Podcast „Watt’n los?“ Militär-Comeback statt Mietwohnungen in Ostfriesland

| | 23.03.2026 10:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann war zu Gast im Podcast „Watt’n los?“. Foto: Romuald Banik/Archiv
Der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann war zu Gast im Podcast „Watt’n los?“. Foto: Romuald Banik/Archiv
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Die siebte „Watt’n los?“-Staffel beschäftigt sich mit dem Thema Bundeswehr in Ostfriesland. Die vierte und letzte Folge dieser Staffel ist nun überall verfügbar, wo es Podcasts gibt.

Aurich/Emden - Begriffe wie „Zeitenwende“ und „Kriegstauglichkeit“ dominieren die politische Debatte in Berlin. Doch was bedeutet das konkret für unsere Region? Während militärische Liegenschaften in Ostfriesland jahrelang als „abgeschrieben“ galten, sorgt die veränderte Weltlage seit 2022 für eine massive Neubewertung.

Emden als „Drehscheibe“ der NATO

So ist zum Beispiel der Emder Hafen längst nicht mehr nur ein wirtschaftliches Schwergewicht, sondern wird in der NATO-Strategie heute als zentrale „Drehscheibe“ definiert. Unter dem Begriff „Host Nation Support“ dient der Hafen dazu, Truppen befreundeter Nationen über den Seeweg zu empfangen und per Schiene oder Autobahn Richtung Osten zu verlegen.

Dass dies keine bloße Theorie ist, zeigten jüngste Übungen wie „Steadfast Dart 26“ im Januar 2026, bei der italienische Militärfahrzeuge umgeschlagen wurden und spanische Konvois auf ostfriesischen Autobahnen unterwegs waren. Im Ernstfall sieht der „Operationsplan Deutschland“ (OPLAN) vor, dass zehntausende Soldaten über Niedersachsen versorgt werden müssen. Diese neue Bedeutung bringt jedoch auch Risiken mit sich: Das Innenministerium warnt vor einer gestiegenen Gefahr durch Spionage und Sabotage an der kritischen Infrastruktur der Küste.

Neue Pläne für die Auricher Blücherkaserne

In Aurich sorgt die Rückkehr der Bundeswehr für eine handfeste Überraschung bei der Stadtplanung. Eigentlich sollte auf dem Gelände der 2014 geschlossenen Blücherkaserne ein neues Wohnquartier mit rund 500 Wohneinheiten entstehen. Doch im Oktober 2025 verhängte die Bundeswehr einen Rückbaustopp für das Areal. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) prüft derzeit, ob der Standort aufgrund des erhöhten Bedarfs wieder militärisch genutzt werden soll.

Das neue Wohnquartier in der Blücherkaserne sollte nach Angaben der Investoren eine hochmoderne Energieversorgung bekommen. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Das neue Wohnquartier in der Blücherkaserne sollte nach Angaben der Investoren eine hochmoderne Energieversorgung bekommen. Foto: Klaus Ortgies/Archiv

Während der Investor und die Verwaltung auf Klarheit warten, könnte die Bundeswehr laut dem Auricher Bürgermeister Horst Feddermann auch Vorteile bringen – von sofortiger Kaufkraft bis hin zu Investitionen in die Infrastruktur, die dann nicht mehr die Stadt tragen müsste.

In der aktuellen Folge von „Watt’n los?“ erfahrt ihr mehr über die strategische Bedeutung des Emder Hafens und warum das Ringen um die Auricher Blücherkaserne in die Verlängerung geht. Die vierte und letzte Folge der siebten Staffel läuft ab Montag, 23. März 2026, überall dort, wo es Podcasts gibt. Auch auf den Homepages oz-online.de, ga-online.de, on-online.de und borkumer-zeitung.de ist er unter dem Reiter „Podcasts“ zu finden. Hört gerne rein. Die Volontäre freuen sich darüber hinaus über Feedback und Themenideen für weitere Staffeln.

Podcast-Staffel über die Bundeswehr in Ostfriesland

Seit Anfang 2025 gibt es den Podcast „Watt’n los?“ bei der Zeitungsgruppe Ostfriesland. Darin vertiefen junge Journalistinnen und Journalisten alles, was Ostfriesland bewegt. Das Audioformat ist in Staffeln gegliedert. Jeweils vier Folgen lang diskutiert das jeweilige Moderatorenpaar ein Thema, spricht über die bisherige Berichterstattung und aktuelle Entwicklungen. In der siebten Staffel nehmen Madita Janßen und Björn Klüver die ostfriesischen Bundeswehrstandorte genauer unter die Lupe. Bei Feedback und Anregungen schickt den beiden gerne eine Mail an madita.janssen@zgo.de und bjoern.kluever@zgo.de.

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