Energiepreise Iran-Krieg: EU-Länder sollen Füllziel für Gasspeicher senken

dpa
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Von dpa
| 21.03.2026 21:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Reduzierte Füllziele für Gasspeicher könnten nach Einschätzung der EU-Kommission den Preisanstieg bremsen. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich
Reduzierte Füllziele für Gasspeicher könnten nach Einschätzung der EU-Kommission den Preisanstieg bremsen. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich
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Der anhaltende Iran-Krieg lässt die Sorgen vor einem weiteren Anstieg der Gaspreise wachsen. Jetzt reagiert die EU-Kommission.

Wegen der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Energiepreise hat die Europäische Kommission Deutschland und die anderen EU-Staaten zur Senkung des Füllziels für ihre Gasspeicher aufgefordert. Der Schritt könne dazu beitragen, die Gasnachfrage in Zeiten angespannter Versorgung zu senken und den Druck auf die Preise zu mindern, schrieb der zuständige EU-Kommissar Dan Jørgensen in einem Brief an die Mitgliedstaaten. In Erwägung gezogen werden sollte eine Senkung des Füllziels von normalerweise 90 auf 80 Prozent.

Zur Lage im Nahen Osten schrieb Jørgensen, die Angriffe auf Energieinfrastruktur wirkten sich erheblich auf die globalen Öl- und Gasmärkte aus. Jüngste Entwicklungen deuteten darauf hin, dass es länger dauern könnte, bis die Flüssigerdgas-Produktion Katars wieder das vor der Krise bekannte Niveau erreicht.

Sieht die EU besser vorbereitet als 2022: EU-Energiekommissar Dan Jørgensen. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt
Sieht die EU besser vorbereitet als 2022: EU-Energiekommissar Dan Jørgensen. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt

Jørgensen: EU ist besser vorbereitet als 2022

Die Versorgungssicherheit in der Europäischen Union beschrieb Jørgensen dennoch als derzeit vergleichsweise wenig gefährdet. Grund seien die begrenzte Abhängigkeit von Importen aus der Konfliktregion und LNG-Lieferungen, die die Straße von Hormus schon vor dem Kriegsausbruch durchquert hatten, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Insgesamt sei man auch wegen koordinierter Diversifizierungsanstrengungen und des beschleunigten Ausbaus heimischer Energiequellen deutlich besser auf Krisen vorbereitet als noch 2022. Damals war es nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zu Versorgungsengpässen und massiven Preisanstiegen gekommen.

Um einer Wiederholung der Situation vorzubeugen und eine ausreichende Versorgung der Haushalte und Unternehmen während des Winters zu gewährleisten, wurden dann verbindliche Füllziele für Gasspeicher eingeführt.

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