Fußball-Nationalmannschaft Das ist Woltemades WM-Problem: Big Apple als letzte Chance?

Arne Richter und Klaus Bergmann, dpa
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Von Arne Richter und Klaus Bergmann, dpa
| 24.06.2026 09:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bundestrainer Nagelsmann schaut im Training bei Woltemade (r.) und Goretzka (l.) ganz genau hin. Foto: Federico Gambarini/dpa
Bundestrainer Nagelsmann schaut im Training bei Woltemade (r.) und Goretzka (l.) ganz genau hin. Foto: Federico Gambarini/dpa
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Flipflops repariert, aber noch keine Minute auf dem WM-Rasen: Wird Nick Woltemade beim Gruppenfinale gegen Ecuador endlich gebraucht? Der Bundestrainer hat ein Versprechen noch nicht eingelöst.

Es ist nicht so, dass Nick Woltemade bei der WM rein gar nichts gelingen würde. Seine beim Federball ramponierten Flipflop-Latschen zum Beispiel hat der lange Stürmer schnell selbst reparieren können. Immerhin. 

Und mit seinem Gegenüber Kai Havertz lieferte er sich bei dem Spiel auf der ziemlich holprigen Wiese im Teamquartier der Fußball-Nationalmannschaft neben dem sportlichen Schlagabtausch ein kesses Wortduell. „Schau mal, wie viel Power meine Schläge haben - und deine“, ruft Woltemade über das Netz. 

 

Die Krux für den Offensivmann: In den WM-Stadien war seine Power bislang noch gar nicht zu sehen. Keine Minute Einsatzzeit bekam er von Julian Nagelsmann beim Wettschießen gegen Curaçao (7:1) und beim Mentalitätssieg gegen die Elfenbeinküste (2:1). Er ist der prominenteste Profi des Feldspieler-Sextetts im DFB-Kader, das noch gar nicht berücksichtigt wurde. 

Kommt die Chance gegen Ecuador?

Null Minuten. Und folglich null Tore. Das ist für den Mann, der Deutschland in der WM-Qualifikation mit vier Treffern nach Amerika schoss, eine ernüchternde Zwischenbilanz. Ändert sich diese nun im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV)? 

Für Gruppensieger Deutschland geht es tabellarisch um nichts. Die Spekulationen um das Ausmaß der Rotation, die der Bundestrainer für die Partie im WM-Finalstadion von East Rutherford vornimmt, sind vielfältig. Der Name Woltemade wird nicht zuerst genannt. Obwohl Havertz nach stressigen Wochen mit dem FC Arsenal und dem WM-Start mal durchschnaufen könnte. 

Bei Drei-Tore-Stürmer Deniz Undav geht es nur um die Frage, ob er als Joker oder Starter ran darf. Bei Woltemade, der heißesten Sommerpersonalie 2025 und dem besten deutschen Stürmer des folgenden zweiten Halbjahres, stellt sich die Frage der generellen WM-Verwendung. Wie konnte es dazu kommen? 

Federball-Partner Havertz ist unantastbar

Eine Antwort ist die Genesung von Federball-Partner Havertz, der im Vorjahr fehlte und jetzt in Topform unantastbar ist, wenn es wirklich ernst ist. Undav hat seinen ehemaligen Stuttgart-Kumpel nun mal das unfassbare Joker-Momentum voraus. Und auf der Zehnerposition, die Woltemade auch besetzen kann, soll Jamal Musiala zaubern. Er ist im Moment überall hinten dran. 

„Ich arbeite hart für meine Chance“, sagte Woltemade dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das nimmt man dem 24-Jährigen zweifelsfrei ab. Er ist ein fröhlicher Zeitgenosse, ein Teamplayer. Und er lacht sogar, als er von Havertz ob seiner späten Profikarriere beim Federball auf die Schippe genommen wird. 

Im Gegensatz zu Amiri (r.) wartet Woltemade auf seinen WM-Moment. Foto: Jan Woitas/dpa
Im Gegensatz zu Amiri (r.) wartet Woltemade auf seinen WM-Moment. Foto: Jan Woitas/dpa

„Bruder, sehe ich aus wie ein Handballer oder wie ein Fußballer? Ich war nicht bis 15 noch Handballer, ich habe mit 15 schon Bundesliga gespielt“, stichelt Havertz. Woltemade lacht breit zurück. Sein besonderer Karriereweg ist keine Schwäche. 

Nagelsmanns Ansage noch nicht bestätigt

Aber im Moment hakt es. Bei Newcastle United schoss er im gesamten ersten Halbjahr nur ein Tor. Trainer Eddie Howe setzte ihn, wenn überhaupt, ziemlich defensiv ein. Nagelsmann beschwichtigte immer. „Wir kriegen den als Team definitiv hin“, sagte er vor dem Turnier. Woltemade solle sich „keinen Kopp“ machen. Dieses Versprechen hat der Bundestrainer noch nicht eingelöst. 

Bekommt Woltemade auch gegen Ecuador keine Einsatzzeit, stellt sich die Frage, wann der Moment überhaupt noch kommen kann. Zumal die WM-Story so nett wäre. Quasi im Schatten der Skyline des Big Apple auf der anderen Seite des Hudson River in New Jersey ist „Big Nick“, so sein Spitzname wieder da. Und zwar auf dem WM-Rasen - und nicht auf dem Federball-Acker im DFB-Quartier.

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