschiedener Wirkstoffe und Bestandteile können das Grundwasser belasten und der Umwelt schaden. Kleinere Mengen dürfen zwar in den Restmüll gegeben werden, eine wirklich gute Lösung aber ist das nicht. Stattdessen sollten die durchweg kostenlosen Annahmestellen in der Region genutzt werden – im Entsorgungszentrum Breinermoor (Landkreis Leer), beim Bau- und Entsorgungsbetrieb der Stadt Emden, in den regionalen Wertstoffhöfen des Landkreises Aurich, im Abfallwirtschafts-Zentrum Wiefels (Kreis Wittmund) und bei der Abfalldeponie in Sedelsberg (Nordkreis Cloppenburg). Alternativ können die vielerorts angebotenen mobilen Schadstoffsammlungen genutzt werden. Und auch zahlreiche Apotheken nehmen Medikamente zurück. Dieser Service ist allerdings freiwillig, eine rechtliche Verpflichtung gibt es nicht.
Wohin mit Nadeln und Einwegspritzen? Abfälle wie Injektionsspritzen und Infusionsnadeln bergen ein großes Verletzungsrisiko und eine hohe Infektionsgefahr, weil sie kontaminiert sind. Dieses „Gefahrgut“ sollte immer in stich- und bruchfesten Behältern gesammelt und anschließend sicher über den Restmüll entsorgt werden. Das gilt übrigens auch für gebrauchte Einweghandschuhe und andere Schutzkleidung.