Leichtathletik Mabry sorgt für bronzenen EM-Start - Tränen bei Lückenkemper

Robert Semmler und Christian Johner, dpa
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Von Robert Semmler und Christian Johner, dpa
| 10.08.2026 05:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Holte wie vor zwei Jahren EM-Bronze: Yemisi Mabry. Foto: Matthias Schrader
Holte wie vor zwei Jahren EM-Bronze: Yemisi Mabry. Foto: Matthias Schrader
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Yemisi Mabry beschert dem deutschen Team bei der ersten EM-Entscheidung in Birmingham gleich eine Medaille. Gina Lückenkemper schafft es nicht ins Finale.

Yemisi Mabry schnappte sich im milden Abendlicht von Birmingham eine deutsche Fahne und jubelte vor ihren Fans und ihrem Ehemann im nur spärlich gefüllten Alexander Stadium über EM-Bronze. Wieder einmal lieferte die Kugelstoß-Olympiasiegerin bei einer großen Meisterschaft ab und sicherte dem deutschen Leichtathletik-Team gleich zum Auftakt der Europameisterschaften die erhoffte erste Medaille.

Dagegen flossen bei Ex-Europameisterin Gina Lückenkemper nach dem - nicht überraschenden - Verpassen des 100-Meter-Finals ein paar Tränchen. Ein Zeckenbiss hatte Lückenkemper vor der EM ausgebremst.

Schilder mit riesigem Vorsprung zu Kugel-Gold

Mabry wuchtete die Kugel bei der ersten Finalentscheidung in ihrem besten Versuch auf 19,50 Meter. Die niederländische Topfavoritin Jessica Schilder war mit 20,73 Metern eine Klasse für sich und holte souverän ihren dritten EM-Titel in Folge. Silber ging an ihre Teamgefährtin Jorinde van Klinken mit 19,64 Metern.

„Über jede Medaille sollte man sich erfreuen, die habe ich mir heute hart erkämpft“, sagte Mabry in der ARD. „Manche Stöße sind mir gut gelungen, mit 19,50 Meter bin ich super zufrieden und mit der Bronzemedaille vor allem.“

Mabry schon mit ansehnlicher Medaillensammlung

Für die 27 Jahre alte Mannheimerin ist EM-Bronze einer der größten Erfolge seit dem sensationellen Gold Olympia in Paris vor zwei Jahren. Damals düpierte sie die Konkurrenz als Außenseiterin vollkommen überraschend. Wenige Monate zuvor hatte die seit Frühjahr verheiratete Mabry - früher Ogunleye - Bronze bei der EM in Rom gewonnen. In der Halle nahm sie unter anderem schon WM-Silber mit nach Hause.

Dieses Mal reiste sie mit einer Saisonbestleistung im Freien von 19,93 Metern zur EM an. Die Qualifikation am Morgen meisterte Mabry souverän, in das Finale startete sie mit 19,20 Metern. Im vorletzten Versuch packte Mabry noch einmal 30 Zentimeter drauf und sicherte die Medaille ab.

Katharina Maisch belegte als zweitbeste Deutsche mit 18,39 Metern den siebten Platz, Nina Chioma Ndubuisi wurde bei ihrem ersten großen Finale mit 18,21 Metern Achte.

Lückenkemper als Fünfte im Halbfinale raus

Mit einer Einzel-Medaille über 100 Meter wird es für Gina Lückenkemper vier Jahre nach Doppel-Gold bei der Heim-EM in München nichts. Bei den deutschen Meisterschaften wurde Lückenkemper nach ihrem Zeckenbiss nur Dritte, in Birmingham war im Halbfinale mit 11,28 Sekunden und dem 15. Platz in der Gesamtabrechnung Schluss. Auch Staffel-Kollegin Rebekka Haase konnte sich mit einer schwachen Zeit von 11,36 Sekunden nicht für das Finale qualifizieren.

„Ich habe nach den deutschen Meisterschaften keinen Hehl daraus gemacht, wie die Vorbereitung verlief, deswegen bin ich echt zufrieden mit dem Rennen“, sagte Lückenkemper und bekam beim Interview wie schon vor gut zwei Wochen in Bochum feuchte Augen. „Die Tränchen sind viel mehr aus Dankbarkeit. Ich bin echt zufrieden, dass ich es hierher geschafft habe. Das sind eher Tränen des Glücks gerade“, erklärte die 29-Jährige.

Die Hoffnungen der deutschen Sprinterinnen liegen nun auf den Staffeln, wie auch Haase betonte. Dort gab es zuletzt mit Bronze bei Olympia in Paris und den Weltmeisterschaften in Tokio nicht unbedingt erwartete Medaillen.

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