Reit-Weltmeisterschaft Springreiter nach „Gänsehaut“ und Medaillen-Flut unter Druck

Michael Rossmann, dpa
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Von Michael Rossmann, dpa
| 18.08.2026 11:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Routiniers Daniel Deußer (l) und Marcus Ehning (r) wollen bei der WM eine Medaille gewinnen. Foto: Uwe Anspach
Die Routiniers Daniel Deußer (l) und Marcus Ehning (r) wollen bei der WM eine Medaille gewinnen. Foto: Uwe Anspach
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Im „Hexenkessel“ von Aachen ist eine Team-Medaille das Ziel. „Am liebsten natürlich Gold“, sagt der Einzel-Europameister. Auch beim WM-Finale im Einzel gehört Richard Vogel zu den Topfavoriten.

Die bisherige Flut an Medaillen hat Deutschlands erfahrenster Springreiter am Fernseher verfolgt - und bei der Dressur unter Flutlicht mit der Medaille für Isabell Werth hat Marcus Ehning „Gänsehaut“ gespürt. Nach den Erfolgen der Kollegen in den anderen Olympia-Disziplinen beginnen die Springreiter an diesem Mittwoch und stehen nun unter Druck. Fünf Medaillen gab es in der Dressur und der Vielseitigkeit, davon zwei goldene. 

Von der Atmosphäre erwarte er „das Gleiche“, sagte Ehning, der Routinier im deutschen Team. Das größte Reitstadion der Welt sei ein „Hexenkessel“. Und auch Bundestrainer Otto Becker hat „natürlich im Fernsehen gesehen, wie unsere Kollegen hier echt top abgeliefert haben und was für eine sensationelle Stimmung hier war“.

Spring-Quartett sei Druck gewohnt

In drei Runden bis Freitag geht es zunächst um die Mannschaftsmedaillen. Der Druck steige, „wenn man warten muss und erst in der zweiten Woche dran ist“, sagte Becker. Die hohe Erwartungshaltung des heimischen Publikums komme dazu.

Richard Vogel gehört bei der WM zu den Favoriten. Foto: Uwe Anspach
Richard Vogel gehört bei der WM zu den Favoriten. Foto: Uwe Anspach

Aber sein Quartett sei „Druck gewohnt“, sagte der Bundestrainer. Mit Ehning, Richard Vogel und Daniel Deußer hat der Coach gleich drei Reiter in seinem Team, die schon einmal in der ausverkauften Arena von Aachen den Großen Preis gewonnen haben. Komplettiert wird das Quartett durch WM-Debütantin Sophie Hinners, die im Vorjahr zum deutschen EM-Team in A Coruña gehörte und Bronze gewann.

Cool und konzentriert bleiben

Die enthusiastische WM-Stimmung „steigert die Vorfreude“, so Becker: „Aber trotzdem muss man, wenn es darauf ankommt, cool und konzentriert bleiben“. Und „ja klar“, sagte der Coach unumwunden: „Ziel ist erst mal eine Team-Medaille.“ Minimalziel ist die Olympia-Qualifikation. Dafür muss Deutschland unter die besten sieben Nationen kommen.

Sein Quartett gehöre „sicherlich zu den Favoriten im Teamwettbewerb. Wir wissen aber auch aus der Erfahrung der letzten Jahre, wie eng das beim Springen ist“. Bei der bisher letzten WM reichte es vor vier Jahren in Dänemark nur zu Platz fünf. 

Sophie Hinners reitet in Aachen ihre erste WM. Foto: Uwe Anspach
Sophie Hinners reitet in Aachen ihre erste WM. Foto: Uwe Anspach

Im Gegensatz zur Dressur und Vielseitigkeit ist die Leistungsdichte tatsächlich deutlich größer. „Beim Springen gibt es zehn Mannschaften, die gewinnen können“, sagte Becker. Und Belgiens Trainer, der deutsche Peter Weinberg, meinte auf die Frage nach den Favoriten, dass man beim Aufzählen aufpassen müsse, „keinen zu vergessen“.

„Am liebsten natürlich Gold“

Nach den drei Runden mit der Teamentscheidung am Freitagabend unter Flutlicht ist das Einzel-Finale am Sonntag der Abschluss der WM. Zu den Topfavoriten zählt Vogel mit seinem Ausnahmepferd United Touch. Der Einzel-Europameister von A Coruña zeigte zuletzt im Mai beim Triumph im Großen Preis von Aachen seine Klasse.

„Natürlich schielt man da auch drauf und schaut, ob das Pferd genug Substanz hat für eine Woche“, sagte Vogel. „Da spielt dann eben auch Kraft und Kondition eine Rolle bei insgesamt fünf Runden“. Aber, so betonte der Europameister: „Das Hauptaugenmerk liegt natürlich erst mal darauf, einen guten Start in die Woche zu kriegen und auf dem Team“.

An der Zielsetzung lässt der beste deutsche Reiter der letzten Jahre keinen Zweifel. Die sei, „dass wir auf jeden Fall - das muss die Erwartungshaltung und der Ehrgeiz sein - eine Team-Medaille gewinnen. Am liebsten natürlich Gold.“

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