Polizeieinsatz Fahrzeug fährt in Menschenmenge - Ein Toter, viele Verletzte

dpa
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Von dpa
| 25.07.2026 04:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Einsatzkräfte der Polizei sind im Einsatz nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD). Foto: Fabian Sommer/dpa
Einsatzkräfte der Polizei sind im Einsatz nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD). Foto: Fabian Sommer/dpa
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Hunderttausende feiern stundenlang friedlich beim CSD in Berlin. Am Abend ist es damit abrupt vorbei. Laut Polizei ist ein Auto in die Menge gefahren. Es gibt mindestens einen Toten.

Am Rande des Christopher Street Day in Berlin hat ein Fahrzeugfahrer mindestens eine Person getötet. 14 weitere Menschen würden wegen Verletzungen derzeit behandelt - mehrere davon seien schwer bis lebensgefährlich, sagte Polizeisprecher Florian Nath am Abend. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei im Bereich des Tiergartens nahe dem Potsdamer Platz. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen. Die Hintergründe sind noch unklar. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“.

Nach ersten Erkenntnissen fuhr ein weißer Wagen gegen 22.00 Uhr am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße, wie Nath erklärte. Dort habe er mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor er mit einem Baum kollidierte. Der Fahrer habe das Fahrzeug verlassen und sich in unbekannte Richtung entfernt.

„Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, sagte Polizeisprecher Nath in einem veröffentlichten Video bei X. Die Polizei sei mit zahlreichen Polizisten und Rettungskräften im Einsatz. Alle Besucherinnen und Besucher wurden gebeten, den Bereich zu verlassen. 

Gibt es Hinweise auf ein mögliches Motiv?

Die genauen Hintergründe waren zunächst noch unklar. „Wir wissen momentan noch nichts über irgendwelche Motivlagen, über die Person des Täters oder Ähnliches“, sagte ein Polizeisprecher. „Das ist alles noch nicht gesichert bekannt.“ 

Wegner erklärte: „Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft - nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert. Berlin ist die Stadt der Freiheit - und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.“

Der Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler warnte vor Spekulationen über den Hintergrund. Danach gefragt, ob es irgendwelche Hinweise für einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe, sagte der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts zu sagen. Es sei auch besser, noch nicht zu spekulieren. „Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selber abgespielt, sondern tatsächlich im Tiergarten.“ Das mache die Sache nun auch unübersichtlich. Gaebler, der Innensenatorin Iris Spranger während ihres Urlaubs vertritt, zeigte sich bestürzt über den Vorfall.

Polizisten leuchteten den Bereich zwischen Potsdamer Platz und der Südseite des Tiergartentunnels aus, wie ein dpa-Reporter berichtete. Sie suchten nach Spuren.

 

Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt den CSD gefeiert. Mit ihrer Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Am Abend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. Mit einer Regenbogenflagge um die Schultern spielte sie rund eine halbe Stunde lang ihre Songs. 

Nach dem Auftritt von Sarah Connor wurde das Bühnenprogramm zunächst fortgesetzt. Wenig später forderte ein Moderator die Menschen jedoch auf, das Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund das Wort „Evakuierung“. Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahneingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch in den sozialen Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: „Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.“

Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort wurden die Besucher auf der Ostseite des Brandenburger Tors zunächst nicht über die Lage informiert. Viele verfolgten das Geschehen und die Nachrichten allerdings auf dem Handy. Der Bereich direkt am Brandenburger Tor war abgesperrt.

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