Osnabrück  Sie hat den Tanztee schon vor Jahren in Osnabrück eingeführt

Thomas Wübker
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Von Thomas Wübker
| 18.04.2026 10:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Freiheit und die gute Laune schätzt Michaela De Giosa am Lindy Hop. Am Sonntag lädt sie wieder zum Teadance im Piesberger Gesellschaftshaus in Osnabrück. Foto: Thomas Wübker
Die Freiheit und die gute Laune schätzt Michaela De Giosa am Lindy Hop. Am Sonntag lädt sie wieder zum Teadance im Piesberger Gesellschaftshaus in Osnabrück. Foto: Thomas Wübker
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Lindy Hop ist ein Tanz, der in den 1930er Jahren in den USA entstand. Seit vielen Jahren tanzt Michaela De Giosa aus Osnabrück diesen Swing-Tanz und unterrichtet ihn auch.

In Osnabrück stürmen vor allem ältere Partygänger die Tanztees, die seit kurzem vor allem für großen Zulauf im Hyde Park sorgen. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein alter Hut. Michaela De Giosa macht das schon lange. Seit einigen Jahren organisiert sie im Piesberger Gesellschaftshaus in Osnabrück den sonntäglichen Teadance, wo einmal im Monat in gemütlicher und familiärer Atmosphäre Lindy Hop getanzt wird.

Geboren wurde Michaela De Giosa vor 48 Jahren in Neuwied. Schon als Kind war sie Mitglied von Tanzgruppen, mit denen sie an Wettbewerben wie Deutsche Meisterschaften teilgenommen hat. „Diese Wettbewerbe haben viel Spaß gemacht und ich bin auch ehrgeiziger geworden. Allerdings haben mir Niederlagen nie viel ausgemacht.“

Tanzen und Bewegung war von klein auf das Ding von Michaela De Giosa. Deswegen tanzte sie neben dem Leistungssport auch als Funkenmariechen beim Karneval.

Als Teenager zog sie die Tanzschuhe zunächst aus, nur um als 16-Jährige mit dem Northern Soul-Virus infiziert zu werden. Damit ist die britische Spielart der amerikanischen Soul-Musik gemeint. Der Sound von Amy Winehouse wurde maßgeblich davon beeinflusst. „Das hatte nichts mit Paartanz oder Wettbewerben zu tun. Das war nur für mich“, sagt sie.

2009 hat Michaela De Giosa dann in der Kleinen Freiheit in Osnabrück ein Paar gesehen, dass Lindy Hop-Elemente in den Tanz eingewoben hat. „Die gute Laune hat mir gefallen“, sagt die Frau, deren Lachen ebenfalls ansteckend ist.

Seit 17 Jahren widmet sich Michaela De Giosa dem Lindy Hop. Sie hat zunächst bei dem Tanzlehrer Tobias Karsten, dessen Tanzpartnerin sie heute ist, Unterricht in Solo Jazz Lindy Hop genommen. „Das war sehr motivierend und inspirierend.“ Anschließend hat sie sich auch international weitergebildet. Heute gibt sie selbst Unterricht. So wird vor jedem Teadance im Piesberger Gesellschaftshaus einen Schnupperkurs angeboten.

Die Lindy Hop-Tanzveranstaltungen im Piesberger Gesellschaftshaus organisiert sie seit zehn Jahren mit Uwe Meyer und Gerd Meyering. Mittlerweile arbeitet Michaela De Giosa dort auch in der Gastronomie. „Was mich immer noch am Lindy Hop begeistert, ist die Musik“, sagt sie. Die Leichtigkeit und Fröhlichkeit der Tänzer sind mitreißend, sagt sie weiter. „Aber auch das freie Bewegen und die Individualität sind wichtig.“ Dazu sei der Tanz für alle Altersklassen geeignet. Vorgegebene Tanzschritte oder Abläufe gibt es nicht.

Lindy Hop sei kein Leistungssport, so Michaela De Giosa. Zwar gibt es eine Szene in dem Film „Hellzapoppin‘“, die an Schnelligkeit und Virtuosität kaum zu übertreffen ist. „Aber wir sind entspannt“, sagt sie. Der Teadance in Osnabrück sei bekannt dafür, dass es gemütlich und familiär zugehe. Dafür sorge auch der Ort, der Saal des Piesberger Gesellschaftshauses, wo schon 150 Jahren Menschen zusammenkamen und feierten. Möglicherweise ist auch ihr zehnjähriger Sohn mitverantwortlich für die familiäre Stimmung. Ursprünglich sollten am Sonntag Lindy Hop-Kurse für Kinder und Teenager angeboten werden. Das wurde jedoch auf das Ende des Jahres verschoben.

Ein charakteristisches Merkmal der Lindy Hopper ist übrigens auch ihre Kleidung. Sie ist in dem Stil gehalten aus der Zeit, in der der Tanz entstanden ist. „Manche kleiden sich auch privat so“, erzählt Michaela De Giosa. Doch bei den Teadances herrsche kein Dresscode. „Jeder soll so kommen, wie er sich wohlfühlt.“ Und jeder kann so tanzen, wie er sich wohlfühlt.

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