Neu im Kino Vom Pilzkönigreich ins All - „Der Super Mario Galaxy Film“
Über eine Milliarde Euro spielte Teil eins ein, nun folgt das nächste Abenteuer. Im Interview in Kyoto geben die Macher von „Super Mario“ Einblicke, was Fans in der Fortsetzung des Kino-Hits erwartet.
Die bekanntesten Klempnerbrüder der Popkultur kehren auf die Leinwand zurück - und heben ab. Im neuen Animationsstreifen „Der Super Mario Galaxy Film“, der jetzt in die deutschen Kinos kommt, begeben sich Nintendos ikonische Helden Mario und Luigi zusammen mit alten und neuen Gefährten vom Pilzkönigreich aus auf eine atemberaubende Reise in die Weiten des Weltraums.
Erster Film war riesiger Erfolg
Der computeranimierte Abenteuerfilm ist die Fortsetzung zum Kinostreifen „Der Super Mario Bros. Film“ aus dem Jahr 2023, der auf Nintendos berühmter Figur Super Mario basiert und von den gleichnamigen Videospielen „Super Mario Galaxy“ und „Super Mario Galaxy 2“ inspiriert ist. Der Film war ein riesiger Erfolg, spielte weltweit über 1,3 Milliarden Euro ein und gilt als erfolgreichste Videospielverfilmung weltweit.
Nach diesem Megaerfolg geht es den Produzenten - Nintendos legendärem Videospiele-Entwickler Shigeru Miyamoto und Chris Meledandri von Illumination Entertainment - in dem intergalaktischen Abenteuer neben viel Action und jeder Menge Humor auch um tiefere Emotionen.
Mario und Luigi vor neuer Bedrohung
Während Mario und Luigi sich im Pilzkönigreich nützlich machen und Prinzessin Peach zur Seite stehen, sehen sie sich an Peachs Geburtstag plötzlich einer neuen Bedrohung gegenüber: Bowser Jr., Sohn von Bowser. Letzterer war im Vorgängerfilm von Mario und Luigi besiegt worden und geschrumpft.
Bowser Jr. will seinen Vater nun aus seiner Gefangenschaft befreien. Hinzu kommt ein zweites Thema, das im Zentrum des neuen Animationsfilms steht: „Peach versucht herauszufinden, was ihre Wurzeln sind“, verrät Miyamoto im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Kyoto.
Gerade haben sich Mario und Luigi im Pilzkönigreich eingelebt, wo sie Peach zur Seite stehen, Alltagsprobleme anpacken und nebenbei versuchen, Bowser auf den Pfad der Tugend zu führen, als sie plötzlich ein mysteriöser Hilferuf erreicht, der auf die unerforschte Vergangenheit der Prinzessin hinweist.
Abenteuerreise durch die Galaxie
Zusammen mit alten und neuen Gefährten wie Fan-Liebling Yoshi reisen die mutigen Klempnerbrüder daraufhin quer durch die Galaxie, um Bowser Juniors finstere Pläne zu durchkreuzen - und Rosalina zu retten. Sie wacht über das Universum und ist die Adoptivmutter von sternenartigen Wesen, den Luma. Gamer fragen sich schon seit rund zwei Jahrzehnten, in welcher Beziehung Peach zu Rosalina steht, die erstmals im Spiel „Super Mario Galaxy“ auftauchte.
Besonders die tieferen Emotionen, die mit der Figur Rosalina verbunden seien, hätten es ihm angetan, erzählt Filmproduzent Meledandri im gemeinsamen dpa-Gespräch in Kyoto. „Es war für mich sehr faszinierend, diese Tür zu durchschreiten, weil wir immer versuchen, Wege zu finden, um den Charakteren und ihren Beziehungen Tiefe zu verleihen“, fügt der Amerikaner hinzu.
Fans spekulieren über das Verhältnis von Peach und Rosalina
Als Nintendo das Videospiel „Super Mario Galaxy“ 2007 für seine TV-Konsole Wii herausbrachte, spekulierten viele Fans, dass zwischen Peach und Rosalina eine familiäre Verbindung bestehe. Schließlich sehen sie sich mit ihren blonden Haaren und blauen Augen bemerkenswert ähnlich. Es gibt eine Szene im Vorgängerfilm, in der Peach Mario erzählt, dass ihre früheste Erinnerung die Ankunft im Pilz-Königreich sei. In einer Rückblende sehen wir, wie sie als Baby von den Toads aufgenommen und später zu ihrer Prinzessin gekürt wurde.
Als Mario sagt, vielleicht komme sie ja aus seiner Welt, der Welt der Menschen, sinniert Peach, dass es „da draußen ein riesiges Universum mit vielen Galaxien“ gebe - was natürlich sofort die Spekulationen unter den Fans anheizte, Peach und Rosalina könnten Schwestern oder Mutter und Tochter sein. Allein die Hoffnung auf Antwort auf diese Frage dürfte Fans ins Kino treiben.
Ein großer Spaß - nicht nur für Gamer
Daneben gibt es noch jede Menge weitere Anspielungen auf Figuren der verschiedenen Nintendo-Games. Auf die Frage, wie viele dieser Anspielungen es in dem Film denn gäbe, sagt Miyamoto lächelnd, dass er für diese Antwort die Hilfe der Zuschauerinnen und Zuschauer brauche.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass diese die vielen Videospiele und darin vorkommenden Charaktere kennen. Doch auch wer nicht so bewandert ist, wird im Kino auf seinen Spaß kommen: „Während auf einem Teil der Leinwand das eine passiert, spielt sich auf einem anderen Teil etwas ganz anderes ab“, erzählt der Japaner.
„Ich denke, größtenteils spielen die Charaktere, die auftauchen, ähnliche Rollen wie in den Videospielen. Aber es gibt einen unerwarteten Charakter, der die Leute überraschen wird, wenn sie den Film schauen, und ich denke, auf ihn sollten sie in jedem Fall achten“, fügt Miyamoto hinzu. Und drückt zugleich seine Begeisterung über die „überragende Qualität, die Illumination hier zum Leben erweckt hat“, aus.
„Geheimwaffe“ Miyamoto
Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Miyamoto sei für ihn und sein Team bei der gemeinsamen Arbeit eine „ganz besondere Geheimwaffe“, erzählt Illumination-Chef Meledandri. „Ich bin fest davon überzeugt, dass, wenn es einen Moment im Film gibt, der Miyamoto-san gefällt, er auch dem Publikum gefallen wird. Für mich ist es daher fast wie Schummeln, weil ich Miyamoto-sans Reaktionen während der gesamten Dreharbeiten beobachten kann“, erzählt der amerikanische Filmproduzent.
„Das heißt nicht, dass wir nicht auch mal über bestimmte Dinge intensiv diskutieren, aber letztendlich ist es ein Privileg, denjenigen als Partner zu haben, der diese Charaktere erschaffen hat und sie besser kennt als jeder andere im Universum“, fügt Meledandri hinzu. Bevor dieser am Ende mit einem Augenzwinkern noch wissen lässt: „Und was Mario betrifft, hatte ich während der Entstehung und Produktion dieses Films wirklich das Gefühl, dass wir noch mehr Mario-Filme machen können“.