Osnabrück Studienabbruch droht: Osnabrücker Studi-Hilfsfonds SOS geht das Geld aus
Steht der Sozialfonds für Studierende in Osnabrück (SOS) vor dem Aus? Die Hilfsanfragen haben sich verdoppelt, doch die Spenden bleiben aus. Nun wurde über die Einstellung des Fonds beraten.
Der Sozialfonds für Osnabrücker Studierende (SOS) stößt angesichts steigender Nachfrage an finanzielle Grenzen. Immer mehr Studierende von Universität und Hochschule Osnabrück beantragen Unterstützung, während die Spenden nicht im gleichen Maße wachsen, teilt die Uni mit.
„Der Bedarf an finanzieller Hilfe ist sehr groß und hat in den vergangenen Jahren zugenommen, doch die Spendenbereitschaft ist nicht entsprechend mitgewachsen“, wird Malte Benjamins, Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins und Leiter des International Office der Universität Osnabrück, in der Mitteilung zitiert.
Seit 2022 habe sich die Zahl der Anfragen etwa verdoppelt. Insgesamt seien seit 2009 rund 300 Studenten unterstützt worden, vor allem ausländische mit kurzfristigem Finanzbedarf von 500 bis 600 Euro, erklärt Kerstin Frodl, Leiterin des Center for International Students an der Hochschule Osnabrück.
„Ich kam 2023 aus Pakistan nach Deutschland, weil ich mir hier bessere Zukunftsperspektiven erhoffte“, wird ein Student wiedergegeben, der an der Hochschule Osnabrück Business Management studiert und gerade seine Masterarbeit schreibt.
Aufgrund eines Umzugs von Berlin nach Osnabrück habe er seinen Job verloren. „Ich war zwischenzeitlich so pleite, dass ich kaum etwas zu essen hatte.“ Als er einen Studienabbruch in Erwägung gezogen habe, kam der SOS-Fonds ins Spiel.
Dank eines Zuschusses des Vereins sei er wieder auf die Beine gekommen und habe einen Teilzeitjob bei einer Osnabrücker Firma gefunden. „Ich bin von seinen Leistungen so beeindruckt, dass ich für einen Kredit des Studierendenwerkes bürge, damit er sein Studium im Juli erfolgreich abschließt, um anschließend in der Firma eine gut bezahlte Tätigkeit anzutreten“, wird Prof. Dr. Harald Husemann von der Universität Osnabrück zitiert.
„Gerade internationale Studierende haben oft kein familiäres Sicherheitsnetz vor Ort. Wenn sie unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten geraten, kann schnelle Hilfe darüber entscheiden, ob sie ihr Studium fortsetzen können. Deshalb hoffen wir sehr auf zusätzliche Unterstützung aus der Stadtgesellschaft, damit der Fonds auch künftig helfen kann“, so Prof. Dr. Andrea Lenschow, Vizepräsidentin für Internationales, Diversität und wissenschaftliche Qualifikation an der Uni Osnabrück.
Lioba Meyer, ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Osnabrück und von Anfang an Vorsitzende des Vereins, sieht ihre Aufgabe auch darin, das Anliegen des SOS in die Stadtgesellschaft zu tragen: „Viele Unternehmen unserer Region arbeiten eng mit Universität und Hochschule zusammen. Sie müssten großes Interesse daran haben, Studierende in finanziellen Notlagen zu unterstützen. Das allerdings ist nicht immer ganz einfach zu vermitteln.“
In einer Krisensitzung sei Husemann zufolge sogar über eine mögliche Einstellung der Tätigkeit beraten worden. Letztlich habe man sich jedoch entschieden, weiterzumachen.
Weitere Informationen zum Osnabrücker SOS-Fonds gibt es unter www.studentsos.de.