Achtung, Fake-News  Aufregung um Phantom-Blitzer in Remels

Lars Löschen
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Von Lars Löschen
| 26.02.2026 17:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf diesem Abschnitt der Ostertorstraße in Remels gilt ein Limit von 10 km/h. Foto: Lars Löschen/Archiv
Auf diesem Abschnitt der Ostertorstraße in Remels gilt ein Limit von 10 km/h. Foto: Lars Löschen/Archiv
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Fake-News: In Remels geht aktuell das Gerücht herum, dass an der Ostertorstraße geblitzt wird. Das stimmt nicht. Der Schaden ist aber schon angerichtet – und das bekommen die Behörden zu spüren.

Remels - Wird in Remels an der Ostertorstraße geblitzt? Diese Frage stellen sich aktuell viele Menschen in den sozialen Medien. Vor allem, seit auf der Straße das Tempolimit von 10 Stundenkilometern gilt. Große Schäden an der Fahrbahn sind hierfür der Grund.

Doch es sind Fake-News im Umlauf. Leute wollen am Mittwoch, 25. Februar 2026, einen Blitzer an der Ostertorstraße gesehen haben. Zeitgleich geht in mehreren Blitzer-Gruppen in Ostfriesland die Warnung vor einer Radarkontrolle herum. Unter Beiträgen auf der Plattform Facebook sammeln sich Dutzende Kommentare. Doch auf Nachfragen einzelner Leute, wo genau dieser Blitzer sei, gibt es keine klare Antwort.

Ein Polizeiwagen fährt an einem mobilen Blitzer vorbei. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Ein Polizeiwagen fährt an einem mobilen Blitzer vorbei. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Diese Folgen haben die falschen Blitzer-Meldungen

Wenn in Uplengen geblitzt wird, dann steckt in den allermeisten Fällen der Landkreis Leer oder die Polizei dahinter. Beide Behörden teilen aber jeweils auf Anfrage mit, dass sie keinen Blitzer an der Ostertorstraße in den vergangenen Tagen aufgestellt haben. „Das sind Fake-News“, sagt Kreissprecherin Maike Kuch. Das hat der Landkreis auch in einem Story-Beitrag am Donnerstag, 26. Februar 2026, klargestellt.

Diesen Beitrag teilte der Landkreis Leer am Donnerstag, 26. Februar 2026. Foto: Landkreis Leer/Facebook/Instagram
Diesen Beitrag teilte der Landkreis Leer am Donnerstag, 26. Februar 2026. Foto: Landkreis Leer/Facebook/Instagram

Doch der Schaden ist bereits angerichtet und der Unmut gegen die Behörden steigt. Das merkt man vor allen in den sozialen Medien, hier ist die Empörung über den Phantom-Blitzer groß. Aber auch Kuch berichtet im Gespräch von Anfeindungen gegenüber Mitarbeitern des Landkreises. Zudem sei das Verkehrsamt zum Teil lahmgelegt, da aktuell viele Beschwerden eingehen würden.

Geteiltes Blitzer-Bild auch gefälscht

Wie sind die Fake-News überhaupt entstanden? Auf diese Frage haben Polizei und Landkreis keine genaue Antwort. Denkbar sei aber ein gezielter Scherz von Unbekannten. Die Nutzer von sozialen Medien würden kaum noch hinterfragen, was sie online sehen. So würden aus Gerüchten und Mutmaßungen schnell Fake-News. Auf Facebook wurde auch ein Bild geteilt. Es zeigt einen vermeintlichen Blitzer an der Ostertorstraße direkt an der Hausmauer des Uplengener Hofs – hier ist die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometern begrenzt. Den Betreibern der Gastronomie sei kein Blitzer in den vergangenen Tagen aufgefallen, wie sie selbst auf Anfrage mitteilen. Auch die Polizei und der Landkreis gehen hier von einem Fake aus. Auch wenn noch nicht klar ist, ob das Bild mit einer künstlichen Intelligenz erstellt worden ist, warnt die Polizei in diesem Zusammenhang vor KI-generierten Inhalten.

„Fake-News setzt sich aus zwei Begriffen zusammen. ‚Fake‘ heißt ‚gefälscht‘ und ‚news‘ heißt ‚Nachrichten‘. Es sind also gefälschte Nachrichten. Mit reißerischen Schlagzeilen, gefälschten Bildern und Behauptungen werden so Lügen und Propaganda verbreitet“, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung auf ihrer Internetseite. Fake-News erwecken den Eindruck, dass es sich um echte Nachrichten handelt. Um sie zu erkennen, soll man sich Schlagzeilen und Bilder genau anschauen, kritisch hinterfragen und die Quellen prüfen. Im Zweifel sollen Nutzer einen Beitrag lieber nicht teilen oder liken, heißt es weiter.

Die Ostertorstraße in Remels weist extreme Schäden auf. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Die Ostertorstraße in Remels weist extreme Schäden auf. Foto: Klaus Ortgies/Archiv

Die Schäden an der Ostertorstraße sollen repariert werden. Die zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aus Aurich hatte bereits eine komplette Sanierung des Abschnitts zwischen der Einmündung zur Friedhofsallee und der Einmündung zur Hasenburgstraße angekündigt. Das Stück ist etwa 650 Meter lang und soll am Wochenende vom 13. bis 15. März unter Vollsperrung der Straße in Angriff genommen werden. Rund 200.000 Euro werde das kosten. Auf dem Rest der Ostertorstraße sollen die Schadstellen punktuell ausgebessert werden. Außerdem wird noch die Ampelkreuzung Ostertorstraße/Schützenstraße in diesem Jahr gebaut.

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