Sturzflut im Himalaya Nepal warnt nach neuem Dammbruch in Katastrophengebiet

dpa
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Von dpa
| 28.08.2026 05:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vor dem neu angestauten See hatten die Behörden bereits am Donnerstag gewarnt. Foto: Li Jian/XinHua/dpa
Vor dem neu angestauten See hatten die Behörden bereits am Donnerstag gewarnt. Foto: Li Jian/XinHua/dpa
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Die Helfer im Katastrophengebiet zwischen Nepal und China wollten mit Hochdruck nach Vermissten suchen. Doch dann geschieht das, wovor die Behörden bereits gewarnt hatten. Was sagen Augenzeugen?

Im Flut-Katastrophengebiet zwischen Nepal und China sorgt eine Warnung vor einer möglichen neuen Flut für Unruhe. „Wir haben Informationen erhalten, dass auf der tibetischen Seite ein Damm gebrochen ist“, teilte die nepalesische Polizei mit. 

Das Sicherheitspersonal, Rettungskräfte und die Bevölkerung in der betroffenen Gegend seien gebeten worden, wachsam zu bleiben und sich unverzüglich an einen sicheren Ort zu begeben, hieß es. Laut Berichten unter Berufung auf die Armee stellten die nepalesischen Rettungskräfte vorübergehend die Arbeit ein.

dpa-Reporter: Bewohner bringen sich in Sicherheit

„In der Stadt Bidur wurde um die Mittagszeit eine Sturzflutwarnung ausgegeben“, erzählte ein dpa-Reporter vor Ort. Bidur liegt in Nepal am Oberlauf des Flusses Trishuli. „Zahlreiche Bewohner verließen ihre Häuser, um höhere Lagen zu erreichen - zu Fuß, mit dem Auto oder Motorrad. Entgegenkommenden Fahrzeugen riefen sie zu, nicht weiterzufahren, es sei zu gefährlich“, berichtete er weiter.

Anwohner, die direkt am Ufer des Trishuli wohnten, seien aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. „Das ist eine Paniksituation“, sagte der Assistenzpharmazist Luv Neupane im Ort. Die Klinik über der Apotheke sei evakuiert worden. 

Die Straße, die weiter runter zum Flussufer führe, sei komplett gesperrt worden, sagte der Reporter. Mitglieder der Organisation Nepal Scout hätten ihm erzählt, dass die Sturzflut vom Mittwoch dort große Zerstörungen angerichtet habe. Die neue Flutwarnung sei eine Vorsichtsmaßnahme, sagte demnach einer der Scouts. Ob eine weitere Flutwelle den Ort erreiche, sei unklar. 

Bedenken wegen neu entstandenem See

Auch die chinesischen Rettungskräfte hatten in Tibet ihre Such- und Bergungsarbeiten aus Sicherheitsgründen zuvor schon unterbrochen. Das Staatsfernsehen zeigte später jedoch wieder Aufnahmen von Rettungstrupps, die zum schwer verwüsteten Grenzposten Gyirong vordrangen. 

Ein neu entstandener See hatte bereits am Donnerstag für Bedenken seitens der chinesischen Behörden gesorgt, weil sich darin bereits zwei Millionen Kubikmeter Wasser gesammelt hatten und weiteres Wasser eindrang. Er drohte deshalb, überzulaufen und eine neue Sturzflut auszulösen. Chinas Staatschef Xi Jinping sagte bei einer Sitzung der höchsten Führungsfiguren der Kommunistischen Partei, dass die Stabilität an dem See eng beobachtet werden müsse.

Ob es zu Schäden oder weiteren Verletzten und Toten kam, war zunächst unklar. Das chinesische Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, dass an einem See in der Region, der sich nach der Sturzflut am Mittwoch neu gebildet hatte, das Wasser „natürlich abgeflossen“ und der Wasserstand deutlich gesunken sei. Die Gefahr nehme ab, hieß es weiter.

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