Osnabrück  Schlafmediziner aus Osnabrück erklärt: Diese Fehler verschärfen Schlafprobleme

Sebastian Stricker
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Von Sebastian Stricker
| 27.03.2026 10:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Schlafstörungen und die oft daraus folgende Tagesmüdigkeit können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Foto: Imago/McPhoto
Schlafstörungen und die oft daraus folgende Tagesmüdigkeit können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Foto: Imago/McPhoto
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Die Zeitumstellung kostet viele Menschen Schlaf. Facharzt Matthias Boentert vom Klinikum Osnabrück erklärt, warum selbst gemachter Druck das Einschlafen allgemein erschwert – und welche einfachen Maßnahmen wirklich helfen.

An diesem Wochenende ist Zeitumstellung. Um 2 Uhr in der Nacht zu Sonntag, 29. März, rücken die Zeiger um eine Stunde vor. Das kann den gewohnten Schlafrhythmus stören. Professor Matthias Boentert vom Klinikum Osnabrück erklärt, wie Menschen besser zur Ruhe finden.

Boentert ist Facharzt für Neurologie und Schlafmediziner. In einer Mitteilung des städtischen Krankenhauses warnt er: „Chronisch schlechter oder unzureichender Schlaf ist für Körper und Seele ungesund.“

Laut dem Mediziner steigt dadurch die Gefahr von Unfällen, Infekten oder psychischen Erkrankungen. Wer nachts keine Erholung finde, leide am Folgetag oft an Konzentrationsmangel, sei reizbar und angespannt.

Oft halten falsche Verhaltensmuster die Schlaflosigkeit aufrecht. Besonders kritisch sieht Boentert die ständige Kontrolle der Uhrzeit während der Nacht. „Der Blick auf den Wecker ist häufig ein Schuss, der nach hinten losgeht.“ Denn dieser selbst gemachte Druck verhindere das Einschlafen zusätzlich.

Auch rät Boentert als Leiter des neuen Departments für Schlafmedizin am Klinikum Osnabrück davon ab, den Schlaf mit smarten Uhren und Ringen zu überwachen. Gerade bei Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit könne es das Problem verstärken.

Anstelle von Medikamenten empfiehlt der Experte Veränderungen im Alltag. Klassische Schlafmittel sollten laut Boentert „so wenig und so kurz wie möglich“ zum Einsatz kommen. Er rät dazu, Fernseher und Smartphones bereits eine halbe Stunde vor dem Schlafen auszuschalten. Bewegung an der frischen Luft und der Verzicht auf einen späten Mittagsschlaf fördern den natürlichen Schlafdruck am Abend.

Sollten diese Maßnahmen nicht helfen, ist laut Mitteilung der Gang zum Arzt ratsam. Erste Anlaufstelle bleibe die Hausarztpraxis, die bei Bedarf an Spezialisten im Schlaflabor überweist.

Boentert plädiert dafür, dass Mediziner beim Thema Schlaf eine „umfassende Perspektive auf Körper, Psyche und Lebensumfeld“ einnehmen. Nur so ließen sich die individuellen Ursachen für die nächtliche Unruhe dauerhaft beheben.

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