Bremen/LK Oldenburg  Bremen und Oldenburg: Polizei gelingt Schlag gegen Telefonbetrüger

Bettina Dogs-Prößler
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Von Bettina Dogs-Prößler
| 24.02.2026 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Monatelange Ermittlungen der Polizei Bremen und der Polizei Oldenburg gegen Telefonbetrüger waren erfolgreich. Foto: Marcus Brandt/dpa
Monatelange Ermittlungen der Polizei Bremen und der Polizei Oldenburg gegen Telefonbetrüger waren erfolgreich. Foto: Marcus Brandt/dpa
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Falsche Polizisten erbeuteten in Bremen und Niedersachsen hohe Summen. Nach monatelangen verdeckten Ermittlungen gelang der Polizei nun ein entscheidender Schlag gegen die Telefonbetrüger-Bande.

Sie gaben sich als Polizisten aus, nun sind sie selbst in die Fänge der Polizei geraten: Nach umfangreichen und verdeckten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bremen und der gemeinsamen Ermittlungsgruppe der Polizei Bremen und der Polizei Oldenburg haben Fahnder jetzt mehrere junge Männer festgenommen. Als falsche Polizisten und Bankmitarbeiter sollen sie etliche Geschädigte um hohe Summen gebracht haben. Spezialkräfte und Polizisten aus Bremen und Niedersachsen durchsuchten am frühen Dienstagmorgen zehn Wohnungen und Geschäftsräume in Bremen und Niedersachsen und legten mehreren Betrügern das Handwerk.

Nach Angaben der Behörden erstreckten sich die Ermittlungen über mehrere Monate, dabei ging es vor allem um Straftaten, bei denen sich die Betrüger als Polizisten und als Bankmitarbeiter ausgegeben hatten. Die meist älteren Geschädigten wurden dabei über ausländische Callcenter kontaktiert mit der Behauptung, dass es zu falschen Abbuchungen auf deren Konten gekommen sei. Ziel der Betrüger war es, über eine geschickte Gesprächsführung Geld oder Wertgegenstände zu erbeuten.

Vor allem versuchten die mutmaßlichen Täter, an die Bankkarten und die dazugehörigen PIN-Nummern der Geschädigten zu gelangen, um Geld von deren Konten abzuheben. Zum Teil wurden diese um hohe Geldsummen betrogen. Durch die Ermittlungen wurden 48 Taten aufgeklärt, darüber hinaus wurde verhindert, dass mit den gestohlenen Bankkarten weiterer Schaden angerichtet wird.

Spezialkräfte der Polizei haben bei den Durchsuchungen am Dienstagmorgen fünf Jugendliche und Heranwachsende festgenommen, die alle noch am selben Tag einem Richter vorgeführt werden sollten. Bei der groß angelegten Aktion waren unter anderem Geldspürhunde und Finanzermittler, IT-Forensiker und Spezialkräfte aus Bremen und Niedersachsen im Einsatz. Stellenweise wurde auch Vermögen eingefroren.

In diesem Zusammenhang warnt die Polizei erneut davor, sich am Telefon unter Druck setzen zu lassen. „Die Polizei wird niemals nach Geld oder Wertsachen fragen und um deren Herausgabe bitten – das tun Betrüger“, heißt es. Auf keinen Fall sollten während eines Gesprächs kurzfristige Entscheidungen getroffen werden, ganz gleich, wie plausibel eine Situation zunächst dargestellt werde. Wenn möglich, sollten vertraute Personen hinzugeholt oder Angehörige unter der bekannten Nummer angerufen werden. „Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Sollten Sie sich unsicher fühlen, legen Sie einfach auf“, rät die Polizei weiter. Wer befürchtet, Opfer eines Betrugsversuchs geworden zu sein, sollte umgehend die Polizei unter der Nummer 110 anrufen. „Wichtig ist: Beenden Sie das vorherige Gespräch, wählen Sie selbst und benutzen Sie auf keinen Fall die Rückruftaste.“ Weitere Tipps und Hinweise gibt es beim Präventionszentrum der Polizei Bremen unter 0421 36219003 oder unter www.polizei.bremen.de oder www.polizei-beratung.de.

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