Vibrationsplatten-Trend Wasser in den Beinen? Was wirklich gegen Wassereinlagerungen hilft und ob eine Vibrationsplatte sinnvoll ist
In den sozialen Netzwerken gehen gerade Vibrationsplatten viral. Sie sollen den Lymphfluss anregen und Wassereinlagerungen verringern.
Kennt Ihr das Gefühl? Die Schuhe sitzen plötzlich enger, die Beine fühlen sich schwer an und selbst die Lieblingsringe lassen sich nur noch mit Mühe abziehen. Gerade an warmen Tagen oder nach langem Sitzen leiden viele Menschen unter Wassereinlagerungen (medizinisch auch Ödeme genannt).
Doch was steckt dahinter? Und können die aktuell so gehypten Vibrationsplatten wirklich dabei helfen, den Lymphfluss anzuregen und Wassereinlagerungen zu reduzieren? Wir schauen uns an, was dahintersteckt.
Warum entsteht Wasser in den Beinen?
Wassereinlagerungen entstehen, wenn Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe austritt. Die Folge ist ein unangenehmes Spannungsgefühl, geschwollene Beine oder Knöchel; manchmal sogar mit Schmerzen verbunden.
Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein. Häufig sind es ganz alltägliche Auslöser:
- langes Sitzen oder Stehen
- hohe Temperaturen
- Venenschwäche
- bestimmte Medikamente
In manchen Fällen können jedoch auch Erkrankungen von Herz, Nieren oder Leber dahinterstecken. Deshalb gilt: Treten Schwellungen plötzlich auf, betrifft es nur ein Bein oder kommen starke Schmerzen hinzu, solltet Ihr die Beschwerden unbedingt ärztlich abklären lassen. Denn auch eine Thrombose kann sich dahinter verbergen.
Das könnt Ihr selbst gegen schwere Beine tun
Zum Glück gibt es einige einfache Maßnahmen, die den Beinen im Alltag guttun und den Rücktransport der Flüssigkeit unterstützen können.
Beine hochlegen: Gönnt Euren Beinen regelmäßig eine Pause und lagert sie möglichst über Herzhöhe. Das erleichtert den Blutfluss zurück zum Herzen.
In Bewegung bleiben: Schon ein kleiner Spaziergang oder einfache Fußgymnastik aktiviert die sogenannte Muskelpumpe. Sie hilft dabei, Blut und Lymphflüssigkeit wieder nach oben zu transportieren.
Für Abkühlung sorgen: Kalte Beinbäder oder kühle Umschläge können die Gefäße zusammenziehen und das unangenehme Spannungsgefühl lindern.
Ausreichend trinken: Klingt zunächst widersprüchlich, ist aber wichtig. Wer genügend Wasser trinkt, unterstützt den Kreislauf und den Flüssigkeitshaushalt des Körpers.
Das Lymphsystem – die unterschätzte „Müllabfuhr“ unseres Körpers
Das Lymphsystem sorgt dafür, dass überschüssige Flüssigkeit, Stoffwechselabfälle und andere unerwünschte Stoffe aus dem Gewebe abtransportiert werden. Anders als das Herz besitzt es jedoch keine eigene Pumpe. Stattdessen ist es auf Bewegung angewiesen: Erst durch das An- und Entspannen der Muskulatur kommt die Lymphflüssigkeit in Schwung. Wer viel sitzt oder sich wenig bewegt, merkt das oft an schweren Beinen oder Wassereinlagerungen.
Vibrationsplatten: Nur ein Trend oder tatsächlich sinnvoll?
Vielleicht habt Ihr sie schon auf Instagram oder TikTok gesehen? Vibrationsplatten gehören aktuell zu den beliebtesten Fitness-Gadgets. Die Hersteller versprechen unter anderem eine bessere Lymphaktivierung, weniger Wassereinlagerungen und ein angenehmes Körpergefühl.
Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Bereits Anfang der 2000er-Jahre sorgten Geräte wie die Power Plate für einen großen Hype; damals mehr als Leistungssport.
Das Prinzip ist realtiv simpel. Während Ihr auf der Platte steht, erzeugen feine Vibrationen kleine Ausgleichsbewegungen im Körper. Eure Muskulatur reagiert automatisch darauf, spannt sich immer wieder an und entspannt sich anschließend wieder. Genau dieser Wechsel kann den natürlichen Pumpmechanismus unterstützen, der auch für den Lymphfluss wichtig ist.
Weiterhin wichtig ist dabei die richtige Einstellung. Niedrigere Frequenzen – idealerweise unter 30 Hertz – fördern den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung besser als sehr hohe Frequenzen.
Was berichten Anwenderinnen und Anwender?
Viele Nutzerinnen und Nutzer berichten bereits nach wenigen Wochen über ein leichteres Gefühl in den Beinen, weniger Wassereinlagerungen und eine angenehmere Hautspannung. Einige beschreiben außerdem, dass sich Verspannungen im Rücken- oder Nackenbereich lösen und die tägliche Anwendung gleichzeitig für einen ruhigen Start in den Tag sorgt. Eine Nutzerin berichtet beispielsweise, dass sie jeden Morgen rund 30 Minuten auf dem Wobbelboard steht und anschließend deutlich häufiger zur Toilette muss. Für sie ein Zeichen dafür, dass überschüssige Flüssigkeit ausgeschieden wird. Wissenschaftlich belegt ist dieser individuelle Effekt allerdings nicht.
Denn eine Vibrationsplatte kann Bewegung sinnvoll ergänzen, ersetzt sie aber nicht. Wer sich regelmäßig bewegt, ausreichend trinkt und zusätzlich eine Vibrationsplatte nutzt, kann den natürlichen Lymphfluss möglicherweise unterstützen. Die Studienlage ist zwar vielversprechend, für allgemeingültige Aussagen ist sie jedoch noch begrenzt.
Lesetipp: Wenn Ihr mehr über die Ursachen von geschwollenen Beinen, mögliche Erkrankungen und hilfreiche Maßnahmen erfahren möchtet, findet Ihr in diesem Beitrag der Apotheken Umschau weitere Infos.
Mein Aha!:
Eine Vibrationsplatte ist sicher kein Wundermittel gegen Wassereinlagerungen, kann aber eine sinnvolle Ergänzung zu einem aktiven Lebensstil sein. Gerade weil sich das Lymphsystem durch Bewegung aktivieren lässt, finde ich den Ansatz spannend.
Wer unter schweren Beinen oder gelegentlichen Wassereinlagerungen leidet, kann die Platte einfach einmal ausprobieren. Vielleicht wird es auch für Euch zu einer kleinen Wohlfühlroutine für einen leichteren Start in den Tag.