Wahrzeichen Alter Turm in Papenburg mit massiven Schäden
Aus dem Stadtbild am Obenende ist er nicht wegzudenken: der historische Alte Turm in unmittelbarer Nähe zur St.-Michael-Kirche. Das 48 Meter hohe und aktuell gesperrte Bauwerk muss saniert werden.
Papenburg - Das hört sich nicht gut an: Der Alte Turm am Papenburger Obenende weist erhebliche Schäden an seiner historischen Bausubstanz auf. Eine aktuelle Bauwerksprüfung ergab nach Angaben des Landkreises Emsland wesentliche Mängel an den Balkenköpfen der tragenden Holzkonstruktion sowie starke Witterungserscheinungen am Ziegelmauerwerk. Hinzu kommen Salzausblühungen, die dazu führen, dass Feuchtigkeit die Holzkonstruktion beschädigt. Das in den Jahren 1848 bis 1850 erbaute Wahrzeichen in direkter Nachbarschaft zur St.-Michael-Kirche muss saniert werden.
Wie der Landkreis Emsland in der Vorlage zur bevorstehenden Sitzung des Ausschusses für Kultur und Tourismus weiter mitteilt, ist zur Wiederherstellung eines verkehrs- und standsicheren Zustandes des Baudenkmals eine umfassende Sanierung der Mauerwerksfugen notwendig. Darüber hinaus muss laut Kreisverwaltung das pilzgeschädigte Holz entfernt und durch eine dauerhaft geeignete Konstruktion ersetzt werden.
Alter Turm für den öffentlichen Besucherverkehr derzeit gesperrt
Wenn die Maßnahmen abgeschlossen sind, soll nicht nur die Stand- und Verkehrssicherheit des laut Landkreis kulturhistorisch wertvollen Baudenkmals verbessert worden sein. Auch die Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit soll wieder ermöglicht werden. Derzeit ist der Alte Turm nach Angaben der Kreisverwaltung für den öffentlichen Besucherverkehr gesperrt.
Die Kosten für die Sanierungsarbeiten belaufen sich nach aktueller Schätzung auf 325.000 Euro. Die Finanzierung der Maßnahme soll von mehreren Geldgebern erfolgen. Aus Leadermitteln des Landes Niedersachsen ist eine Förderung in Höhe von 136.000 Euro vorgesehen. Beim Landkreis Emsland hat die Stadt Papenburg einen Zuschuss in Höhe von 65.000 Euro beantragt. Die Fehnstadt selbst steuert 73.000 Euro bei. Jeweils 25.000 Euro sollen von der niedersächsischen sowie der emsländischen Sparkassenstiftung kommen.
Leuchtturm in Riga diente als Vorbild für den Alten Turm in Papenburg
Der Alte Turm wurde in den Jahren 1848 bis 1850 auf Initiative und mit finanzieller Unterstützung von Papenburger Kapitänen und Seemännern erbaut. Als Vorbild soll der Leuchtturm der lettischen Hauptstadt Riga gedient haben. Ursprünglich gehörte das achteckige Bauwerk am Papenburger Obenende zu der im Jahr 1784 errichteten St.-Michael-Kirche. Der Turm diente als Glockenturm, bis die Kirche im Jahr 1910 auf einem angrenzenden Grundstück neu erbaut wurde. Die alte Kirche wurde nach Fertigstellung des Neubaus abgerissen. Erhalten blieb nur der Alte Glockenturm mit seinem aus 5300 Schindeln bestehenden Zwiebelhelm. Der Turm selbst hat eine Höhe von 48 Metern.
Heute dient der Alte Turm als Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege. Zugleich ist er auch ein beliebtes Ziel für Touristen, die nach sechs Etagen und 121 Stufen auf einer Aussichtsplattform den Blick über das Obenende schweifen lassen können. Verwaltet wird der Turm vom Verein „Papenbörger Hus“.