Osnabrück  Popsalon 2026 in Osnabrücker Clubs: Neue Konzertorte, bewährtes Prinzip

Ralf Döring
|
Von Ralf Döring
| 25.03.2026 16:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Letztes Jahr gastierte der Popsalon erstmals in der Botschaft – unter anderem mit Wavyboi. Foto: Lauren Rote
Letztes Jahr gastierte der Popsalon erstmals in der Botschaft – unter anderem mit Wavyboi. Foto: Lauren Rote
Artikel teilen:

Zum 14. Mal findet in diesem Jahr vom 15. bis 18. April das Osnabrücker Clubfestival Popsalon statt. Dabei bleibt vieles, wie es war – natürlich ist die Botschaft wieder Austragungsort, und der Bastard Club ist am neuen Standort wieder dabei. Aber es gibt auch Neuigkeiten.

Los geht es diesmal bereits am Mittwoch, 15. April, und da gibt es was auf die Ohren: Drangsal, die Band um den Sänger Max Gruber eröffnet den Popsalon 2026 mit ihrer Mischung aus Punk, Indie und deutschen Texten am Vorabend des eigentlichen Festivals in der Botschaft. Dabei geht Guido Remmert, Macher des Popsalons und Chef der Agentur Zukunftsmusik, von einem vollen Haus aus.

Natürlich ist die Botschaft ein Hauptspielort des Popsalons. Am Donnerstagabend gastiert dort die irische Indierock-Band Somebody‘s Child um den Sänger Cian Godfrey, am Freitag, 17. April gibt es um 20 Uhr Elektronisches von Christian Löffler und um 23.30 Uhr Bläser und viel Power vom belgischen Sextett Naft. Am Samstag bringen um 20 Uhr OK Kid ihren Mix aus Hiphop und Indie in die Botschaft, und zum Abschluss gibt es Frauenpower-Punk und -Indie von der walisischen Band Panic Shack.

Schon beim Popsalon 2025 war klar: Durch die – damals noch ganz neue – Botschaft und die über Jahre bewährte Kleine Freiheit hat der Popsalon ein neues Gravitationszentrum. Das betont Remmert dieses Jahr durch einen weiteren Aszendenten, nämlich die Friedenskirche.

Dabei hat Remmert darauf geachtet, das Programm auf die Atmosphäre der jeweiligen Locations abzustimmen. Dementsprechend geht es in der Friedenskirche eher ruhig und intim zu. Zum Beispiel mit dem Multiinstrumentalisten und Songwriter Finnegan Tui am Donnerstag, 16. April, um 21 Uhr. Oder mit dem österreichischen Schauspieler und Musiker Robert Stadlober, der am Samstag, 18. April, um 21.30 Uhr Texte von Kurt Tucholsky rezitiert, aber auch zu Songs verarbeitet hat, bei denen er sich selbst an Klavier oder Gitarre begleitet.

Eine weitere neue Station auf der musikalischen Stadterkundung ist der Bastard Club. Wie bekannt, musste der Laden an der Buerschen Straße ja letztes Jahr schließen, hat aber in der Skater-Hall ein neues Domizil gefunden. Das bindet der Popsalon in seinen Stadtplan ein, unter anderem mit Crimson Bloom und Punchbag und am Samstag mit Snake Eyes und Frisch Blondiert, einem Osnabrücker Trio irgendwo zwischen „Trance und Trash“, wie die Band sich selbst beschreibt.

Der Gegenpol zum Zentrum an der Dammstraße bildet traditionell das Heger-Tor-Viertel mit Lagerhalle und Haus der Jugend. Dort bringt zum Beispiel Valentino Vivace am Freitag um 21 Uhr Italo-Pop auf die Bühne, ernsthaft, charmant und ohne Klamauk, oder am Samstag um 22 Uhr die Band Soft Loft um die Schweizer Sängerin Jorina Stamm ihren Indiepop.

In der Lagerhalle startet der Popsalon am Donnerstag, 16. April, um 21 Uhr mit dem Singer-Songwriter Herbst und seinen intim-verletzlichen Songs, gefolgt von den belgischen Tanz-Elektronikern Tukan. Ein bisschen melancholisch geht es am Freitag mit Liska weiter, gefolgt vom Rock der drei Frauen von Lovehead aus Österreich. Gringo Mayer bringt eingängigen Rock mit deutschen Texten (Samstag, 20 Uhr), Mên An Tol benennt sich nicht nur nach einer jahrtausendealten Megalith-Formation in Cornwall, sondern führt mit ihrem Indie-Folk auch mitten hinein in die hitzige Atmosphäre eines englischen Pubs (Samstag, 22 Uhr).

Ein Hauptort bleibt dabei naturgemäß die Botschaft: Dort rechnet Remmert zum Festivalstart mit Drangsal mit einem ausverkauften Haus und an den anderen Tagen mit 400 bis 500 Gästen. Gleichzeitig bietet der Popsalon in diesem Jahr einen Service für die Besucher, die an bestimmten Musikrichtungen interessiert sind: Wer bestimmte Stile bevorzugt, findet alles in einem Areal. So steht der Samstagabend in der Kleinen Freiheit unter dem Vorzeichen deftiger Gitarrensounds, zum Beispiel mit den Heavy Lungs aus Großbritannien, was im Anschluss Panic Shack in der Botschaft weiterführen.

Andererseits: Der Reiz des Popsalons entsteht ja aus der Abwechslung und der Vielfalt. Und statt vor einem vollen Club vergeblich auf Einlass zu warten, ist es doch allemal besser, in den Shuttlebus zu steigen, einmal quer durch die Stadt zu fahren – und sich einfach überraschen zu lassen.

Ähnliche Artikel