Ärger im Urlaub Auto zerkratzt und Reifen zerstochen
Cord Pleis ist im Urlaub, auf einem Schiff, weit weg von allen Sorgen. Dann bekommt er ein Bild von seinem Auto aus Leer – und die Entspannung ist vorbei.
Leer - In den Urlaub fahren und einfach mal entspannen. Ein guter Plan, den Cord Pleis hatte. Aber er war gerade ein paar Tage weg, da schickte sein Vater Fotos von Pleis’ Auto: Der weiße Mercedes steht am Straßenrand – zerkratzt, vier Reifen zerstochen.
„Ich habe mich erst gefragt, ob das ein persönlicher Angriff war“, sagt Cord Pleis im Gespräch mit dieser Redaktion. Einen konkreten Grund habe er allerdings nicht erkennen können. „Ich habe niemanden entlassen und auch keine Beziehung beendet.“ Das Auto habe er ganz normal abgestellt – und plötzlich war es zerkratzt und die Reifen zerstochen.
Zusammenhang mit brennenden Autos „Unter den Eichen“?
Pleis wohnt in der Nähe der Straße „Unter den Eichen“. Deshalb beschäftigt ihn die Frage, ob die Tat womöglich in einem größeren Zusammenhang stehen könnte. Cord Pleis vermutet eine Verbindung zu einer Brandserie in der Straße „Unter den Eichen“. Belegen kann er das nicht – aber die örtliche Nähe lässt ihn nicht los. Schließlich würden auch Anwohner aus der Straße in den Nebenstraßen parken.
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Die Polizei Leer bestätigt auf Anfrage, dass eine Anzeige vorliegt. Die Ermittlungen seien aufgenommen worden. Auch, ob die Tat mit der Brandserie in Verbindung steht, werde geprüft. „Die Polizei prüft im Rahmen der Ermittlungen mögliche Zusammenhänge, unter anderem auch aufgrund örtlicher Nähe oder ähnlicher Begehungsweisen“, heißt es von einer . Ob es einen tatsächlichen Zusammenhang gibt, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung
In den Ermittlungen werden auch vorhandene Videoaufzeichnungen gesichtet, teilt die Sprecherin mit. Zu konkreten Ergebnissen will sich die Polizei derzeit nicht äußern: Aus ermittlungstaktischen Gründen könne man dazu aktuell keine Angaben machen.
Allgemein sind in Leer entsprechende Einzelfälle von solchen Sachbeschädigungen bekannt. Eine „außergewöhnliche oder signifikante Häufung derartiger Vorfälle“ sei derzeit jedoch nicht festzustellen. Gegenstand des Verfahrens ist der Verdacht der Sachbeschädigung. Nach § 303 Strafgesetzbuch wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört.
Was tun, wenn das eigene Auto beschädigt wird?
Wer selbst betroffen ist, sollte nach Angaben der Polizei nicht zögern, Anzeige zu erstatten – möglichst zeitnah und persönlich. „Da es sich regelmäßig um ein sogenanntes Tatortdelikt handelt, ist eine persönliche Anzeigenerstattung sinnvoll, damit die Beamtinnen und Beamten das Fahrzeug sowie gegebenenfalls den Tatort in Augenschein nehmen und Spuren sichern können“, erklärt die Sprecherin. Eine Online-Anzeige sei in solchen Fällen nur eingeschränkt geeignet, weil wesentliche Details häufig vor Ort erhoben werden müssten.
Einen vollständigen Schutz vor Sachbeschädigungen gebe es nicht – insbesondere nicht, wenn Taten persönlich motiviert seien. Das Risiko lasse sich aber reduzieren, indem Fahrzeuge möglichst gesichert abgestellt werden. Auf Privatgrundstücken könnten zudem eine gute Ausleuchtung und offen erkennbare Videoüberwachung abschreckend wirken. Außerdem rät die Polizei zu Sensibilität: Das Abstellen von Fahrzeugen in unmittelbarer Nähe von Veranstaltungsorten oder entlang von Wegen bei größeren Events könne das Risiko zeitweise erhöhen.
Für Cord Pleis bleibt vor allem die Unsicherheit: Warum gerade sein Auto? Gute Nachrichten gibt es immerhin: Der Mercedes ist inzwischen repariert. Ein wenig Entspannung wartet also noch in den freien Tagen des Leeraners.