Migration UN-Kommissar mahnt: Flüchtlinge nicht nur als Last sehen
Zum Weltflüchtlingstag mahnt UN-Kommissar Salih: Flucht darf kein Dauerzustand sein. Er fordert Perspektiven und würdigt den täglichen Beitrag Geflüchteter in ihren Aufnahmeländern.
Zum Weltflüchtlingstag an diesem Samstag ruft der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Salih, dazu auf, Migranten nicht nur als Bürde und Last anzusehen. „Flüchtlinge leisten jeden Tag einen Beitrag in den Gesellschaften, die sie aufgenommen haben – als Arbeiterinnen, Studierende, Nachbarn, Künstler, Sportlerinnen, Unternehmer und Führungspersönlichkeiten“, erklärte er. „Wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, bauen sie ihr Leben wieder auf und stärken zugleich die Gemeinschaften um sie herum.“
Salih nannte den Weltflüchtlingstag einen Anlass, den Mut und die Entschlossenheit von aktuell fast 42 Millionen Menschen zu würdigen, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung aus ihren Heimatländern fliehen mussten. Millionen von ihnen seien in Abhängigkeit gefangen und für ihr tägliches Überleben auf zunehmend knappe humanitäre Hilfe angewiesen. Bloßer Schutz und Versorgung reichten aber nicht aus, betonte Salih. „Sie brauchen Perspektiven, um ihr Leben in Würde wieder aufzubauen. Flucht sollte ein vorübergehender Zustand sein, kein lebenslanges Schicksal.“
Zahl der Rückkehrer nahm 2025 zu
Salih bekräftigte das Ziel des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), innerhalb von zehn Jahren die Zahl der Flüchtlinge, die sich in langanhaltender Vertreibung befinden und auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, um die Hälfte zu reduzieren.
Laut dem neuen UNHCR-Jahresbericht sind im Jahr 2025 5,4 Millionen Menschen vor Gewalt und Verfolgung in andere Länder geflohen. Gleichzeitig nahm die Zahl der Rückkehrer zu: 14,7 Millionen Vertriebene kehrten in ihre Herkunftsregionen oder -länder zurück, darunter 4,4 Millionen Flüchtlinge und 10,3 Millionen Binnenvertriebene.