Spitzenämter  Wer sind die „Neuen“ beim Landkreis Leer?

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 13.03.2026 15:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Sie ist die neue Erste Kreisrätin: Dr. Anna Meincke (Mitte), hier mit der Kreistagsvorsitzenden Anja Troff-Schaffarzyk und Landrat Matthias Groote. Foto: Karin Lüppen
Sie ist die neue Erste Kreisrätin: Dr. Anna Meincke (Mitte), hier mit der Kreistagsvorsitzenden Anja Troff-Schaffarzyk und Landrat Matthias Groote. Foto: Karin Lüppen
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Dr. Anna Meincke wird Erste Kreisrätin, Jörn Reich übernimmt das Baudezernat. Beide kommen neu in die Kreisverwaltung. Wir stellen sie vor.

Leer - Zwei Führungspositionen beim Landkreis Leer werden in diesem Jahr neu besetzt. In seiner jüngsten Sitzung hat der Kreistag mit Dr. Anna Meincke eine neue Erste Kreisrätin gewählt, neuer Baudezernent wird Jörg Reich. Beide haben vorher nicht in der Kreisverwaltung gearbeitet. Wer sind „die Neuen“?

Mit Leer verbindet Dr. Anna Meincke viele Kindheitserinnerungen. Denn die 51-Jährige hat Wurzeln in der Stadt: Ihre Mutter ist Leeranerin und so verbrachte Anna Meincke als Kind jeden Sommer bei der Großmutter. „Es war eine bewusste Entscheidung für diese Stadt“, sagt sie über ihren Wechsel. Immerhin war die promovierte Kulturwissenschaftlerin vorher in der Staatskanzlei in Hannover tätig. Aber das, so schätzt sie es ein, war eher eine „strategische Ebene“.

Direkter gestalten: Meincke will Bürokratie abbauen und Digitalisierung vorantreiben

Als Erste Kreisrätin und als Dezernentin unter anderem für die Kämmerei, Digitalisierung und Wirtschaft wolle sie direkt Einfluss nehmen und Politik für die Menschen vor Ort aktiv gestalten. „Die Entscheidungen haben eine direkte Wirkung“, sagt Meincke. Sie habe bereits Erfahrungen in der Metropolregion Hannover in der Regionalentwicklung gesammelt, die ihr in der neuen Position nützlich sein können.

Als ihre wichtigsten Ziele nannte sie, die Handlungsfähigkeit des Landkreises Leer zu sichern und Bürokratie abzubauen. „Das geht auch auf kommunaler Ebene“, ist sie überzeugt. Ein Ausbau bei der Digitalisierung gehört für sie dazu. Den Fraktionen im Kreistag sicherte sie direkt im Anschluss an die Abstimmung zu, im gegenseitigen Respekt miteinander zu arbeiten. „Ich möchte eine Erste Kreisrätin sein, die zuhört, eine klare Linie setzt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Meincke.

CDU enthielt sich: Kritik galt dem Verfahren, nicht der Kandidatin

Ihre Wahl in die Position der Allgemeinen Vertreterin des Landrates verlief nicht ganz reibungslos: Die CDU-Fraktion im Kreistag enthielt sich bei der Abstimmung ebenso wie einzelne Mitglieder anderer Parteien. Das solle nicht als Kritik an der Kandidatin zu verstehen sein, hatte die CDU-Fraktionsvorsitzende Grietje Oldigs-Nannen versichert. Die Enthaltung sei vielmehr die Reaktion auf das Auswahlverfahren, in das die Fraktion nicht ausreichend einbezogen worden sei. Meincke reagierte darauf gelassen: „Es ist wichtig, dass diskutiert wird. Meinungen werden ausgetauscht, zum Schluss wird abgestimmt.“

Noch wohnt Meincke, die verheiratet ist und zwei Kinder hat, in Bremen. Für ihre neue Arbeit wolle sie sich eine Wohnung in Leer suchen. Erst, wenn die Kinder die Schule hinter sich haben, könne sie sich einen Umzug vorstellen. So viel hat sie schon beobachtet: Seit ihren Ferien bei der Großmutter habe sich Leer stark verändert, „aber extrem positiv“, findet Meincke.

Vom Baumanagement in Aurich nach Leer: Reich wird ins Baudezernat versetzt

Für Jörn Reich, den neuen Bauoberrat und Dezernenten, ist der Wechsel nicht so extrem – sein bisheriger Dienstort ist Aurich. Beim Staatlichen Baumanagement Region Nord-West ist er dort als Baugruppenleiter und zusätzlich als Dienststellenleiter der Dienststellen in Aurich und Emden beim Niedersächsischen Landesamt für Bau und Liegenschaften eingesetzt. Weil er bereits Beamter auf Lebenszeit ist, wurde Reich vom Kreistag nicht gewählt, sondern die Politiker stimmten seiner Übernahme vom Staatlichen Baumanagement zu. Er wurde somit versetzt.

Jörn Reich (Mitte) wird der neue Baudezernent beim Landkreis Leer. Er wurde von der Kreistagsvorsitzenden Anja Troff-Schaffarzyk und Landrat Matthias Groote begrüßt. Foto: Karin Lüppen
Jörn Reich (Mitte) wird der neue Baudezernent beim Landkreis Leer. Er wurde von der Kreistagsvorsitzenden Anja Troff-Schaffarzyk und Landrat Matthias Groote begrüßt. Foto: Karin Lüppen

Reich stammt aus dem Rheiderland, genauer aus Dielerheide. Er hat bis 2015 Architektur an der Jade-Hochschule in Oldenburg studiert und mit dem Master abgeschlossen. Eine weitere Station war die Oberfinanzdirektion in Hannover. Auf seiner neuen Position ist er unter anderem für Bauen und Umwelt zuständig. „Ich möchte aktiv mitgestalten“, sagt er, und dazu beitragen, den Landkreis Leer als moderne und lebenswerte Heimat zu erhalten. Er biete eine verlässliche Zusammenarbeit an.

In sein Ressort gehört unter anderem der Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale, die Sicherheit der Deiche und die Müllabfuhr – er wirkt also an Faktoren mit, die viele Einwohner direkt betreffen. Für die Neueinstellungen musste der Stellenplan geändert werden, der zum Haushalt des Landkreises gehört. So wurde die Leitungsstelle aus dem Dezernat 1 in das Dezernat 3 verschoben. Dieser Änderung stimmte der Kreistag geschlossen zu.

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