Fußball-Bundesliga Kramaric-Festspiel mit glücklichem Ausgang für den VfB
Diesen Tag wird Hoffenheims „Club-Legende“ nicht vergessen: Nicht nur wegen seiner Tore ist Andrej Kramaric beim Sieg gegen Stuttgart lange der gefeierte Mann - bis zur Nachspielzeit.
Mit einem Last-Minute-Tor hat der VfB Stuttgart der TSG 1899 Hoffenheim den Andrej-Kramaric-Feiertag verdorben. Tiago Tomas erzielte beim 3:3 (1:2) den späten und glücklichen Ausgleich für die Schwaben. Im Kampf um eine Champions-League-Teilnahme bleiben die beiden Landesrivalen nach einer packenden Partie punktgleich.
Die TSG-Fans, die sich viel mehr VfB-Anhänger als die gut 3.000 im Gästeblock gegenübersahen, jubelten schon vor dem Anpfiff lautstark: Da gab der 34 Jahre alte Hoffenheimer Rekordtorjäger Kramaric in einer kurzen Videobotschaft bekannt, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängert hat. Nur wenige Minuten später traf die „Club-Legende“ (Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker) zum 1:0 (8. Minute) - als hätte da jemand Regie geführt.
Chris Führich (20.) glich für den VfB aus, ehe Bazoumana Touré (24.) die Hoffenheimer wieder in Führung brachte. Vor 30.150 Zuschauern im ausverkauften Sinsheimer Stadion gelang dem kroatischen Nationalspieler Kramaric dann der zweite Treffer und sein 14. Saisontor (49.), ehe der eingewechselte Ermedin Demirovic noch auf 2:3 verkürzte (64.) - und Tomas doch noch für einen Punkt der Gäste sorgte (90.+6).
Rot für VfB-Kapitän Karazor
VfB-Kapitän Atakan Karazor sah noch die Rote Karte, nachdem er Fisnik Asllani in die Ferse getreten hatte (69.). Der österreichische TSG-Trainer Christian Ilzer hatte vor dem Duell der punktgleichen Königsklassen-Anwärter von einem „Endspielcharakter“ gesprochen. Fest steht jedenfalls, dass Platz vier die Champions-League-Teilnahme garantiert und sich die Hoffenheimer vor den beiden letzten Spieltagen einen Vorteil verspielt haben.
Nach dem zuletzt enttäuschenden 1:1 gegen Werder Bremen waren die Schwaben gefordert - zumal hinter der TSG und dem VfB noch Bayer Leverkusen drängelt. Dementsprechend giftig und auch offensiv gingen es beide Teams an. Nach einem Schussversuch von Asllani landete der Ball bei Kramaric, der freie Schussbahn hatte und das frühe 1:0 mit einem großen Luftsprung feierte.
Baumann sieht beim Ausgleich schlecht aus
Im Duell der beiden Nationaltorhüter Oliver Baumann und Alexander Nübel sah dann der Hoffenheimer Kapitän schlecht aus: Führich fand nach Doppelpass mit Ramon Hendriks aus spitzem Winkel die ganz schmale Lücke zwischen Baumann und dem Pfosten - der Ausgleich.
Aber auch Nübel musste in der aufregenden Startphase wieder hinter sich greifen: Den verdeckten Ball von Touré aus 15 Metern sah der VfB-Keeper zu spät, wieder führten die Gastgeber. Nur als Zuschauer erlebte dies Grischa Prömel mit: Hoffenheims Mittelfeldspieler, dem Abwanderungsgedanken gen Stuttgart nachgesagt werden, hatte sich zuvor eine Gelbsperre abgeholt und ersparte sich so die brisante Konstellation.
Hoffenheim trifft zweimal den Pfosten
Die Stuttgarter zeigten sich nach dem erneuten Rückstand etwas konsterniert. Hoffenheim blieb die druckvollere Mannschaft auch nach der Pause. Kramaric bedankte sich für ein Touré-Zuspiel mit dem 3:1 - und nahm die Gelbe Karte für das Trikotausziehen lächelnd hin.
Tim Lemperle hätte dann die Partie wohl frühzeitig zugunsten der Gastgeber entscheiden können, traf aber - wie später auch Albian Hajdari - nur den Posten. In ihrem 1000. Bundesliga-Auswärtsspiel kamen die Stuttgart durch einen Konter und den Demirovic-Treffer doch noch zurück. Am Ende sahen die Hoffenheimer fassungslos zu, wie Tomas jubelnd abdrehte.