Fußball-Bundesliga Neuer nach Nullnummer: „Jeder Pfiff ein Kompliment“

David Hammersen, dpa
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Von David Hammersen, dpa
| 06.09.2026 10:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Manuel Neuer wurde bei seinem möglicherweise letzten Auftritt in der Schalker Arena ausgepiffen. Foto: Fabian Strauch
Manuel Neuer wurde bei seinem möglicherweise letzten Auftritt in der Schalker Arena ausgepiffen. Foto: Fabian Strauch
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Schalke feiert vor aufgeheizter Heimkulisse einen Punkt gegen den FC Bayern. Im Fokus steht dabei abermals Manuel Neuer, der die Schmähgesänge und Pfiffe der Schalker Fans für sich einzuordnen weiß.

Die Pfiffe und Anfeindungen der Schalke-Fans ordnete Manuel Neuer nach seinem wohl letzten Auftritt bei seinem Heimatverein in Gelsenkirchen auf eigene Art und Weise ein. „Das sind Komplimente eigentlich, das ist Liebe“, sagte der 40 Jahre alte Torwart nach der Nullnummer der Bayern in Gelsenkirchen. „Jeder Pfiff bei jeder Ballberührung, war eigentlich ein Kompliment.“

Bereits beim Aufwärmen hatten die Fans der Königsblauen ihren ehemaligen Liebling mit Schmähgesängen und Pfiffen bedacht. „Ich habe über 20 Jahre hier gespielt und deshalb ist es trotzdem ein sehr emotionaler Tag für mich gewesen, etwas ganz Besonderes“, sagte Neuer später. „Trotzdem hätte ich gerne die drei Punkte hier mitgenommen.“ Unter den Augen von Freunden und Familie kam Neuer mit dem FC Bayern bei den aufopferungsvoll kämpfenden Aufsteigern nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. 

Die Schalker Spieler schmissen sich in der Gelsenkirchener Arena in jeden Zweikampf und verteidigten den unerwarteten Punktgewinn vor heimischer Kulisse mit voller Leidenschaft. „Wir haben versucht, das Stadion genau mit diesen Tugenden einfach mitzunehmen“, sagte Trainer Miron Muslic nach der Partie. „Das war am Ende sicherlich ein glücklicher Punkt, aber wir haben uns aufgeopfert für Schalke und das macht uns stark.“ 

Bayern scheitert an Torwart Karius 

Das Motto vor dem Topspiel am Samstagabend gaben die Fans in der Nordkurve bereits vor dem Anpfiff aus. „Nicht der bessere soll gewinnen, sondern immer Schalke“ lautete der Schriftzug der großen Choreographie in der Schalker Fankurve. Dass der Bessere aus München an diesem Abend zumindest nicht gewinnen konnte, lag neben der aufgeheizten Kulisse und der Leidenschaft der Schalker Spieler auch am starken Schlussmann Loris Karius. 

Die Schalker Anhänger feierten das erste Heimspiel nach der Rückkehr ins Fußball-Oberhaus mit einer großen Choreographie. Foto: Fabian Strauch
Die Schalker Anhänger feierten das erste Heimspiel nach der Rückkehr ins Fußball-Oberhaus mit einer großen Choreographie. Foto: Fabian Strauch

Nach mehreren Glanzparaden unter anderem gegen Nathaniel Brown, Michael Olise und Harry Kane wurde Karius nach der Partie zum Spieler des Spiels gewählt. Ein Sonderlob gab es nach dem Abpfiff auch von Torwart-Kollege Neuer. „Er ist die richtige Wahl zum Player of the Match“, sagte der Ex-Schalker. „Er hat die drei großen Chancen, die wir hatten, vereitelt. Das war heute der Schlüssel.“

Lob von Eberl 

Überwinden konnte den Schalker Schlussmann auch Jamal Musiala nicht. Der Dribbelkünstler feierte 18 Tage nach seinem zweiten Zusammenbruch im Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim beim ersten Münchener Auswärtsspiel der Saison sein Comeback. Der 23-Jährige wurde für die letzte halbe Stunde der Partie eingewechselt, konnte dem Münchener Offensivspiel aber noch nicht wieder seinen Stempel aufdrücken.

Sicherte den Schalker Heimpunkt gegen den FC Bayern: Torwart Loris Karius. Foto: Fabian Strauch
Sicherte den Schalker Heimpunkt gegen den FC Bayern: Torwart Loris Karius. Foto: Fabian Strauch

Und die Stimmungslage bei den Bayern? Die Münchener Offiziellen wussten den Punktverlust beim Aufsteiger nach der starken Leistung von Karius und dem insgesamt leidenschaftlichen Auftritt der Schalker in ihrem ersten Bundesliga-Heimspiel seit 1024 Tagen für sich einzuordnen. „Fakt ist auch, ist dieses Spiel zehnmal gespielt, so wie es heute war, gewinnst du es neunmal und einmal nicht“, sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl, lobte aber auch den Auftritt der Gelsenkirchener. „Und ich sage nicht, dass sich das Schalke heute nicht verdient hat. Die haben wirklich alles reingehauen.“

Im Kampf um den Klassenerhalt könnte die Schalker Herangehenweise vor heimischer Kulisse in den kommenden Monaten ein echtes Faustpfand werden. Am Freitag geht es für die Aufsteiger aber zunächst wieder auswärts ran: Im Duell mit Union Berlin trifft das Team von Trainer Muslic auf einen potenziell direkten Konkurrenten im Kampf um den Abstieg. Danach gastiert die SV Elversberg in der Veltins-Arena. 

Der FC Bayern startet unter der Woche am Donnerstag gegen Bodö/Glimt aus Norwegen (21.00 Uhr/DAZN) in der heimischen Allianz-Arena die Champions League.

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