Trauer und Trost  Friedhofskapelle in Loga soll saniert werden

Jasmin Oltmanns
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Von Jasmin Oltmanns
| 25.02.2026 14:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Pastor Benjamin Jäckel will die Friedhofskapelle sanieren. Foto: Klaus Ortgies
Pastor Benjamin Jäckel will die Friedhofskapelle sanieren. Foto: Klaus Ortgies
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Ein letzter Abschied von Familie und Freunden, ein Ort zum Trauern – das soll die Friedhofskapelle sein. Die ist allerdings etwas in die Jahre gekommen. Das soll sich ändern.

Leer/Loga - Der Boden ist abgesackt, die Bänke sind alt und in den Wänden sieht man Risse. Die Friedhofskapelle auf dem Friedhof in Loga soll eigentlich ein Ort sein, an dem Abschied von geliebten Menschen genommen wird, an dem man trauert und auch Trost findet. Doch inzwischen ist die Kapelle etwas in die Jahre gekommen. „Sie hat eher den Charme eines Kellers“, beschreibt Pastorin Ina Jäckel den Bau aus dem Jahr 1961.

Die Kapelle ist aus dem Jahr 1961, der Anbau (links) aus dem Jahr 1985. Foto: Klaus Ortgies
Die Kapelle ist aus dem Jahr 1961, der Anbau (links) aus dem Jahr 1985. Foto: Klaus Ortgies

Es gibt viele Gründe, die Kapelle zu sanieren. Das plant die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde nun gemeinsam mit der Stadt Leer. „Es wird zwischen 70.000 und 80.000 Euro kosten“, erklärt Pastor Benjamin Jäckel. „Allein hätten wir das finanziell nicht stemmen können.“ Umso dankbarer sind die zwei Pastoren über die Zusage der Stadt, 40.000 Euro zu der Sanierung beizusteuern. Bürgermeister Claus-Peter Horst hatte Ende Januar in einer Pressekonferenz die Entscheidung des Rates damit begründet, dass es in Leer keine kommunalen Friedhöfe oder Kapellen gibt. „Diese Aufgabe übernehmen in Leer die Kirchen“, so der Bürgermeister. Deswegen habe man die Anfrage, die Sanierung zu unterstützen, wohlwollend gesehen.

Der unebene Boden ist auch nicht mehr barrierefrei. Foto: Klaus Ortgies
Der unebene Boden ist auch nicht mehr barrierefrei. Foto: Klaus Ortgies

Das soll sich ändern

„Es soll keine Generalsanierung werden“, erläutert Benjamin Jäckel die Pläne. „Wir wollen sie so sanieren, dass sie für die kommenden 15 Jahre gut nutzbar ist.“ Das heißt, die zu dünne Bodenplatte muss ausgetauscht werden. „Schon als wir hier angefangen haben, war es ein Problem. Das hat sich über die Jahre verschlimmert“, sagt der Pastor und zeigt auf einen Spalt, der zwischen den Bodenfliesen und einer Holzverkleidung klafft. Die Bestuhlung, die momentan aus schmalen Holzbänken besteht, soll ebenso ersetzt werden wie die Heizanlage. Denn in dem Gebäude ist es in einigen Räumen viel zu kalt, während es in anderen wiederum viel zu warm ist.

Besonders der Boden ist sanierungsbedürftig. Foto: Klaus Ortgies
Besonders der Boden ist sanierungsbedürftig. Foto: Klaus Ortgies

Außerdem soll die Empore, wo momentan eine Orgel steht, weg. Die Orgel soll in einer anderen Kirchengemeinde einen neuen Platz finden. „Stattdessen kommt an anderer Stelle ein E-Piano hin“, sagt Jäckel. Denn einerseits wird das runde, bunte Fenster so nicht mehr durch die Empore verdeckt. Und andererseits werden bei Beerdigungen immer weniger klassische Kirchenlieder gespielt. „Die Bestattungskultur ändert sich und wir wissen einfach nicht, wie es in ein paar Jahren aussehen wird“, führt der Pastor aus. Das sei auch der Grund, weshalb die Sanierung nun erst einmal auf die kommenden 15 Jahre abzielt.

Die Empore soll weg, genauso wie die Bänke. Foto: Klaus Ortgies
Die Empore soll weg, genauso wie die Bänke. Foto: Klaus Ortgies

Ort für Trauer und Trost

Die Pastoren Jäckel erhoffen sich durch die Arbeiten noch einen weiteren Bonus: Farblich sei das Gebäude etwas in die Jahre gekommen, mit seiner weiß-braunen Farbgebung. „Es soll ansprechender werden“, sagt Ina Jäckel. „Wenn hier Beerdigungen stattfinden, soll es ein Raum sein, in dem man trauern und Abschied nehmen kann.“ Und das unabhängig von der Konfession, oder ob man aus der Kirche ausgetreten ist. Deshalb sei die Friedhofskapelle auch wichtig. „Wir haben zwei schöne Kirchen mit der Friedens- und der Petruskirche“, führt die Pastorin aus. Aber der lange Weg zum Friedhof sei nicht außer Acht zu lassen, ganz zu schweigen von den persönlichen Präferenzen, an welchem Ort man sich verabschieden wolle.

Der abgesackte Boden bereitet den Pastoren Ina und Benjamin Jäckel schon lange Sorgen. Foto: Klaus Ortgies
Der abgesackte Boden bereitet den Pastoren Ina und Benjamin Jäckel schon lange Sorgen. Foto: Klaus Ortgies

Wann die Arbeiten in der Kapelle beginnen, kann Benjamin Jäckel noch nicht genau sagen. „Wir holen jetzt erst einmal weitere Angebote ein“, erklärt er. Wenn es dann soweit ist, findet in der Kapelle vorerst keine Trauerfeiern mehr statt. „Für diesen Übergang werden wir zusammen mit den Bestattern Alternativen finden.“

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