Zeckensaison Zeckensaison in Deutschland geht los

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Von dpa
| 14.04.2026 05:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Holzbock kann Borrelien und FSME-Viren auf Mensch und Tier übertragen. Foto: Patrick Pleul
Der Holzbock kann Borrelien und FSME-Viren auf Mensch und Tier übertragen. Foto: Patrick Pleul
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Zecken gibt es überall in Deutschland, in Wäldern, Parks, Wiesen oder auf anderen Grünflächen. Wie viele Borreliose- und FSME-Fälle dieses Jahr bislang gemeldet wurden.

Mit den steigenden Temperaturen in Deutschland werden Zecken wieder aktiver. Dem Robert Koch-Institut (RKI) sind dieses Jahr bislang 918 Fälle von Lyme-Borreliose übermittelt worden (Stand: 13. April). Die meisten davon in Bayern (202), gefolgt von Sachsen (177), Sachsen-Anhalt (164) und Brandenburg (160). Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gab es dieses Jahr bislang elf, davon vier in Sachsen und vier in Baden-Württemberg sowie jeweils einen in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Vergangenes Jahr lagen die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau: Es wurden deutschlandweit im selben Zeitraum 951 Borreliose- und 12 FSME-Fälle gemeldet. 

So äußert sich Borreliose

Bei Borreliose verlaufen die meisten Infektionen unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, sind diese je nach befallener Körperregion – Haut, Gelenke, Nervensystem, Herz – vielfältig und selten eindeutig. Typisch ist die sogenannte Wanderröte, ein roter Ring, der sich meist um die Einstichstelle bildet und ausbreitet. Auch eine Schwellung und rötlich-violette Verfärbung der Haut können auf Borreliose hinweisen. Die Krankheit wird von Bakterien ausgelöst. Gegen diese gibt es keine Impfung. Borreliose kann aber insbesondere im Frühstadium mit Antibiotika behandelt werden. 

So äußert sich FSME

FSME ist viel seltener als Borreliose. Eine Erkrankung beginnt oft mit grippeartigen Symptomen und kann einen schweren Verlauf nehmen – etwa Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) informiert. In etwa einem Prozent der Fälle endet eine Erkrankung tödlich. FSME wird von Viren verursacht. Gegen die Erkrankung kann man sich impfen lassen.

Todesfälle und schwere Verläufe

2024 starben 24 Menschen an den Folgen eines Zeckenstichs, wie es in einer aktuellen Mitteilung des Statistischen Bundesamtes heißt. 15 Menschen hatten Borreliose, 9 FSME.

Im Krankenhaus behandelt werden mussten wegen Borreliose rund 4.830 Menschen. Das sei weniger als im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2024, in denen es im Schnitt knapp 6.270 waren. Wegen FSME wurden 2024 knapp 850 Menschen im Krankenhaus behandelt - deutlich mehr als im Schnitt der Jahre 2004 bis 2024 mit durchschnittlich 490 Betroffenen.

Die FSME-Impfung

Laut BIÖG ist eine Impfung zum Start der Zeckensaison sinnvoll. Bereits 14 Tage nach der zweiten Impfung bestehe bei den meisten Geimpften ein Schutz, der für die laufende Saison ausreichend sei. Empfohlen wird die Impfung Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet leben und Zecken potenziell ausgesetzt sind oder in ein entsprechendes Gebiet reisen, auch außerhalb Deutschlands. Außerdem gilt die Empfehlung für bestimmte berufliche Gruppen, etwa aus der Forst- oder Landwirtschaft.

Das sind die Risikogebiete

Vor allem Baden-Württemberg, Bayern, das südliche Hessen, das südöstliche Thüringen, Sachsen und das südöstliche Brandenburg sind FSME-Risikogebiete. Hinzu kommen einzelne Kreise in fünf weiteren Bundesländern, die betroffen sind. Nach Angaben des BIÖG wächst die Zahl der Risikogebiete weiter. Dieses Jahr sind ein Gebiet in Sachsen und eines in Sachsen-Anhalt hinzugekommen.

Diese Zeckenarten gibt es in Deutschland

In Deutschland gibt es laut RKI mindestens 19 Arten von Schildzecken. Für die Übertragung unter anderem von Lyme-Borrelien und FSME-Viren verantwortlich ist vor allem die häufigste: der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Nicht jede Zecke trägt die Erreger in sich. Bei Borreliose sind je nach Areal 5 bis 50 Prozent der Zecken infiziert, wie Dania Richter vom Institut für Geoökologie an der Technischen Universität Braunschweig einmal erklärte.

Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sollte die Zecke laut RKI möglichst bald herausgezogen werden. „Hierzu greift man die Zecke mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche, also an ihren Mundwerkzeugen (niemals am vollgesogenen Körper!) und zieht sie langsam aus der Haut.“ Die Zecke dürfe auf keinen Fall vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Anschließend empfiehlt das RKI eine Desinfektion der Wunde. Notfalls solle die Zecke etwa mit dem Fingernagel entfernt werden.

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