Dürre Niedrige Donau: Rumänien schaltet AKW Cernavoda komplett ab

dpa
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Von dpa
| 13.08.2026 09:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Blick auf das Kernkraftwerk Cernavoda, das aufgrund des extrem niedrigen Wasserstands der Donau ganz abgeschaltet wird. Foto: Andreea Alexandru
Blick auf das Kernkraftwerk Cernavoda, das aufgrund des extrem niedrigen Wasserstands der Donau ganz abgeschaltet wird. Foto: Andreea Alexandru
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Der Sprengung eines Felsens sollte das einzige Atomkraftwerk Rumäniens retten – es reichte nicht. Jetzt wird es wegen des Niedrigwassers ganz heruntergefahren. Was das für das Land bedeutet.

Wegen des zu niedrigen Wasserstands an der Donau schaltet Rumänien sein einziges Kernkraftwerk Cernavoda ganz ab. Wie das Energieministerium nach Angaben der Nachrichtenagentur Mediafax mitteilte, wird auch der zweite Reaktor heruntergefahren, nachdem Ende Juli bereits der erste Reaktorblock wegen mangelnden Kühlwassers abgeschaltet worden war. Etwa ab 10.00 Uhr MEZ werde die Totalabschaltung abgeschlossen sein. Das AKW liegt im Osten des Landes an einem Donau-Arm und produziert normalerweise 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs. Es bezieht sein gesamtes Kühlwasser aus dem Fluss.

Schlimmstenfalls werde die Stromzufuhr für Großverbraucher aus der Industrie eingeschränkt, sagte Cristian Busoi, Staatssekretär im Energieministerium nach Angaben von Mediafax. Dies erlaubt eine erst kürzlich erlassene Regierungsverordnung. Für die Bevölkerung werde dies keine Folgen haben. Früheren Berichten zufolge verhandle Rumänien mit den Nachbarländern Ukraine und Bulgarien über Strom-Importe.

Umleitung von Donauwasser durch Felsen-Sprengung reicht nicht

Erst vor zehn Tagen hatte Rumänien versucht, durch die Sprengung eines Felsens in der Donau mehr Wasser nach Cernavoda zu leiten. An einer Gabelung zweier Donau-Arme, 50 Kilometer flussaufwärts nahe dem Ort Izvoarele hatte die Armee den Felsen detoniert, sodass mehr Wasser in den Donauarm floss, der Cernavoda versorgt. 

Geröll in vier Lastkähnen wurde zudem dann an einer anderen Stelle am Ufer versenkt, um den Wasserzufluss besser zu steuern. Danach stieg der Wasserstand bei Cernavoda geringfügig, so dass der Betrieb des zweiten Reaktors um einige Tage verlängert werden konnte, erklärte Verteidigungsminister Radu Miruta. Doch zur längerfristigen Versorgung des AKW mit Wasser reichte diese Operation nicht aus.

Das AKW Cernavoda produziert jährlich etwa 10 Millionen Megawattstunden Strom. Der erste Reaktor vom kanadischen Typ CANDU ging 1996 ans Netz, der zweite im Jahr 2007.

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