Emden Ewiger Chemikalie auf der Spur

| 26.06.2026 05:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
An der Preisverleihung in Emden nahmen Hochschulpräsident Prof. Dr. Marco Rimkus (von links), Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Gieselmann sowie die Preisträger Timo Knöner (erster Platz), Jan-Malte Graß, Felix de Boer, Kilian von Höfen und Paul Hennenberg teil. Es fehlt Mats Bertelmann. Foto: Hochschule Emden / Leer
An der Preisverleihung in Emden nahmen Hochschulpräsident Prof. Dr. Marco Rimkus (von links), Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Gieselmann sowie die Preisträger Timo Knöner (erster Platz), Jan-Malte Graß, Felix de Boer, Kilian von Höfen und Paul Hennenberg teil. Es fehlt Mats Bertelmann. Foto: Hochschule Emden / Leer
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Timo Knöner hat den Nachhaltigkeitspreis der Stadtwerke verliehen bekommen. Der Emder forschte nach Alternativen für bedenkliche Schmierstoffe.

Emden – Der Emder Hochschulstudent Timo Knöner ist mit dem Emder Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet worden. Überzeugt hatte er die Jury mit seiner Abschlussarbeit zu Schmierstoff-Alternativen für das als Ewigkeitschemikalie bekannte Polytetrafluorethylen, kurz PTFE. Der mit 500 Euro dotierte Preis wurde ihm im Kundencenter der Stadtwerke von Geschäftsführer Jens Gieselmann überreicht.

In seiner Master-Abschlussarbeit, die innerhalb des Forschungsprojekts PANTHER entstand, untersuchten Knöner und weitere Beteiligte das Reibungsverhalten von Polyamid-Glasfaser-Kunststoffen unterschiedlicher Hersteller.

Polytetrafluorethylen, kurz PTFE, kommt in vielen industriellen Maschinenteilen zum Einsatz, die während ihres Betriebs hoher Beanspruchung durch Reibung ausgesetzt sind.

Der Kunststoff hat einen großen Nachteil: Er ist in der Biosphäre nicht abbaubar. Einmal in der Welt, reichert er sich langfristig im Meer und Erdreich sowie in der Tier- und Pflanzenwelt an und wird auch vom Menschen aufgenommen.

PTFE gehört zur Gruppe der so genannten PFAS, von denen einige Verbindungen als gesundheitsschädlich eingestuft wurden. Derzeit wird geprüft, ob die PFAS-Chemikalien künftig weiter eingesetzt werden dürfen.

Innovative und nachhaltige Lösungsansätze

Der 29-jährige Emder hat sein Studium bereits abgeschlossen und arbeitet derzeit als Konstrukteur beim Unternehmen TKMS in Emden. „Besonders freut mich, dass wir mit einem hochaktuellen und gesellschaftlich wichtigen Thema die Jury überzeugen konnten“, sagt Timo Knöner. Die Anerkennung zeige, wie wichtig innovative und nachhaltige Lösungsansätze für die Zukunft seien.

Mit dem zweiten Platz des Nachhaltigkeitspreises zeichnete die Jury Paul Hennenberg aus, der an der Hochschule Emden Soziale Arbeit studiert hat. In seiner Arbeit mit dem Titel „Permakultur: Ein Projekt der Gemeinwesenarbeit?“ entwirft er ein Projekt, das Permakultur und Gemeinwesenarbeit am Ökowerk Emden verbindet.

Lob für Bunkermuseum-Projekt

Der dritte Platz fiel auf Mats Bertelmann aus der naturwissenschaftlichen Technik. Er hatte untersucht, wie sich Pestizide und die klimabedingte Erwärmung von Gewässern auf den Lebenszyklus sogenannter Makroinvertebraten, also Kleinlebewesen in Flüssen, Bächen und Seen auswirken.

Eine lobende Erwähnung der Jury gab es für die Seminararbeit „Konzeption und Implementierung eines Digital-Signage-Systems für das Bunkermuseum Emden“ von Jonas Baumann, Fabian Berger, Felix de Boer, Jan-Malte Graß, Kilian von Höfen, Kevin Kaput, Jan Pesec und John Reck für ihre „zupackende Umsetzungskraft“.

Bestehende Lösungen hinterfragen

„Gerade in einer Zeit, in der die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung an manchen Stellen wieder infrage gestellt wird, setzen unsere Studierenden ein wichtiges Zeichen. Mit ihren Arbeiten zeigen sie, dass Zukunftsfähigkeit, Innovationskraft und Verantwortung zusammengehören“, so Hochschulpräsident Prof. Dr. Marco Rimkus.

„Nachhaltigkeit lebt von neuen Perspektiven und dem Mut, bestehende Lösungen zu hinterfragen. Die Preisträger haben gezeigt, wie wertvoll Forschung für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen ist“, ergänzt Jens Gieselmann.

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