Osnabrück  Kriminalstatistik 2025 für Osnabrück: Weniger Diebstahl, immer mehr Straftäter unter 14

Jakob Rüter
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Von Jakob Rüter
| 02.04.2026 17:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Polizeiinspektion in Osnabrück hat ihre Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Foto: Tobias Saalschmidt
Die Polizeiinspektion in Osnabrück hat ihre Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Foto: Tobias Saalschmidt
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Die neue Kriminalstatistik für Osnabrück Stadt und Landkreis ist da. Die gute Nachricht: Die Polizeiinspektion konnte mehr Fälle aufklären. Doch immer jüngere Täter und vermehrt Messerangriffe geben Anlass zur Sorge.

Die Polizeiinspektion Osnabrück hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Es wurden insgesamt 32.191 Straftaten in Stadt und Landkreis registriert. Damit sind die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr (31.935) ein wenig angestiegen, bleiben jedoch auf ähnlichem Niveau. „Mit 63,47 Prozent haben wir die höchste Aufklärungsquote der vergangenen zehn Jahre“, sagt Hendrik Fuest, stellvertretender Leiter des Zentralen Kriminaldienstes in Osnabrück.

Im vergangenen Jahr wurden laut Polizei insgesamt 7827 Menschen Opfer von Straftaten, was einen Höchststand der vergangenen zehn Jahre darstellt. 56,7 Prozent der Betroffenen sind Männer. Für 2025 haben die Behörden 14731 Tatverdächtige erfasst, das ist eine leichte Steigerung. Insgesamt gab es 2,56 Prozent mehr männliche Tatverdächtige und 8,31 Prozent mehr weibliche als im Vorjahr.

37,80 Prozent der Tatverdächtigen sind laut Polizei Nichtdeutsche. 5,7 Prozent aller Tatverdächtigen haben den Status: Geflüchtete, weniger als im Vorjahr. Wobei ausländerrechtliche Verstöße nicht berücksichtigt wurden.

Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren sank zwar insgesamt auf 20,47 Prozent, doch bei den unter 14-Jährigen stieg er. Es gab ganze 645 Tatverdächtige unter 14 Jahren, was 29 mehr sind als im Vorjahr und fast genau doppelt so viele wie noch 2016. Neben Körperverletzung und Diebstahl ist vor allem die Verbreitung pornographischer Schriften laut Fuest stark angestiegen.

„Viele Kinder haben bereits in der Grundschule ein Smartphone“, sagt Polizeiinspektionsleiter Oliver Voges. Schnell landeten daher Fotos und Texte zum Beispiel in Klassenchats oder auf sozialen Medien. Er sehe zunehmend nicht nur die Schulen, sondern vielmehr die Eltern in der Pflicht, mehr Aufklärung zu leisten.

Im Bereich der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit bearbeitete die Polizei 5420 Fälle, von denen 87,9 Prozent aufgeklärt werden konnten. Es gab weniger Raubdelikte, aber mehr Bedrohungen.

Mit Sorge blickt die Polizei laut Fuest auf die Zahl der Messerangriffe, die im vergangenen Jahr bei 150 Fällen lag (Vorjahr: 129). In nur 28 Prozent dieser Taten seien jedoch Personen verletzt worden. Todesfälle gab es keine. Ein Großteil der Delikte stehe im Zusammenhang mit Bedrohungen.

Die häusliche Gewalt erreichte mit 1742 Fällen einen neuen Höchststand in Stadt und Landkreis. Die Anzahl der Opfer stieg auf 1741 Personen an, wobei der Anteil weiblicher Opfer bei rund 70 Prozent liegt (1218 Frauen, 523 Männer). „Wir haben in den vergangenen Jahren viel für das Thema sensibilisiert, was den Anstieg mitbegründet. Es ist dennoch unsere Aufgabe, rauszufinden, ob die Zahl tatsächlich wächst“, sagt Voges. Das spanische Modell der Fußfessel zur Ortung von Straftätern im Bereich häuslicher Gewalt hält Voges für die Zukunft als „probates Mittel“, wenn die rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind.

Ein deutlicher Rückgang ist bei Diebstahldelikten zu verzeichnen, die nun 32,8 Prozent der Gesamtkriminalität ausmachen. Insbesondere die Zahl der Fahrraddiebstähle sank signifikant auf 1394 Fälle (2023: 2142). Bei den Straftaten gegen das Leben verzeichnete die Polizei mit 12 Fällen (6 vollendet, 6 versucht) den niedrigsten Wert im Zehnjahresvergleich und konnte 10 von 12 aufklären.

Auch die Polizei selbst ist nicht sicher: „Fast jeden Tag erleben unsere Einsatzkräfte Widerstand“, berichtet Voges. In 313 Fällen hatten Einsatzkräfte laut Kriminalstatistik im Jahr 2025 mit Widerstand zu kämpfen. Viele Täter seien alkoholisiert. In 12 Fällen kam es zu Gewalt gegen Rettungskräfte.

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