Winterspiele Am Ziel ihrer Träume: Maier holt Olympia-Gold im Ski Cross
Daniela Maier feiert bei den Olympischen Winterspielen in Italien ihren größten Erfolg. Und das nach einem turbulenten Olympia-Erlebnis vor vier Jahren.
Erst küsste Daniela Maier freudestrahlend ihre Goldmedaille, ehe ihr bei der deutschen Hymne die Tränen über das Gesicht liefen: Dank einer herausragenden Leistung hat sich Maier zur ersten deutschen Olympiasiegerin im Ski Cross gekrönt. Vier Jahre nach dem Bronze-Drama von Peking setzte sich die 29-Jährige bei den Winterspielen in Italien im Finale souverän durch. Sie verwies Fanny Smith aus der Schweiz und die Schwedin Sandra Näslund auf die weiteren Medaillenplätze und feierte damit den größten Erfolg ihrer Karriere.
„Es ist surreal, ich habe das wirklich erst auf dem Podium realisiert, als ich die Medaille umgehängt bekommen habe. Ich werde noch ein bisschen brauchen, bis ich das wirklich realisiere“, sagte Maier, die die erste deutsche Medaille im Livigno Snow Park gewann, im ZDF. 2022 in Peking hatte sie mit Bronze für die erste deutsche Ski-Cross-Medaille überhaupt gesorgt.
In allen Durchläufen ein Start-Ziel-Sieg
Maier, die zuletzt gesundheitlich leicht angeschlagen war, kam gut in den Wettkampf und entschied die Qualifikation für sich. Auch in den K.-o.-Runden, in der jeweils die beiden schnellsten von vier Läuferinnen weiterkamen, hinterließ sie einen sehr starken Eindruck - getragen von der Euphorie aus den jüngsten Erfolgen bei zwei der zurückliegenden drei Weltcups. In allen vier Läufen war sie von Beginn an in Führung und verteidigte ihren Vorsprung bis ins Ziel.
Belohnung für harte Arbeit
Maier ist nun auf dem sportlichen Höhepunkt angekommen und wurde damit auch für ihr Durchhaltevermögen belohnt. Denn in ihrer Karriere musste die Schwarzwälderin einige schwere Verletzungen durchmachen. So waren nach einem Knorpelschaden im Knie im Februar 2017 drei Operationen nötig, Maier verpasste die gesamte Saison 2017/18. Im Januar 2024 musste sie nach einem Syndesmoseriss im Fuß operiert werden und fiel erneut mehrere Monate aus.
„Ich bin froh, dass ich durchgehalten und nie aufgegeben habe, mich immer wieder aufgerappelt habe und aufgestanden bin“, sagte Maier, die vor allem ihrem Umfeld dankte - und dabei wieder mit den Tränen zu kämpfen hatte.
Wie sie nun feiert? Eine Freundin sollte eigentlich schon mit einem Aperol im Zielraum stehen. „Den hat sie jetzt leider nicht hineingebracht. Aber ich hoffe, dass es einige Aperol-Liter geben wird“, sagte Maier.
Peking-Drama vergessen
Anders als 2022 in Peking konnte Maier ihren Erfolg nun von Beginn an genießen. Vor vier Jahren hatte Maier noch eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Denn damals war zunächst Smith auf dem dritten Platz ins Ziel gekommen, einen Rang vor Maier. Der Bronzerang wurde der Schweizerin nach einem minutenlangen Videostudium jedoch aberkannt. Nach Meinung der Jury war Maier von ihrer Konkurrentin behindert worden.
Aber Smith klagte dagegen und Maier wusste lange nicht, ob sie die Medaille behalten darf. Erst nach einer monatelangen Zitterpartie entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas, dass sowohl Maier als auch Smith Bronze bekommen sollen.
Die anderen deutschen Starterinnen scheiden früh aus
Für die anderen deutschen Starterinnen Luisa Klapprott, Leonie Bachl-Staudinger und Veronika Redder war bereits im Achtelfinale Schluss. Doch auch sie feierten bei der Siegerehrung mit Maier.