Freizeitspaß im Sommer Stand-Up-Paddeln: Erst Check, dann aufs Wasser

| 04.08.2026 08:57 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ob feste Version oder aufblasbar: Das Board sollte auf Materialschäden untersucht werden, ehe der Spaß im Wasser beginnt. Foto: Pixabay
Ob feste Version oder aufblasbar: Das Board sollte auf Materialschäden untersucht werden, ehe der Spaß im Wasser beginnt. Foto: Pixabay
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TÜV-Experte André Siegl empfiehlt, das Board vor Beginn der Badesaison sorgfältig auf Materialschäden zu prüfen.

Ostfriesland / OTS - Das Wetter ist gut, die Ferien haben außerdem begonnen – jetzt holen viele ihr Stand-Up-Paddle-Board (SUP) wieder aus Keller, Garage oder Abstellraum. Bevor es aufs Wasser geht, sollte das Board jedoch sorgfältig überprüft werden, sagt André Siegl, Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband: „Material und Bauteile altern, auch wenn ein SUP-Board über Monate nicht genutzt wird.“

„UV-Strahlung, Temperaturschwankungen oder auch eine ungeeignete Lagerung können Kunststoffe, Verklebungen und andere Bauteile beschädigen. Bei einer nicht ganz trockenen Winterlagerung besteht zudem die Gefahr, dass Schimmel, Gerüche und Flecken entstehen. Diese schädigen bei längerer Feuchtigkeit auch das Material und lassen das Board schneller altern“, erklärt der TÜV-Experte.

Ein Materialcheck hilft, sicherheitsrelevante Schäden frühzeitig zu erkennen. Unabhängig davon, ob es sich um ein aufblasbares SUP oder ein Hardboard handelt, sollte die Oberfläche frei von Rissen, tiefen Kratzern oder Verformungen sein. Bei festen Brettern können zudem weiche Stellen, Oberflächenschäden wie Ablösungen oder Risse im Laminat auf strukturelle Schäden hinweisen. „Die Finnen und der Finnenkasten, die sogenannten D-Ringe und die Gepäckbefestigungen sollten fest sitzen“, so André Siegl. Außerdem darf das Leash – die Sicherheitsleine – laut TÜV keine Beschädigungen aufweisen.

Ein SUP-Board ist vielseitig einsetzbar – und bietet neben dem Stand-up-Paddler beispielsweise auch Platz für eine Mitfahrerin. Foto: Pixabay
Ein SUP-Board ist vielseitig einsetzbar – und bietet neben dem Stand-up-Paddler beispielsweise auch Platz für eine Mitfahrerin. Foto: Pixabay
Bei aufblasbaren Boards, sogenannten Inflatables, sollten außerdem alle Verklebungen und das Ventil kontrolliert werden. Das Board sollte vollständig aufgepumpt werden und den vom Hersteller empfohlenen Betriebsdruck dauerhaft halten. Es sollten dann weder Blasen noch Beulen an der Oberfläche sichtbar sein. „Die strukturelle Steifigkeit eines aufblasbaren SUP-Boards hängt direkt vom gehaltenen Betriebsdruck ab“, sagt André Siegl. „Bereits kleine Undichtigkeiten oder geschwächte Verklebungen führen zu einem Druckverlust und damit zu verminderter Stabilität.“ Unter Belastung können sich dann die Fahreigenschaften deutlich verschlechtern und dadurch die Kontrolle über das Board beeinträchtigen. Im Ernstfall besteht dann das Risiko, dass es zu gefährlichen Situationen auf dem Wasser kommt.

Allerdings bedeutet nicht jeder Schaden das Aus für ein SUP-Board. Kleinere Beschädigungen an der Oberfläche oder punktuelle Undichtigkeiten bei aufblasbaren Boards lassen sich oftmals mit geeigneten Reparatursets beheben. Austauschbare Teile wie beispielsweise die Sicherheitsleine (Leash) sind in der Regel Nachkaufprodukte. Voraussetzung ist jedoch, dass die Reparatur und der Austausch entsprechend den Herstellerangaben und fachgerecht erfolgt und Dichtigkeit sowie mechanische Belastbarkeit vollständig wiederhergestellt werden. „Sind tragende Bereiche beschädigt, lösen sich großflächig Verklebungen oder verliert ein aufblasbares Board dauerhaft Luft, sollte es nicht weiter genutzt werden“, sagt André Siegl. „Im Zweifel ist der Austausch die sicherere Wahl.“

Paddeln auf dem SUP-Board geht auch im Sitzen. Auf der Nordsee ist das für Amateure auch sicherer... Foto: Pixabay
Paddeln auf dem SUP-Board geht auch im Sitzen. Auf der Nordsee ist das für Amateure auch sicherer... Foto: Pixabay
Steht ein Neukauf an, sollten Interessenten nicht nur auf Größe und Einsatzzweck achten. Ebenso wichtig sind Materialqualität, eine hochwertige Verarbeitung und eine robuste Konstruktion. Unterschiede gibt es unter anderem bei den verwendeten Materialien, der Verarbeitung der Verklebungen sowie der Belastbarkeit von Board und Zubehör. „Entscheidend sind widerstandsfähige und wertige Materialien, präzise verarbeitete Verklebungen und belastbare Verbindungselemente“, sagt André Siegl. „Hochwertige Produkte behalten ihre Formstabilität auch unter Belastung und bieten damit eine wichtige Voraussetzung für ein sicheres Fahrverhalten.“

Unabhängige Prüfzeichen bieten eine wichtige Orientierung. Trägt ein Board das GS-Zeichen in Verbindung mit dem Siegel eines Prüfunternehmens wie dem TÜV, wurde es nach den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes auf sicherheitsrelevante Eigenschaften gecheckt. Grundlage der Prüfung ist die Norm DIN EN ISO 25649-7. Sie beschreibt die Sicherheitsanforderungen „für aufblasbare Stand-Up-Paddle-Boards als Freizeitartikel der Klasse E für den Einsatz in geschützten Uferzonen“.

Vorsicht ist laut TÜV hingegen geboten, wenn ein SUP-Board mit der Norm DIN EN 15649 gekennzeichnet ist. Diese Norm gilt für schwimmende Freizeitartikel wie Luftmatratzen oder Schwimminseln, nicht jedoch für Stand-Up-Paddle-Boards.