Osnabrück  Schutz der Grünen Finger in Osnabrück: AfD scheitert mit Antrag

Karsten Frei, Anke Laumann
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Von Karsten Frei, Anke Laumann
| 22.03.2026 05:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Rat der Stadt Osnabrück hat sich schon vor längerer Zeit den Schutz der Grünen Finger auf die Fahne geschrieben. Unser Bild zeigt den Hörner Bruch und seine Ausläufer. Foto: André Havergo
Der Rat der Stadt Osnabrück hat sich schon vor längerer Zeit den Schutz der Grünen Finger auf die Fahne geschrieben. Unser Bild zeigt den Hörner Bruch und seine Ausläufer. Foto: André Havergo
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Mit einem Antrag zum Schutz der Grünen Finger will die AfD im Rat punkten. Doch statt Profil gewinnt sie vor allem Gegenwind: Das Thema ist in Osnabrück längst besetzt.

Die AfD ist im Osnabrücker Stadtrat mit einem Antrag zum Schutz der Grünen Finger gescheitert. Sie hat damit bei einem Thema keinen Raum zur Profilierung gefunden, bei dem sie sich offenbar Rückenwind erhofft hatte. Denn in der Sache wollten ihr an diesem Abend fast alle zustimmen. Nur eben nicht so, als hätte Osnabrück den Schutz der Grünen Finger erst jetzt entdeckt.

Der Antrag von Ratsmitglied Alexander Garder fordert einen dauerhaften Schutz des Freiraumsystems, einen Vorrang für Klima-, Natur- und Artenschutz, Eingriffe auszuschließen und eine regelmäßige Berichterstattung an die Politik. So steht es in seiner Vorlage.

Nur: Der Rat diskutiert an dem Abend kein neues Ziel. Anette Meyer zu Strohen von der CDU sagt, es gebe „in diesem Stadtrat nicht eine Person, die den Schutz der Grünen Finger nicht möchte“. Sie zählt auf, was längst läuft: Konzepte, Schutzbemühungen, die Verwaltung erarbeitet eine Charta, die noch in dieser Wahlperiode beschlossen werden soll. 2026, erinnert sie, werde in Osnabrück „100 Jahre Grüne Finger“ gefeiert.

Heiko Panzer von der SPD spricht von einem „gesamtgesellschaftlichen Konsens“ und sagt, dafür brauche es „keinen Populismus von rechts“. Die demokratischen Parteien hätten sich in den vergangenen Jahren längst dafür eingesetzt, den Schutz der Grünen Finger voranzubringen. Panzer hält der AfD vor, sie springe „dreieinhalb Jahre zu spät“ auf einen fahrenden Zug auf. Und auch Jens Meier (Grüne) wird deutlich: Er brauche „keine Fortbildung“ von Vertretern einer Partei, die sich regelmäßig mit der Leugnung des menschengemachten Klimawandels hervortue.

Am Ende wird Garders Antrag abgelehnt und ein gemeinsamer Änderungsantrag der anderen im Rat vertretenen Parteien verabschiedet. AfD-Mann Garder enthält sich. Mit dem Antrag bekräftigt der Rat seinen Beschluss aus dem Jahr 2022 zum Schutz und zur Weiterentwicklung der Grünen Finger.

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