Regensburg  Perfekte Englische Woche: VfL Osnabrück baut mit 2:0 in Regensburg Tabellenführung aus

Susanne Fetter, Benjamin Kraus
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Von Susanne Fetter, Benjamin Kraus
| 07.03.2026 18:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Dritter Sieg im dritten Spiel innerhalb einer Woche: Der VfL Osnabrück gewinnt 2:0 bei Jahn Regensburg. Hier jubelt die Mannschaft nach dem 1:0 von David Kopacz. Foto: IMAGO/SASCHA JANNE
Dritter Sieg im dritten Spiel innerhalb einer Woche: Der VfL Osnabrück gewinnt 2:0 bei Jahn Regensburg. Hier jubelt die Mannschaft nach dem 1:0 von David Kopacz. Foto: IMAGO/SASCHA JANNE
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Dritter Sieg im dritten Spiel - der VfL Osnabrück hat die perfekte Englische Woche hingelegt. Beim 2:0 bei Jahn Regensburg trafen David Kopacz und Lars Kehl. Die Lila-Weißen, die weiter ungeschlagen bleiben im Jahr 2026 und zum 15. Mal in dieser Saison „zu Null“ spielten, bauten mit dem Sieg die Tabellenführung in der 3. Fußball-Liga aus.

Nach der Partie kamen Spieler, Trainer und Funktionsteam des VfL Osnabrück noch einmal zu einem Kreis zusammen. Von der Tribüne schallte es „Spitzenreiter, Spitzenreiter“. Gut 750 Fans hatten die Lila-Weißen in die Oberpfalz begleitet und natürlich ging der erste Weg nach der kurzen Besprechung direkt in die Kurve, um den perfekten Abschluss einer perfekten Englischen Woche in der 3. Fußball-Liga zu feiern. Auf und ab hüpfte die Mannschaft dort, Arm in Arm zu den Trommeln und Rufen des Anhangs.

Dieser hatte zuvor eine erneut reife Leistung einer Mannschaft gesehen, die sich in der vergangenen Woche nicht nur die Tabellenführung eroberte und verteidigte, sondern mit dem Erfolg in Regensburg auch noch ausbaute. Und das mit einem festen Gerüst, aber dennoch wechselnder Besetzung.

Insgesamt dreimal veränderte Trainer Timo Schultz im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln die Startelf. Der am Dienstag gesperrte Lars Kehl kehrte ebenso zurück wie der zuletzt angeschlagene Patrick Kammerbauer. Dazu spielte diesmal Kevin Wiethaup für Fridolin Wagner von Beginn an. Auf der Bank saßen außerdem Kai Pröger und Ismail Badjie, Torschütze zum 1:0 gegen Köln, Platz. David Kopacz, der gegen die Viktoria das 2:0 erzielt hatte, blieb in der Startelf.

Die Breite des Osnabrücker Kaders ist die große Stärke des Spitzenreiters der 3. Fußball-Liga und diese wollte Schultz zum Abschluss der Englischen Woche nutzen. Zumal mit dem Jahn eine ähnlich formstarke Mannschaft auf den VfL wartete. Die Oberpfälzer hatten aus den drei Partien zuvor zwei Siege gegen die Topteams aus Wiesbaden und Verl geholt und ein Unentschieden gegen Ulm.

Die erste brenzlige Situation für den VfL gab es in der 7. Minute als nach einem Regensburger Konter Torwart Lukas Jonsson gleich mehrfach eingreifen musste. Beide Mannschaften taten sich schwer, Kontrolle über die Partie zu bekommen. Zu viele Ballverluste prägten die Anfangsphase des Spiels. In der 22. Minute gab es den ersten Eckball für die Osnabrücker - ohne echte Torchance zwar, aber ein erstes Rantasten an den Strafraum des Jahn.

In der 28. Minute stoplerten hatte der VfL eine gute Freistoßposition. Lars Kehl und Robin Meißner stolperten bei der Ausführung, brachten den Ball dann aber dennoch gut vor das Tor, wo Robin Fabinski verwertete. Das Tor zählte nicht wegen einer vermeintlichen Abseitsposition. Eine knappe Entscheidung, die sich entweder auf Fabinskis Position bezog oder auf ein mögliches Eingreifen von Kapitän Jannik Müller, der sich im Moment der Ballabgabe vermutlich im Abseits befand ebenso wie Niklas Wiemann. Welche Szene den Ausschlag gab, war nicht zu erkennen - alle drei waren nicht eindeutig aufzulösen. Der VfL und seine Fans jubelten gut eine halbe Minute - auch, weil Linienrichter Jan Peter Weßels sich bereits auf den Weg Richtung Mittellinie gemacht hatte. Auf halbem Weg drehte er um, hob die Fahne und Schiedsrichter Jonah Besong entschied auf Abseits.

Spieler und Bank des VfL protestierten ohne Erfolg. Danach kam endlich etwas mehr Schwung in die Partie. Nach einem weiten Ball von Kammerbauer auf Meißner, den dieser nicht richtig erwischte, schnappte sich Wiethaup den Ball und setzte Kopacz schön in Szene. Der Offensivmann startete mit dem Ball in den Strafraum, suchte konsequent den Weg zum Tor und versenkte durch die Beine von Felix Gebhardt zum 1:0. Für den Deutsch-Polen war es der zweite Treffer im zweiten Spiel nach zuvor fünf Spielen ohne Einsatz.

Nur wenige Sekunden später gab es eine weitere Chance für Wiethaup, der knapp am Regensburger Tor vorbeizog. Mit einer 1:0-Führung ging der VfL in die Pause, dazu kam die Sicherheit, die Partie nun weitesgehend im Griff zu haben. Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Die Osnabrücker standen defensiv gut und suchte offensiv immer wieder den Weg in den Strafraum. Eine gute Möglichkeit zum zweiten Treffer vergab Meißner im Strafraum aus wenigen Metern Entfernung, der Stürmer des VfL stand dabei allerdings ohnehin im Abseits.

Kurz darauf kam Meißner erneut im Strafraum des Jahn an den Ball, zog ab und traf Felix Strauss. Der Regensburger Abwehrspieler hatte den linken Arm hochgerissen. Ein klarer Elfmeter, doch ein Pfiff erfolgte nicht.

Der VfL ließ sich davon nicht beirren und hielt weiter die Konzentration hoch. Nach einem Ballgewinn von Kopacz im Mittelfeld leitete dieser stark zu Meißner weiter, der Kehl mit einem steilen Pass auf die Reise schickte. Der 23-Jährige setzte sich gegen den mitgelaufenen Regensburger durch und schloss stark aus gut zwölf Metern mit einem platzierten Schuss zum 2:0 ab.

Danach nahmen die Lila-Weißen etwas den Druck heraus. Der Jahn kam noch zu zwei Möglichkeiten, nutze aber keine davon - auch, weil Jonsson aufmerksam war im Osnabrücker Tor und die Defensive überwiegend sicher stand. Zum insgesamt 15. Mal spielte der VfL in dieser Saison „zu Null“.

Die Osnabrücker hatten an diesem Tag zwar nicht unbedingt das Glück auf ihrer Seite, entschieden die Partie aber dafür mit der Souveränität eines Spitzenteams und schlossen die englische Woche mit zwei langen Auswärtsfahren (Aue und Regensburg) mit drei Siegen aus drei Spielen perfekt ab. Die Lila-Weißen bauten dabei die Tabellenführung sogar aus, da Energie Cottbus, das bislang punktgleich auf Rang zwei lag, gegen Hansa Rostock 0:0 spielte. Der VfL liegt damit sechs Punkte vor Essen auf dem Relegationsrang und sieben Zähler vor dem Tabellenvierten MSV Duisburg, der am Sonntag allerdings noch gegen Saarbrücken antritt.

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