Iran-Krieg  Furcht vor höheren Gaspreisen auch in Ostfriesland

| | 16.03.2026 19:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nach den heftig gestiegenen Spritpreisen droht nun auch ein höherer Gaspreis – zumindest für Neukunden zum Beispiel nach einem Umzug. Foto: Christian Ohde/Imago
Nach den heftig gestiegenen Spritpreisen droht nun auch ein höherer Gaspreis – zumindest für Neukunden zum Beispiel nach einem Umzug. Foto: Christian Ohde/Imago
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Im Bundesdurchschnitt steigen die Gaspreise für Neukunden spürbar an. Ostfrieslands Grundversorger EWE hält die Tarife zum Glück stabil – jedenfalls noch.

Ostfriesland/Oldenburg - Die gute Nachricht lautet: Der Oldenburger Energieversorger EWE kann die Gaspreise trotz der internationalen Folgen des Iran-Krieges noch stabil halten. Die schlechte Nachricht: Allerdings könnten die Tarife fürs Heizen und Duschen mittelfristig sehr wohl ansteigen.

Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox haben die stark gestiegenen Gas-Großhandelspreise erste Auswirkungen auf neue Verträge von Haushaltskunden. Demnach haben sich die günstigsten Neuverträge innerhalb weniger Tage im bundesweiten Schnitt um 1,2 Cent pro Kilowattstunde verteuert. „Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent“, sagte ein Verivox-Sprecher am Montag. Die Ursache für den Anstieg der Großhandelspreise ist der Iran-Krieg. Laut Verivox zahlte ein Haushalt mit einem Gas-Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) im Februar 2026 im bundesweiten Durchschnitt im günstigsten Gastarif mit zwölfmonatiger Preisgarantie noch rund 8,2 Cent pro kWh. Das günstigste Angebot liege im Bundesschnitt jetzt bei rund 9,4 Cent je Kilowattstunde.

Das sind die Preise von EWE

Unsere Redaktion wollte von Ostfrieslands Gas-Grundversorger wissen, wie es vor Ort mit den Preisen aussieht. Mit dem Wegfall der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026 kostete beispielsweise der EWE-Tarif Gas Zuhause 12 im EWE-Netzgebiet 9,94 Cent brutto pro Kilowattstunde bei einem Grundpreis von 282,85 Euro brutto pro Jahr, teilte EWE mit. Seit dem 4. Februar 2026 kostet er für Neukunden oder Kunden, die ihren Vertrag verlängern, 9,68 Cent brutto bei einem gleichgebliebenen Grundpreis.

Generell gilt bei EWE: Gas sei aktuell deutlich teurer als noch vor der Eskalation im Nahen Osten. „Für viele EWE-Kundinnen und -Kunden bleiben die Preise aber zunächst stabil, da eben ein großer Teil der Verträge Sondertarife sind, also Langzeitverträge mit Preisgarantie“, so ein Unternehmenssprecher. Auch in der Grundversorgung gelte derzeit weiterhin der Preis, den EWE zum 1. Februar 2026 festgesetzt habe. Aber: „Sollten die Weltmarktpreise dauerhaft auf einem höheren Niveau bleiben, könnten sich diese Entwicklungen zeitversetzt auch auf Endkundenpreise auswirken“, so EWE.

Entspannung für Bestandskunden

„Bestandskunden müssen vorerst keine Gas-Preiserhöhungen befürchten“, sagte auch Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Die Sorge vor einer länger anhaltenden Schließung der Straße von Hormus und die aktuell hohen Großhandelspreise sorgten jedoch dafür, dass die Neukundenpreise nun deutlich anzögen.

Für die Auswertung erhob das Portal das günstigste Angebot für jede Postleitzahl. Daraus wurde der Bundesschnitt gebildet. „In etwa einem Prozent der Postleitzahl-Gebiete gibt es sogar minimale Senkungen“, sagte der Sprecher. Die Spanne reiche von 5 Prozent Senkung bis 44 Prozent Erhöhung.

Teuerung um 65 Prozent

Preiserhöhungen in der Grundversorgung gibt es laut Verivox bislang nicht. Der durchschnittliche Gaspreis für Haushaltskunden im örtlichen Grundversorgungstarif liegt laut Verivox im März bei 13,4 Cent je Kilowattstunde.

In Europa gehandeltes Erdgas ist seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar an der Börse um rund 65 Prozent teurer geworden. Die globalen Öl- und Gasmärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Der Schiffs-Transport von Flüssiggas aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormus ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen.

Mit Material von dpa

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