Barßel Mit Drohnen Kitze vor dem Mähtod retten
Im Jagdrevier „Nummer 9 Barßelermoor-West“ fliegen Jägerinnen und Jäger mit Wärmebilddrohnen Wiesen und Äcker ab. So sollen Kitze und andere Wildtiere vor Kreiselmäher und Mähbalken geschützt werden.
Barßel - Mit der Frühjahrsmahd beginnt auf vielen Wiesen und Äckern die Arbeit an der Grasernte. Gleichzeitig ist Brut- und Setzzeit. Wildtiere, die sich im hohen Gras ducken, sind zwar vor Fuchs und Habicht geschützt, nicht aber vor Kreiselmäher oder Mähbalken.
Um Verletzungen und Todesfälle zu vermeiden, stimmen Landwirte die Mähtermine im Idealfall frühzeitig mit dem jeweiligen Jagdpächter ab. Auch die Mähweise kann an das Tierverhalten angepasst werden. Häufig kommt dabei inzwischen Drohnentechnik mit Wärmebildkamera zum Einsatz.
Einsatz im Jagdrevier Barßelermoor-West
Im Jagdrevier „Nummer 9 Barßelermoor-West“ bereiten sich Jägerinnen und Jäger auf solche Einsätze vor. Vor der Mahd werden die Flächen systematisch abgeflogen, um Kitze und andere Wildtiere anhand ihrer Wärmesignaturen zu finden. Die Tiere werden anschließend von erfahrenen Helfern gesichert, in Körben aus dem Gefahrenbereich gebracht und nach dem Mähen wieder freigelassen. Mehrere Hundert Hektar müssen abgesucht werden.
Früher gingen die Teams zu Fuß mit dem Hund durch die Felder. Heute übernehmen Drohnen einen großen Teil der Suche. Landwirte im Revier sollen sich spätestens einen Tag vor der geplanten Mahd melden, damit Termin und Maßnahmen abgestimmt werden können.
In den frühen Morgenstunden
„Dabei ist es sehr wichtig, dass in den frühen Morgenstunden abgesucht wird, weil dann der Untergrund und der Bewuchs noch kühl von der Nacht sind und sich die Wärmesignaturen der teils recht kleinen Jungtiere deutlicher abheben“, sagen die Drohnenpiloten. Zudem müsse möglichst schnell nach dem Drohnenflug gemäht werden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass nach dem Absuchen erneut Wildtiere in die Fläche ziehen. „Gerade in diesem Punkt zeigt sich, dass – bis auf wenige Ausnahmen – die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Landwirten in den letzten Jahren immer besser klappt. Jede erfolgreiche Suche bestätigt, dass sich der Aufwand und der enorme Einsatz eines jeden Einzelnen lohnt.“