Osnabrück  Hühner im eigenen Garten: Auf diese zehn Dinge sollten Sie vorbereitet sein

Janis Sophie Grosser
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Von Janis Sophie Grosser
| 28.03.2026 11:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Huhn im eigenen Garten? Darauf kommt es an. Foto: IMAGO/P.Nowack
Ein Huhn im eigenen Garten? Darauf kommt es an. Foto: IMAGO/P.Nowack
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Der Traum vom eigenen Frühstücksei hat seinen Preis. Wer Hühner hält, muss Impfpflicht, Fütterung und Nachbarn im Blick haben. Dinge, die zu beachten sind.

Eier aus dem eigenen Garten werden für immer mehr Menschen attraktiv. Doch bevor das erste Federvieh einziehen kann, gibt es einige wichtige Grundlagen zu beachten. Gregor Bextermöller, Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter Osnabrück e.V. und erfahrener Hühner-Experte, weiß genau, worauf es bei der artgerechten und rechtlich sicheren Hühnerhaltung ankommt.

Auf diese zehn Dinge sollten Sie vorbereitet sein, wenn Sie Hühner in Ihrem Garten halten möchten:

Wer glaubt, Hühnerhaltung sei ein durchweg günstiges Hobby, sollte die initialen Kosten bedenken. Bextermöller warnt davor, die Ausgaben zu unterschätzen: „Ein Stall ist mit 1000 bis 2000 Euro anzusetzen. Hinzu kommt der Zaun, der auch schnell 500 bis 1000 Euro verschlingen kann.“

Auch bei der privaten Haltung kommen Sie um etwas Bürokratie nicht herum. Bextermöller betont, „dass die Tiere beim zuständigen Veterinäramt angemeldet werden müssen, wo für die Tierseuchenkasse eine Registriernummer vergeben wird“. Die Kosten dafür sind überschaubar: „Der Tierseuchenbetrag beträgt zurzeit in Niedersachsen 12,50 Euro pro Jahr. Dieser Vorgang ist für jeden Hühnerhalter gesetzlich vorgeschrieben.“ Wer dies versäumt, riskiert ein Bußgeld.

Die Gesundheit der Hühner muss geschützt werden. Der Experte weist darauf hin, „dass die Tiere alle sechs Wochen gegen die Newcastle-Krankheit geimpft werden müssen“. Um das in der Praxis leichter umzusetzen, hat Bextermöller einen klaren Tipp: Mitglied eines Rassegeflügelzuchtvereins werden. Dort erhalte man zudem weitere „notwendige Tipps für eine artgerechte Hühnerhaltung“.

Ein häufiger Anfängerfehler betrifft die Fütterung. Um die eigenen Hühner vor ansteckenden Krankheiten zu bewahren, erklärt Bextermöller: „Futtertröge und Tränken haben nichts in der Hühnerweide zu suchen, damit gerade in Zeiten der Vogelgrippe (auch Geflügelpest genannt) und der ausgebrochenen Newcastle-Krankheit kein Eintrag des Virus durch Wildvögel erfolgen kann.“

Damit die Hühner gesund bleiben, spielt die Beschaffenheit ihres Zuhauses eine große Rolle. „Die Ställe sollen hell und zudem gut belüftet sein, damit ein gutes Stallklima vorhanden ist“, sagt Bextermöller. „Das trägt maßgeblich zur Gesundheit der Tiere bei.“ Zusätzlich sollte bei der Konstruktion auf Dachpappe verzichtet werden, da sich dort gerne die Rote Vogelmilbe einniste, die auch bei Menschen und Säugetieren eine sogenannte Vogelhalterkrätze auslösen kann.

Hühner brauchen einen weichen Boden, idealerweise aus Heu, Stroh oder Sägespänen. Zum Schlafen benötigen sie Sitzstangen, die am besten im oberen Drittel des Stalls angebracht werden. Damit Sie auch Eier finden, sollten Legeboxen bereitstehen – pro fünf Hennen empfiehlt sich mindestens eine Box, insgesamt jedoch nie weniger als zwei.

Je mehr Platz Hühner haben, desto besser. Kalkulieren Sie mindestens drei Quadratmeter pro Huhn ein. Noch besser sind bis zu 20 Quadratmeter pro Tier, da so auch die Grasnarbe geschont wird. Wenn Sie im Auslauf Büsche oder Sträucher pflanzen, bieten Sie den Hühnern wertvolle Versteckmöglichkeiten und Sonnenschutz.

Mit einer Hühnerklappe können die Tiere selbstständig ins Freie und wieder zurück gelangen. Sie müssen jedoch unbedingt darauf achten, diese Klappe vor Einbruch der Dunkelheit zu verschließen, da andernfalls Füchse oder sonstige Wildtiere leichtes Spiel haben.

Hühner, insbesondere Hähne, machen Geräusche. Bextermöller rät zur Kommunikation: „Die Problematik mit den Geräuschen, vor allem wenn ein Hahn dabei ist, muss jeder Hühnerhalter mit den Nachbarn austesten.“ Um Konflikte am frühen Morgen zu vermeiden, fügt er hinzu: „Wichtig dabei ist, dass die Tiere den Stall am Morgen nicht so extrem früh verlassen können.“

In reinen Wohngebieten kann es baurechtlich kompliziert werden. Häufig lassen sich Probleme mit dem Bauamt umgehen, wenn Sie den Bestand auf maximal vier Hennen (und eventuell einen Hahn) begrenzen. Sollte eine Baugenehmigung für einen festen Stall abgelehnt werden, ist ein mobiler Hühnerstall auf Rollen eine gute Alternative, da dieser nicht als feststehendes Element gilt.

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