Vulkan Ätna legt Flughafen lahm - Schaulustige zieht es zum Vulkan

dpa
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Von dpa
| 13.08.2026 10:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der anhaltende Ausbruch des Ätna beeinträchtigt den Flugverkehr und lockt zugleich zahlreiche Schaulustige an. Foto: Tommaso Sfregola
Der anhaltende Ausbruch des Ätna beeinträchtigt den Flugverkehr und lockt zugleich zahlreiche Schaulustige an. Foto: Tommaso Sfregola
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Der Flughafen Catania bleibt nach dem Ätna-Ausbruch weiter geschlossen. Wie lange, ist unklar. Die wirtschaftlichen Folgen treffen besonders den Tourismus. Dafür ist der Andrang am Ätna nun groß.

Auch knapp eine Woche nach Beginn des jüngsten Ausbruchs des Ätna ist offen, wie lange der Vulkan noch aktiv bleibt. Der Flughafen von Catania bleibt geschlossen, das Flugverbot gilt dort bis Freitag 2.00 Uhr. Die Folgen für den Tourismus sind bereits deutlich zu spüren: Nach Schätzungen des Handelsverbands Assoesercenti belaufen sich die wirtschaftlichen Schäden infolge der Flugausfälle und Behinderungen auf 12 bis 24 Millionen Euro.

Wie lange der Airport mit Verbindungen von und nach Deutschland noch geschlossen bleibt, ist nicht absehbar. Dies hängt von der weiteren Aktivität des Vulkans ab. „Wir können nicht wissen, wie lange die Aktivität des Ätna andauern wird“, sagte Stefano Branca, Direktor der Vulkanabteilung des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV), der Zeitung „Corriere della Sera“. Ein Ende der Eruption lasse sich nicht vorhersehen.

Nach den Worten von Branca sei die eruptive Aktivität „leicht rückläufig“. Doch der Vulkan-Experte merkte auch an: „Die einzige Gewissheit ist, dass es keine Gewissheiten gibt.“ Die Betreibergesellschaft des Airports und das INGV stehen in engem Kontakt - die Behörden entscheiden je nach Windrichtung und Asche-Konzentration in der Luft über Sperrungen, oft auch sehr kurzfristig.

Viele Reisende warten am Flughafen von Catania auf Informationen zu gestrichenen, verspäteten oder umgeleiteten Flügen. Foto: Davide Anastasi
Viele Reisende warten am Flughafen von Catania auf Informationen zu gestrichenen, verspäteten oder umgeleiteten Flügen. Foto: Davide Anastasi

Vulkan-Experten kaum überrascht

In den vergangenen Tagen musste der Betreiber des Flughafens die Sperre entsprechend mehrfach verlängern. Die Sperre gilt aus Sicherheitsgründen wegen des starken Ausstoßes von Asche. Seit Beginn des Ausbruchs vergangenen Freitag waren Hunderte Flüge von Streichungen, Verspätungen und Umleitungen betroffen. Zehntausende Urlauber mussten umplanen.

Vor Ort am Flughafen von Catania hat sich die Lage inzwischen im Vergleich zu den chaotischen Zuständen der vergangenen Tage etwas beruhigt. Viele Passagiere prüfen ihren Flugstatus vor der Anreise zum Airport. Außerdem werden Transfers zu anderen Flughäfen auf der Insel organisiert. Dennoch bilden sich immer wieder längere Warteschlangen vor Infoschaltern. Einige Menschen übernachten vor Ort und warten auf Informationen.

Der Ätna ist Europas aktivster Vulkan. Immer wieder rumort es dort. Für Branca ist deswegen die aktuelle Aktivität kaum überraschend. „Der Ätna verhält sich immer so. Dies ist ein kleiner Ausbruch, kleiner als andere, die noch vor sechs Monaten stattfanden“, sagte er der Zeitung „Quotidiano Nazionale“. Der Ausbruch an sich sei also nichts Ungewöhnliches. Diesmal stehe jedoch der Wind so ungünstig, dass der Flughafen stark von der Asche betroffen ist.

Glühende Lava strömt während des jüngsten Ausbruchs den Ätna hinab. Foto: Simone Genovese
Glühende Lava strömt während des jüngsten Ausbruchs den Ätna hinab. Foto: Simone Genovese

Großer Andrang für Ätna-Touren

Seit jeher gilt der Vulkan als Touristenmagnet in der Region. Täglich werden Führungen angeboten, um den Ätna zu besteigen. Auch jetzt: Nach Angaben des „Corriere della Sera“ sind Bergführer überlastet und können die Anfragen von Schaulustigen nicht mehr bedienen. Es wird jedoch davor gewarnt, sich zu nah an die heiße Lava zu bewegen. Videos der Lavaströme haben sich in den sozialen Medien aber rasant verbreitet und ziehen viele Leute an. 

Zuletzt sorgte die in Italien bekannte Moderatorin und Ehefrau von Schalke-Torwart Loris Karius Diletta Leotta für Kritik in den sozialen Medien, weil sie bei Instagram Fotos ganz nah an der glühenden Lava aufnahm. „Etna is on fire“ schrieb sie zu den Fotos, auf denen sie bauchfrei posierte. User warfen ihr vor, die Gefahr am Vulkan zu unterschätzen und ein schlechtes Vorbild abzugeben.

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