Leichtathletik Fans feiern Istaf-Siege von Neugebauer, Krause und Weber

Christian Johner, dpa
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Von Christian Johner, dpa
| 30.08.2026 17:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Leo Neugebauer gewann den ungewöhnlichen Dreikampf beim Istaf. Foto: Andreas Gora/dpa
Leo Neugebauer gewann den ungewöhnlichen Dreikampf beim Istaf. Foto: Andreas Gora/dpa
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Die Europameister Leo Neugebauer, Gesa Krause und Julian Weber begeistern beim Istaf in Berlin - und saugen die Euphorie bei ihren Siegen auf. Auch ein gebürtiger Berliner gewinnt und genießt.

Zehnkampf-Star Leo Neugebauer feierte dieses Mal schon vor der Ziellinie, Hindernisläuferin Gesa Krause bejubelte im Berliner Olympiastadion umhüllt von einer Deutschlandfahne eine Weltjahresbestleistung. Und Speerwerfer Julian Weber machte sich einen Tag nach seinem 32. Geburtstag selbst ein Geschenk. Die drei Europameister haben auch gut zwei Wochen nach der EM beim traditionsreichen Istaf in Berlin gewonnen und erneut für eine rauschende Leichtathletik-Sause gesorgt. Zudem feierte der gebürtige Berliner und Vizeeuropameister Emil Agyekum über 400 Meter Hürden einen Heimsieg.

Neugebauer mit Nervenschlacht zum Istaf-Sieg

„Das war ein richtig geiles Gefühl“, schwärmte Neugebauer nach seinem Triumph im ungewöhnlichen Dreikampf bestehend aus den Disziplinen 100 Meter, Diskuswurf und 1.500 Meter. Vor den abschließenden 1.500 Metern wurden die Punktabstände in Zeitabstände umgerechnet und der Lauf ähnlich wie bei der Nordischen Kombination als Verfolgung ausgetragen. Bei der für ihn ungeliebten Disziplin erreichte Neugebauer souverän als Erster das Ziel vor Amadeus Gräber und dem EM-Zweiten Niklas Kaul.

„Es ist echt ein verrücktes Gefühl, mal ein 1.500-Meter-Rennen zu gewinnen. Sonst gewinne ich da ja nie“, scherzte Neugebauer, der nach Berlin auch seine EM-Goldmedaille von Birmingham mitgebracht hatte. Im Diskuswerfen machte es der 26-Jährige mit zwei ungültigen ersten Versuchen aber spannend. Im dritten und letzten Durchgang schleuderte Neugebauer das Gerät aber auf starke 58,54 Meter und sorgte somit für die Vorentscheidung. „Ich habe die Augen zugemacht und die Energie gespürt. Das war eure Energie“, sagte Neugebauer in Richtung der rund 41.000 Zuschauer im Olympiastadion.

Weber macht’s wie bei der EM

Speerwerfer Weber ist nun schon seit fünf Jahren ungeschlagen beim Istaf. Wie schon bei der EM in Birmingham vor gut zwei Wochen warf Weber im sechsten und letzten Versuch die Bestweite (89,54 Meter) des Tages. Zweiter wurde der zweimalige Weltmeister Anderson Peters aus Grenada (83,32 Meter). Vizeeuropameister Nick Thumm wurde mit 83,10 Metern hinter dem Amerikaner Marc Minichello (83,28 Meter) Vierter.

„Es war einfach wunderschön“, sagte Weber nach seinem erneuten Erfolg. „Es ist einfach ein extrem geiler Vibe hier. Man merkt einfach jetzt vor allem nach der Europameisterschaft, wie die Leute dabei sind, wie sie die Leichtathleten feiern, und das macht einfach mega Spaß.“ In Birmingham war Weber einer von sechs Goldmedaillengewinnern. Die Bilanz mit 21 Podestplätzen war so gut wie seit der EM 1998 in Budapest nicht mehr.

Krause mit Weltjahresbestleistung über ungewohnte Distanz

Die aufkommende Leichtathletik-Euphorie war auch im Olympiastadion zu spüren. 3000-Meter-Hindernis-Europameisterin Krause siegte auf der kürzeren 2.000-Meter-Distanz in 5:56,79 Minuten und stellte damit eine Weltjahresbestleistung auf. Hinter Krause belegte die EM-Dritte Olivia Gürth in 6:02,65 Minuten den zweiten Platz.

Ein Heimsieg gelang Vizeeuropameister Agyekum über 400 Meter Hürden. Der 27-Jährige lief in 48,18 Sekunden ins Ziel und gewann damit souverän vor Owe Fischer-Breiholz (49,03 Sekunden). Bei der EM in Birmingham vor gut zwei Wochen hatte sich Agyekum nur dem norwegischen Hürdenstar Karsten Warholm geschlagen geben müssen. „Heute ging es für mich einfach nur darum, Spaß zu haben, locker zu sein, das Publikum zu genießen - und das habe ich gemacht“, erklärte der deutsche Rekordhalter.

Kugelstoßerin Jackson knackt Uralt-Rekord

Für eine Weltklasse-Leistung sorgte Kugelstoßerin Chase Jackson aus den USA. Sie kam auf eine Weite von 21,02 Metern. Damit verbesserte sie ihren US-Rekord nicht nur um sieben Zentimeter, sondern knackte auch einen 42 Jahre alten Istaf-Rekord. Am 17. August 1984 stieß die damals für die Tschechoslowakei startende Helena Fibingerova 20,98 Meter. Nur eine Nebenrolle spielte Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry, die den dritten Rang mit 19,73 Metern belegte. Gina Lückenkemper wurde in 11,22 Sekunden über 100 Meter hinter Sabrina Dockery aus Jamaika (11,13 Sekunden) Zweite.

Für einige deutsche Top-Leichtathleten war das Istaf der Saisonabschluss. Beim international wichtigsten deutschen Meeting fehlten Weitsprung-Star Malaika Mihambo und der von einer Sperre bedrohte 200-Meter-Europameister Owen Ansah aufgrund von Verletzungen. Sie beendeten die Saison vorzeitig.

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