Osnabrück Erfahrene Ratsmitglieder hören auf: Generationswechsel bei der CDU in Osnabrück
In der CDU-Fraktion im Osnabrücker Stadtrat bahnt sich ein Generationswechsel an. Auf der Kandidatenliste zur Kommunalwahl am 13. September 2026 fehlen die Namen altgedienter Kommunalpolitikerinnen und -politiker. Wer kommt, wer geht.
Er war über viele Jahre die prägende Gestalt in der Osnabrücker CDU: Fritz Brickwedde. Der 77-jährige ehemalige Vorsitzende von Partei und Fraktion kandidiert nicht wieder für einen Sitz im neuen Stadtrat. Sein Name fehlt auf der Liste, über die der Stadtverband jetzt abgestimmt hat.
Auch eine andere verdiente Kommunalpolitikerin zieht sich zurück. Anette Meyer zu Strohen gehört seit 1996 – also seit 30 Jahren – dem Stadtrat an. Sie ist zusammen mit Michael Hagedorn (Grüne) und Thomas Thiele (FDP) dienstältestes Mitglied des Rates.
Mit der nun beschlossenen Liste gehe die CDU Osnabrück „mit einem breit aufgestellten Team“ in den Kommunalwahlkampf, teilte CDU-Vorsitzende Verena Kämmerling mit. Insgesamt umfasst die Liste 80 Kandidierende aus unterschiedlichen Altersgruppen, Berufen und gesellschaftlichen Bereichen. Das Durchschnittsalter liegt nach Angaben der CDU bei rund 49 Jahren, die Altersspanne reicht von der jüngsten Kandidatin mit 18 Jahren bis zum ältesten Bewerber mit 82 Jahren.
„Mit dieser Liste gehen wir stark und geschlossen in den Kommunalwahlkampf. Wir haben damit den Grundstein für einen Generationswechsel in der künftigen Stadtratsfraktion gelegt“, wird Kämmerling in einer Mitteilung zitiert. „Unser Team verbindet Erfahrung mit frischen Ideen. Wir haben Kandidatinnen und Kandidaten aus vielen Lebensbereichen und Generationen, die sich besonders durch Fachkompetenzen auszeichnen.“
Kämmerling hebt den „Mix aus Erfahrung und Nachwuchs“ hervor. Neben Persönlichkeiten mit langjährigen kommunalpolitischen Erfahrungen wie Brigitte Neumann und Claudia Schiller treten zahlreiche jüngere Kandidatinnen und Kandidaten an, darunter mehrere, deren Alter bei unter 30 Jahren liegt.
Gleichzeitig spiegele die Liste mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Handwerk, Bildung, Verwaltung, Landwirtschaft und weiteren Berufsgruppen ein breites gesellschaftliches Spektrum wider. Besonders stark vertreten seien Fachleute aus Wirtschaft, Finanzen und Bildung.
Die Stadt ist seit Jahren bemüht, Menschen mit Migrationshintergrund für die Kommunalpolitik zu gewinnen. Die CDU weist darauf hin, dass rund 15 Prozent ihrer Kandidatinnen und Kandidaten einen unmittelbaren Migrationshintergrund haben. Martin Sapich (Polen), Ayse Cindilkaya (Türkei), Kerstin Kritzler (Estland) und Laura Felfeli-Stumpe (Libanon) stehen auf aussichtsreichen Listenplätzen.
Zudem stellten Frauen rund 35 Prozent der gesamten Liste und seien insbesondere auf den vorderen Plätzen der Wahlbereiche deutlich vertreten.