Osnabrück  Osnabrücker Experte rechnet vor: Mit diesen Kosten muss man bei der Hühnerhaltung rechnen

Janis Sophie Grosser
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Von Janis Sophie Grosser
| 05.04.2026 10:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Michael Schratz lässt seine Zwerghühner regelmäßig im Garten laufen. Foto: Heike Fritsch
Michael Schratz lässt seine Zwerghühner regelmäßig im Garten laufen. Foto: Heike Fritsch
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In Osnabrück nennt RGZV-Vorsitzender Michael Schratz konkrete Kosten von Stall bis Impfpflicht für Hühner. Auch Anmeldung und Vereine können die Kosten beeinflussen.

Die Haltung von Hühnern im heimischen Garten wird immer beliebter. Doch bevor man sich die gefiederten Freunde anschafft, stellt sich eine wichtige Frage: Was kostet das eigentlich alles? Michael Schratz, seit rund 25 Jahren Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Osnabrück (RGZV), gibt Einblicke und schlüsselt die einzelnen Kostenfaktoren auf.

Seine klare Ansicht vorweg: Wer sich anstellt, um zehn oder 20 Euro für seine Tiere auszugeben, sollte von der Haltung absehen, denn man übernimmt eine Verantwortung. Wer sich dieser Verantwortung jedoch bewusst ist, wird feststellen, dass Hühner im Vergleich zu anderen Haustieren wie Hunden oder Katzen recht überschaubare Ausgaben mit sich bringen.

Die Anschaffung der Hühner selbst reißt kein großes Loch in die Haushaltskasse. Bei einem Züchter oder Händler zahlt man für ein Huhn im Schnitt 15 bis 20 Euro. Teilweise werden Tiere mit leichten optischen Mängeln sogar schon für zehn Euro abgegeben. Wer später eine Glucke hat, kann sich Küken durch Naturbrut sogar völlig kostenlos selbst nachziehen.

Die Kosten für den Stall lassen sich am schwersten beziffern, da die Spanne von wenigen Hundert bis zu mehreren Tausend Euro reicht. Der Preis hängt stark davon ab, ob man fünf oder 20 Hühner halten möchte. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich ein kleines Abteil in einem bestehenden Geräteschuppen ausbauen oder einen kleinen Stall auf Pfählen für ein paar Hundert Euro selbst errichten. Nach oben hin sind jedoch keine Grenzen gesetzt – maßgefertigte, doppelwandige Ställe mit Thermopenfenstern (wärmedämmende Fenster mit einer Mehrscheiben-Isolierverglasung) kosten entsprechend mehr.

Die tägliche Wasserversorgung kostet quasi nichts. Für das Futter, meist eine Mischung aus Körnerfutter und Legemehl oder Pellets, müssen Halter mit etwa 20 Euro für einen halben Zentner (25 kg) rechnen. Zwerghühner verbrauchen hierbei natürlich deutlich weniger als große, schwere Rassen.

Bei der Grundausstattung benötigt man Futerrinnen und spezielle Tränken. Aus Hygienegründen und wegen aktueller Veterinäramtsvorschriften darf nur noch im Stall aus geschlossenen Gefäßen, wie etwa einer Kunststoff-Kuppeltränke, getränkt werden. Ausrangierte, offene Töpfe haben im Auslauf nichts zu suchen. Diese jeweiligen Ausstattungsteile sind bereits für unter 20 Euro erhältlich.

Jeder Hühnerhalter ist gesetzlich dazu verpflichtet, seine Tiere beim Veterinäramt und der Tierseuchenkasse anzumelden. Die Kosten hierfür betragen 12,50 Euro im Jahr für bis zu 250 Tiere. Zudem gibt es eine strenge gesetzliche Impfpflicht – beispielsweise gegen die aktuell akute Newcastle-Krankheit.

Ein privater Tierarztbesuch kann hierfür schnell teuer werden. Viel günstiger wird es durch die Mitgliedschaft in einem Verein wie dem RGZV Osnabrück: Hier liegt der Jahresbeitrag bei 15 Euro. Die gemeinschaftlichen Impfungen, die über den Verein und einen betreuenden Tierarzt bezogen werden, schlagen derzeit mit nur rund 10 Euro pro Jahr zu Buche.

Auch wenn Hühner selten krank werden, sollte man für eventuelle Tierarztbesuche finanzielle Rücklagen bilden. Wer Küken per Kunstbrut großziehen möchte, muss zudem in Brutgeräte investieren. Kleine Brutkästen für den Hausgebrauch gibt es schon für 50 bis 60 Euro, vollautomatische Profi-Brüter kosten hingegen über 1.000 Euro. Für die Kükenaufzucht wird zudem eine Wärmelampe (Dunkelstrahler) benötigt, die bei rund 20 Euro liegt.

Weitere Extras wie eine elektrisch gesteuerte Stallklappe oder ein Kamerasystem zur Überwachung und Sicherheit der Tiere können ebenfalls nützlich sein, sind aber keineswegs vonnöten.

Die laufenden Kosten bei der Hühnerhaltung relativieren sich schnell, denn Michael Schratz ist sich sicher: „Ich glaube sogar, dass Hühner was einbringen.“ Rechnet man die Erträge gegen, wird die Haltung sehr lukrativ:

Wer sich für dieses tierische Hobby entscheidet, bekommt also nicht nur viel Freude und Natur in den eigenen Garten, sondern profitiert auch ganz praktisch von den (überwiegend) leckeren Endprodukten.

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