Weg aus der Dauerkrise? Gesucht: Geldgeber für Start-Ups

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Von dpa
| 08.06.2026 06:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Deutschland florieren derzeit die Start-Up-Gründungen, doch es fehlt an Kapital. (Symbolbild) Foto: Monika Skolimowska
In Deutschland florieren derzeit die Start-Up-Gründungen, doch es fehlt an Kapital. (Symbolbild) Foto: Monika Skolimowska
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An hoffnungsvollen Start-ups fehlt es in Deutschland nicht, doch geht ihnen nur allzu häufig das Geld aus. Könnte mehr Risikokapital ein Rezept für die Gesundung der deutschen Wirtschaft sein?

Die kleine Szene der Risikoinvestoren in Deutschland umwirbt mit Rückendeckung der Bundesregierung die großen Platzhirsche auf dem Finanzmarkt: Mit fünfzehn Milliarden Euro jährlichen Risikokapitals für hoffnungsvolle Start-Ups könnte das Wirtschaftswachstum in Deutschland nach jahrelanger Stagnation wieder in Schwung kommen, argumentieren die 24 Fonds und Investoren in einem Strategiepapier, das am heutigen Montag im Beisein von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in Berlin vorgestellt werden soll. Hauptadressaten sind große Vermögensverwalter und Kapitalanleger. 

Die 24 Fonds haben sich als „German Venture and Growth Forum“ (Deutsches Wagnis- und Wachstumsforum) zusammengeschlossen und verweisen auf das Beispiel der USA, deren Wirtschaftswachstum das in der EU in den vergangenen 25 Jahren weit hinter sich gelassen hat. Etliche der heute immens hoch bewerteten und profitablen US-Techkonzerne sind aus Start-ups hervorgegangen, die in ihren Anfangsjahren von Risikokapitalgebern profitierten. 

Hauptargument: Ohne Risikokapital kein Wachstum

„Die wachsende Wirtschaftslücke zwischen den USA und Europa geht zu einem großen Teil auf den Mangel an Wachstumskapital zurück“, argumentiert Tech-Investor Alexander Kudlich. Die 24 Fonds verweisen auf Schätzungen, denen zufolge Start-ups in Europa Millionen Arbeitsplätze schaffen und eine Kapitalisierung von über drei Billionen Dollar erreichen könnten, sofern ausreichend Kapital bereitstände.

... denn ohne Geld wird aus einem Start-up keine große Firma

Die Initiative zielt auf ein seit Jahren bekanntes, aber bislang ungelöstes Problem: In Deutschland stehen für Start-ups in der Gründungsphase häufig staatliche Fördermittel zur Verfügung. Doch dauert es auch bei vielversprechenden Jungunternehmen mit innovativer Technologie oft viele Jahre, bis sie Gewinne erwirtschaften. In der Zwischenzeit sind die Firmen auf externe Investoren angewiesen, die die Verlustphase überbrücken. 

An diesem Typ von Geldgebern fehlt es in Deutschland nach wie vor, lediglich Rüstungs-Start-ups finden derzeit mühelos Investoren. Banken kommen als Kreditgeber üblicherweise nicht in Frage, weil die Institute Geld nur an gesunde Unternehmen verleihen und keine übermäßigen Risiken eingehen dürfen. „In allen Wachstumsphasen schnell skalierender Tech-Firmen mangelt es an Finanzmitteln“, schreibt Martin Blessing, der frühere Commerzbank-Chef und heutige Investitionsbeauftragte von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in dem Papier.

Die Zielgruppe hat genügend Kapital

Das zielt auf die großen Vermögensverwalter in Europa, von denen etliche Bankkonzernen und Versicherungen gehören. Anders als Banken vergeben Vermögensverwalter keine Darlehen, sondern legen die Gelder ihrer Kunden in Anleihen aller Art, Aktien und sonstigen Papieren an. Eine - in dem Papier nicht genannte - europäische Großmacht auf diesem Feld ist die Allianz, deren zwei Investmentgesellschaften Ende des ersten Quartals über zwei Billionen Euro Kundengelder betreuten. Das Hindernis: Vermögensverwalter sind vorsichtig in der Geldanlage, Risikokapital zählt daher bislang nicht zu den Kerngeschäften.

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