Westoverledingen Angelika Steenhoff feiert 50 Jahre bei Visser

Clarissa Scherzer
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Von Clarissa Scherzer
| 17.08.2026 17:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Seit dem 1. August 1976 gehört die heute 67-Jährige zum Team des Ihrhover Familienunternehmens Visser & Sohn. Foto: Clarissa Scherzer
Seit dem 1. August 1976 gehört die heute 67-Jährige zum Team des Ihrhover Familienunternehmens Visser & Sohn. Foto: Clarissa Scherzer
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Viele wechseln heute oft den Arbeitsplatz – Angelika Steenhoff nicht. Seit 1976 gehört sie zu Visser und Sohn in Ihrhove und hat dort drei Generationen erlebt. Eine Fähigkeit zeichnet sie besonders aus.

Ostrhauderfehn. Ein halbes Jahrhundert im selben Betrieb – das schaffen heute nur noch wenige. Für Angelika Steenhoff ist diese außergewöhnliche Treue selbstverständlich. Seit dem 1. August 1976 gehört die heute 67-Jährige zum Team des Ihrhover Familienunternehmens Visser und Sohn. Nun wurde sie für ihre 50-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt.

„Es war hier immer schön. Ich bin immer gerne zur Arbeit gegangen“, sagt Steenhoff rückblickend. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sie drei Generationen der Familie Visser erlebt. Jede sei anders gewesen, erzählt sie, „aber im Großen und Ganzen bin ich mit allen gut zurechtgekommen.“

Die gebürtige Rhauderfehnerin lebt heute in Ostrhauderfehn. Sie ist verwitwet und hat einen erwachsenen Sohn. Die Verbindung zum Unternehmen reicht weit zurück. Als sie ihre Ausbildung begann, führten ihre Großeltern das Geschäft. Auch ihre Mutter stammt aus der Unternehmerfamilie, Seniorchef Werner Visser ist ihr Vetter.

Angelika Steenhoff beginnt früh ihre Ausbildung im Einzelhandel

Schon früh stand für Steenhoff fest, welchen Beruf sie erlernen wollte. Nach mehreren Praktika in anderen Berufen entschied sie sich bewusst für den Einzelhandel. Am 1. August 1976 begann sie ihre Ausbildung zur Verkäuferin im Einzelhandel, die sie am 31. Juli 1979 erfolgreich abschloss. Den alten Ausbildungsvertrag musste sie für das Jubiläum erst wieder hervorsuchen. „Er ist noch mit der Schreibmaschine ausgefüllt“, erzählt sie schmunzelnd.

Im Laufe der Jahre eignete sie sich weit mehr an als den Verkauf. Besonders die Werkstatt für Uhren und Schmuck wurde zu ihrem Schwerpunkt. Dort zieht sie unter anderem Perlenketten neu auf, wechselt Batterien, führt kleinere Reparaturen durch und übernimmt knifflige Arbeiten. „Wenn alle aufgeben, dann versuche ich es noch. Mit ein bisschen Geduld klappt es oft“, sagt sie. Gerade diese Geduld schätzt Inhaber Markus Visser besonders: „Der Atem ist bei Angelika etwas länger, wenn es mal nicht so einfach läuft.“

Die Jubilarin bekommt einen großen Präsentkorb überreicht. v.l. Werner Visser, Irmtraud Visser, Angelika Steenhoff, Markus Visser und Meike Visser. Foto: Clarissa Scherzer
Die Jubilarin bekommt einen großen Präsentkorb überreicht. v.l. Werner Visser, Irmtraud Visser, Angelika Steenhoff, Markus Visser und Meike Visser. Foto: Clarissa Scherzer

Traditionelles Handwerk bleibt im Betrieb wichtig

Obwohl sich Technik und Arbeitsabläufe verändert haben, sei vieles gleich geblieben. „Die Perlenketten sind die gleichen geblieben“, sagt Steenhoff. Das Unternehmen setzt bewusst auf traditionelles Handwerk. „Eine Smartwatch bieten wir nicht an“, erklärt Markus Visser. Statt kurzlebiger Technik stehe das klassische Uhrmacher- und Goldschmiedehandwerk im Mittelpunkt. Schmuck werde auch repariert, umgearbeitet oder als Erinnerungsstück erhalten. „Das ist nachhaltig.“

Verkauf und Augenoptik gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben

Neben ihrer Arbeit in der Werkstatt betreut Steenhoff auch den Verkauf und unterstützt bei Bedarf in der Augenoptik. „Ich habe versucht, in jeder Sparte das zu machen, was ich kann. Wenn gerade niemand aus der Optik da ist, springe ich mit ein. Man schaut eben auch nach links und rechts und nicht nur geradeaus.“

Besonders am Herzen liegt ihr der Kontakt zu den Stammkundinnen und Stammkunden. Über viele Jahre seien enge Beziehungen entstanden. „Man redet lockerer, kennt seine Leute und weiß, worüber man mit ihnen sprechen kann. Dabei geht es nicht nur um die Ware. Manche schütten einem auch ihr Herz aus.“ Viele Schmuckstücke seien mit persönlichen Erinnerungen verbunden, etwa wenn sie graviert oder nach einem Trauerfall umgearbeitet werden.

Zuverlässigkeit und Beständigkeit bleiben wichtige Werte

Für Steenhoff gehören Zuverlässigkeit, Bodenständigkeit und Beständigkeit zu den wichtigsten Werten. „Ich bin bodenständig, familiär eingestellt und zuverlässig“, beschreibt sie sich selbst. Das geradlinige Miteinander im Betrieb habe ihr immer gefallen. „Man kommt gut damit zurecht, wenn man weiß, was einen erwartet. Geradlinigkeit gibt Sicherheit.“

Die Werkstadt für Uhren und Schmuck wurde zu ihrem Schwerpunkt. Foto: Clarissa Scherzer
Die Werkstadt für Uhren und Schmuck wurde zu ihrem Schwerpunkt. Foto: Clarissa Scherzer

Auch Markus Visser sieht genau darin eine Stärke des Unternehmens. „Das Familiäre spielt bei uns eine große Rolle. Die Zugehörigkeit zählt.“ Ebenso wichtig sei der Umgang mit den Kundinnen und Kunden: „Man muss Spaß daran haben, auf Menschen einzugehen und ihre unterschiedlichen Gepflogenheiten kennenzulernen.“

Ruhestand ist für Angelika Steenhoff noch kein Thema

An Ruhestand denkt Angelika Steenhoff noch nicht. „Ich lasse es auf mich zukommen. Ich hoffe, dass ich gesund bleibe. Ich mache die Arbeit noch gerne.“ Den ganzen Tag zu Hause zu sitzen, könne sie sich nicht vorstellen. „Man wird noch gebraucht. Im Großen und Ganzen bin ich noch gut unterwegs.“ Würde sie sich noch einmal entscheiden müssen, würde sie denselben Weg wieder wählen. „Das viele Wechseln ist nicht meins. Ich würde mich auch heute wieder für diesen Beruf entscheiden.“

Zum Jubiläum überraschten Kolleginnen, Kollegen und die Geschäftsführung die langjährige Mitarbeiterin mit einem großen Präsentkorb. Über die Glückwünsche freute sie sich ebenso wie über eine kleine Zeitungsanzeige, die ihr Sohn gemeinsam mit seiner Freundin anlässlich ihres besonderen Jubiläums aufgegeben hatte.

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