Hamburg  Diese Viruserkrankungen brechen besonders häufig auf Kreuzfahrtschiffen aus

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 05.05.2026 12:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kreuzfahrtschiffe bieten meist beste Bedingungen für Viruserkrankungen. Foto: IMAGO/imageBROKER/Mziya Kashakhi
Kreuzfahrtschiffe bieten meist beste Bedingungen für Viruserkrankungen. Foto: IMAGO/imageBROKER/Mziya Kashakhi
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Kreuzfahrten sollen in erster Linie der Erholung dienen. Doch nicht selten wird den Passagieren der Urlaub an Bord durch eine Erkrankung vermiest. Denn die großen Schiffe sind der perfekte Hort für Viren. Das sind die häufigsten Erreger.

Der Ausbruch des Hantavirus an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Hondius“ hat bislang drei Todesopfer gefordert, darunter einen deutschen Staatsbürger. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass zwei Niederländer gestorben waren. Darüber hinaus haben sich mehrere Menschen mit dem Virus infiziert.

Dass sich Viren auf Schiffen ausbreiten, ist indes nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil, die Meereskolosse bieten beste Entfaltungsmöglichkeiten für Krankheiten aller Art – trotz strenger Hygienestandards, die in der Regel auf den Luxuslinern gelten.

Grund dafür ist die hohe Menschendichte auf engem Raum und die gemeinsame Nutzung von Buffets. Auch Aktivitäten in Fitnessstudios oder Schwimmbädern tragen zu einer Ausbreitung bei. Doch welche Krankheiten brechen besonders häufig auf Kreuzfahrtschiffen aus? Ein Überblick.

Das Norovirus gilt gewissermaßen als der Klassiker unter den Erkrankungen auf Kreuzfahrtschiffen. Es gilt als extrem ansteckend und äußerst widerstandsfähig gegen Desinfektionsmittel. Über Türgriffen, Treppengeländern und kontaminiertes Essen breitet sich die schwere Magen-Darm-Infektion besonders schnell aus.

Während das Deutsche Ärzteblatt im vergangenen Jahr eine ungewöhnlich hohe Zahl an Norovirus-Ausbrüchen auf Kreuzfahrtschiffen registrierte, gab es auch 2026 bereits mehrere Fälle. So etwa auf der „Star Princess“ im März dieses Jahres. Experten begründen die Entwicklung mit neuen Virus-Varianten und einer gesunkenen Grundimmunität in der Bevölkerung.

Nicht immer muss es eine Magen-Darm-Infektion sein, an der Kreuzfahrtpassagiere erkranken. Häufig bleiben sie auch wegen einer Erkältung oder gar einer echten Grippe in ihrer Kabine. Ähnlich wie beim Norovirus haben Atemwegserkrankungen auf Schiffen meist ein leichtes Spiel. Die Ansteckung läuft meist über eine sogenannte Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder Sprechen.

Hinzu kommen klimatisierte Innenräume auf den Schiffen, wie etwa Theater oder Lounges. Hier können sich die Erkältungs- und Influenzaviren besonders schnell verbreiten. Darüber hinaus kommen auf Kreuzfahrtschiffen meist Menschen aus verschiedenen Klimazonen zusammen, wodurch die Grippewelle an diesem Ort keine feste Saison hat.

Mehr als sechs Jahre nach seinem erstmaligen Ausbruch in Deutschland spielt das Coronavirus in unseren Breitengraden kaum noch eine Rolle. Auf Kreuzfahrtschiffen ist es hingegen weiterhin ein häufiger Gast.

Dank hoher Impfquoten und Immunität verlaufen die Infektionen zwar meist milder, führen aber aufgrund der strengen Protokolle der Reedereien oft noch zu Isolationsmaßnahmen an Bord.

Ein Windpocken-Ausbruch klingt zunächst ungewöhnlich, gilt sie doch mittlerweile als sogenannte Kinderkrankheit. Doch auf Kreuzfahrtschiffen kann das Varizella-Zoster-Virus – so der wissenschaftliche Name – zu einem logistischen Albtraum werden.

Wenn Crewmitglieder oder Passagiere aus Regionen kommen, in denen die Windpocken-Impfung nicht Standard ist, kann es unter Erwachsenen zu Ausbrüchen kommen. Da Windpocken bei ihnen oft schwerer verlaufen und hochgradig ansteckend sind, werden Betroffene meist in ihren Kabinen isoliert.

Dass das Hantavirus auf Kreuzfahrtschiffen ausbricht, ist eher ungewöhnlich. Normalerweise wird die Atemwegserkrankung über den Kot, Urin oder Speichel von Nagetieren übertragen, weshalb es meist in der Natur oder im Garten zu Infektionen kommt.

Das Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Häufig sind auch die Nieren betroffen. Schwere Verläufe können tödlich enden, kommen nach Informationen des Gesundheitsministeriums aber in Deutschland nur selten vor, da es sich um einen anderen Erreger handelt.

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