Einsatz Osterfehntjer Schüler sammeln für Kriegsgräberfürsorge
1.450 Euro kamen zusammen, 21 Kinder wurden geehrt: Bei einer Feier an der Schule am Osterfehn ging es um Engagement – und um Menschenwürde.
Ostrhauderfehn - Die Schüler der Schule am Osterfehn haben wieder für die Kriegsgräberfürsorge gesammelt. „Einige Teams waren wirklich fleißig. Im nächsten Jahr hoffe ich, die oder den anderen dabei wieder zu sehen. Es ist kein Wettbewerb – höher, schneller weiter – aber einige waren über die Maßen aktiv. Ein Dreierteam sammelte besonders viele Spenden“, gab Schulleiter Ludger Mählmann im Rahmen einer schulinternen Feier in der Schule am Osterfehn bekannt, bei der 21 Schulkinder geehrt wurden. Er bedankte sich für den Einsatz der Jugendlichen, Gelder für die Pflege der Kriegsgräber zu sammeln. Insgesamt kamen bei der Aktion 1.450 Euro zusammen, dafür gab es viel Applaus. Alle Teilnehmenden erhielten eine Urkunde. Der Schulleiter zeigte sich zufrieden und bedankte sich herzlich für den Einsatz. Mit einem Grinsen fügte er hinzu: „Es gab keine Anrufe aus der Bevölkerung.“
„Es ist wie Archäologie. Die Gefallenen werden exhumiert und wenn möglich identifiziert. Da gehen jedes Jahr Gelder rein. Vermisste und Gefallene werden auf den Friedhöfen zugebettet. Sie erhalten ein ordentliches Grab, das gepflegt wird. Das hat etwas mit Menschenwürde zu tun“, erläuterte Folkert Laupichler, Kreisgeschäftsführer der Kreisverwaltung Leer, die Arbeit des Volksbundes. Rund zweieinhalb Millionen Gräber pflege der Volksbund, finanziert über Spenden, so Laupichler. „Dazu tragt ihr seit vielen Jahren bei. Das finden wir alle ganz toll. Im vergangenen Jahr konnten rund 14.000 Euro gesammelt werden. Dieses Jahr sind es rund 20.000 Euro, in denen auch euer Beitrag enthalten ist,“ gab Laupichler bekannt. Die Hoffnung für die Zukunft sei die Jugend. Es sei schwierig, Sammler zu finden, die mit Dosen von Haus zu Haus gehen, aber es sei eine gute ehrenamtliche Tätigkeit. Laupichler richtete den Schulkindern Grüße vom Landrat Matthias Groote aus. Großes Lob kam auch von Kristine Seibel (Bildungsreferentin Oldenburg Volksbund). Sie sagte: „Ihr habt ein sehr tolles Ergebnis erzielt. Von den 52 teilnehmenden Schulen seid ihr unter den Top 20. Das ist etwas großes, was ihr geschafft habt.“ Das Geld helfe auch, das Grab von Deddo Kramer in Potshausen zu pflegen.
„Ihr habt das nötige Feingefühl dafür“
Die Jugendlichen berichteten durchweg von positiven Erfahrungen während der Sammelaktion. Das liege daran, dass diese an der Schule am Osterfehn eine sehr lange Tradition hat, unterstrich Mählmann. Die Leute in Ostrhauderfehn wissen, worum es bei der Sammelaktion gehe. Zudem gingen die Jugendlichen sehr sensibel mit dem Thema um, lobte der Schulleiter. Er betonte: „Ihr habt das nötige Feingefühl dafür.“ Auch die aktuellen Kriege waren Thema der Veranstaltung. Es ziehe einen runter, wenn man sich informiert, was heute los ist. Viele Kriege würden dabei nicht einmal erwähnt, hob der Schulleiter nachdenklich hervor und wendete sich an die Jugendlichen. Es sagte: „Ihr ermöglicht Opfern von Kriegen Menschenwürde und dass sich die Menschen auch an sie erinnern. Die Erinnerung wach zu halten, das macht ihr.“ Das stimme ihn froh. Darauf könnten sie stolz sein.
Die Ehrung wurde begleitet von Vertreterinnen und Vertreter des Volksbundes. Folkert Laupichler (Kreisgeschäftsführer der Kreisverwaltung Leer), Kristine Seibel (Bildungsreferentin Oldenburg) und Saskia Glogowski (Bezirksgeschäftsführerin Bezirk Weser-Ems).