Kolumne „Larsklar“ Die goldenen Diät-Regeln für Männer

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Eine Kolumne von Lars Reckermann
| 30.05.2026 09:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Lars Reckermann. Foto: Klaus Ortgies
Lars Reckermann. Foto: Klaus Ortgies
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Chefredakteur Lars Reckermann hat eine dreiwöchige Diät hinter sich. Was er außer Kilos vor allem verloren hat.

Ich habe eine Diät gemacht. Drei Wochen lang. Wie? Sie hören das zum ersten Mal… Nein, das geht nicht. Ich habe wirklich allen Menschen davon erzählt. Denn das Wichtigste an einer Diät ist nicht das Abnehmen. Das Wichtigste ist das Mitteilen.

Eine Diät, von der niemand weiß, ist wie ein Marathon in einer leeren Turnhalle: Es ist vielleicht sportlich, aber völlig sinnlos. Man muss es erzählen. In jeder Lebenslage. Im Büro, im Treppenhaus, am Telefon mit der Versicherung. Nicht beiläufig, sondern mit der Inbrunst eines Missionars. „Nein danke, ich esse nichts. Ich mache Diät.“ „Nur Wasser. 500 Kalorien.“ „Seit drei Wochen.“ „Hardcore.“

Versuchungen im Kühlschrank

Zuerst hat übrigens meine stets gute Laune abgenommen. Diesbezüglich feierte ich schon einen Tag vor Beginn der Diät beachtliche Erfolge. Denn im Kühlschrank und in der Süßigkeiten-Schublade lagen noch all die Dinge, an die ich zwar denken, die sich aber nicht in Reichweite befinden durften.

Warum ich das gemacht habe? Es gab den einen Tag, an dem ich nach langer Zeit mal wieder in meinen Anzug schlüpfen wollte. Er passte nicht einmal ansatzweise. Für diesen jahrelangen Müßiggang musste ich mich bestrafen.

Schlechtes Gewissen und Solidarität

Verloren habe ich neben der guten Laune auch einige Freunde. Der Trick ist ja: Man nervt alle so lange, bis sie ein schlechtes Gewissen bekommen. Idealerweise leiden sie mit. Wenn schon ich schlechte Laune habe, dann soll sich das wenigstens sozial gerecht verteilen. Diät ist schließlich Solidarität nur eben ohne Essen.

Noch eine goldene Regel: Jammern, jammern, jammern. Über Kreislauf. Über die Ungerechtigkeit, dass eine Brezel mehr Charakter hat als mein aktueller Speiseplan.

Erkenntnis nach drei Wochen: Der Mensch ist nicht, was er isst. Der Mensch ist, was er den anderen über sein Nicht-Essen erzählt.

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