Tour de France Kanter trotz Rempler noch Vierter: „Ticken zu weit hinten“

David Langenbein und Felix Schröder, dpa
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Von David Langenbein und Felix Schröder, dpa
| 10.07.2026 17:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Belgier war der schnellste Mann. Foto: Thibault Camus
Der Belgier war der schnellste Mann. Foto: Thibault Camus
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In der Stadt der Sprinter ist der Deutsche erst eingeklemmt, kann sich dann aber befreien. Den Sieg holt Tim Merlier. Max Kanter will es besser machen.

Ein kleiner Rempler hat Max Kanter womöglich um den nächsten Podestplatz bei der Tour de France gebracht. Der deutsche Debütant belegte als Vierter beim Prestigesprint in Bordeaux aber auch in seinem zweiten Massensprint eine gute Platzierung. Zufrieden war der 28-Jährige trotzdem nicht. „Wir waren einen Ticken zu weit hinten, hatten eigentlich gar keinen richtigen Platz. Wir waren alle noch zusammen, aber irgendwie ging die Lücke nicht so richtig auf“, sagte der Brandenburger nach dem Sieg des Belgiers Tim Merlier am Ende der 175,1 Kilometer langen siebten Etappe zwischen Hagetmau und der Weinmetropole. 

Als Kanter bei Höchstgeschwindigkeit freie Fahrt hatte, kam ihm Dorian Godon in die Quere und brachte Kanter aus dem Tritt. So wurde Sören Waerenskjold aus Norwegen Zweiter und der Eritreer Biniam Girmay Dritter. Phil Bauhaus aus Bocholt schaffte es auf Rang sechs. „Sechster zu werden ist für mich schon wichtig“, sagte Bauhaus. „Nicht nur immer zu sagen, dass man Top Ten fahren will, sondern es dann auch gezeigt zu haben.“

Es war der zweite Massensprint der Tour. Foto: Thibault Camus
Es war der zweite Massensprint der Tour. Foto: Thibault Camus

Kanter war auf der langen, aber relativ schmalen Zielgerade mit seinem Sprinterzug zunächst etwas eingeklemmt, kam dann aber noch nach vorne. „Dann bin ich halt bei 400 Metern losgefahren. Ich wusste, dass es viel zu früh sein wird, aber besser noch ein Resultat irgendwie zu holen, als gar nicht dabei zu sein“, erklärte Kanter. Fast vier Kilometer ging es nach der Kurve an der Brücke Simone Veil geradeaus in Richtung Ziel. Schon vorher begannen die Positionskämpfe der Sprintzüge.

Am Samstag gibt es zwischen Périgueux und Bergerac erneut eine Flachetappe, die wie gemacht für einen Massensprint scheint. „Die Fehler, die wir heute gemacht haben, dürfen nicht wieder passieren“, betonte Kanter. „Wir müssen es halt schaffen, dass wir einfach unseren Lead-Out fahren können, sodass wir freie Fahrt haben, so wie bei der ersten Etappe.“ In Pau war der 28-Jährige am Mittwoch beim ersten Massensprint Zweiter geworden.

Sprinterteams kontrollieren das Rennen

Am Tag nach seinem beeindruckenden Soloritt durch die Pyrenäen verteidigte Tadej Pogacar sein Gelbes Trikot ohne Probleme. Der Slowene liegt weiter 2:42 Minuten vor seinem Dauerrivalen Jonas Vingegaard. Deutschlands Hoffnungsträger Florian Lipowitz ist Siebter mit vier Minuten Abstand.

Verteidigte das Gelbe Trikot: Tadej Pogacar. Foto: Mosa’ab Elshamy
Verteidigte das Gelbe Trikot: Tadej Pogacar. Foto: Mosa’ab Elshamy

Bei drückender Hitze von bis zu 36 Grad rollte das Feld auf überwiegend flacher Strecke in Richtung der Weinmetropole. Nur eine Bergwertung der vierten Kategorie stand auf dem Programm. Der Franzose Baptiste Veistroffer versuchte wie schon auf dem Weg nach Pau sein Glück als Ausreißer, diesmal gemeinsam mit dem Tschechen Jakub Otruba. 

Die Sprinterteams ließen den Abstand aber kaum anwachsen. Er pendelte sich bei gut anderthalb Minuten ein. Florian Lipowitz hatte einen Defekt, konnte aber schnell wieder zum Feld aufschließen. Rund 18 Kilometer vor dem Ziel wurde das Duo an der Spitze eingefangen.

Es war ein überwiegend flaches Teilstück. Foto: Mosa’ab Elshamy
Es war ein überwiegend flaches Teilstück. Foto: Mosa’ab Elshamy

Der Sieg in Bordeaux ist für Sprinter prestigeträchtig. Als letzter Deutscher gewann Erik Zabel 1997 in der Stadt an der Garonne. Der deutsche Profi Pascal Ackermann warnte bei der ARD vor dem Finish. „Es sieht einfach aus, ist aber extrem schmal“, erklärte der 32-Jährige. Auch Max Kanter erwartete ein kompliziertes Finale. „Gerade, weil das Finale relativ geradeaus ist, darf man nicht zu früh im Wind sein, aber auch nicht zu spät, dass der Weg dann nicht zu lang wird“, sagte der Tour-Debütant aus Cottbus.

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