Rhauderfehn Fischereiverein meldet Rekord-Einnahmen und mehr Mitglieder
Digitaler Mitgliedsausweis und ein Verbot von Futterbooten: Der Fischereiverein Rhauderfehn stellte auf seiner Jahreshauptversammlung die Weichen für die nächste Saison. Zudem gab es mehrere Ehrungen.
Ostrhauderfehn/Rhauderfehn - Der Fischereiverein Rhauderfehn hat bei seiner Jahreshauptversammlung im Vereins- und Gemeindezentrum in Ostrhauderfehn insgesamt eine positive Bilanz gezogen. Es war das erste Mal, dass die Versammlung dort stattfand. Vorsitzender Torsten Kramer begründete den Standortwechsel nach Jahren in Holterfehn mit besseren Rahmenbedingungen: Im neuen Tagungsort gebe es mehr Platz, eine bessere Akustik und gute technische Voraussetzungen.
Grußworte überbrachte Bürgermeister Geert Müller. Er verwies auf die hohe Beteiligung mit 110 Anwesenden und lobte die Arbeit des Vereins, insbesondere die Jugendarbeit sowie den Einsatz der Fischereiaufseher. Auch das Vereinsgewässer am Hahnentanger See sei nach seinen Worten gut angenommen. Ehrenvorsitzender Jörg Furch unterstrich ebenfalls die Bedeutung einer aktiven Jugendarbeit und sprach dem Vorstand Anerkennung für dessen Arbeit aus.
Mitgliederzahlen deutlich erhöht
Kramer untermauerte die Entwicklung des Vereins mit Zahlen: Zum 1. Januar 2026 zählte der Fischereiverein 1.566 Mitglieder und gehört damit nach eigenen Angaben zu den mitgliederstärksten Vereinen im Landkreis Leer. Zum Vergleich wurde die Mitgliederzahl vom 1. Januar 2025 mit 1.523 genannt. Es gab also eine Steigerung um 43 Mitglieder. Neben 1.482 erwachsenen Mitgliedern gehörten Anfang 2026 auch 84 Jugendliche dem Verein an, wie Jugendwart Frank Poelker berichtete. Zudem informierte der Vorstand über Beitragsmodelle: 26 Mitglieder zahlen einen reduzierten Beitrag von 20 Euro im Jahr (ab 70 Jahren und mindestens zehn Jahre Mitgliedschaft). Um die Zahl beitragsfreier Mitgliedschaften (derzeit 205) zu begrenzen, soll eine bereits beschlossene Umstellung künftig in einen reduzierten Beitrag überführt werden – wer schon beitragsfrei ist, bleibt davon ausgenommen. Außerdem warb Kramer für den Familienbeitrag in Höhe von 100 Euro pro Jahr, der bislang nur von zwei Familien genutzt werde.
In der Beitragsordnung gab es weitere Beschlüsse: Der Jahresbeitrag für Damen (ab 18 Jahren) wurde von 30 auf 65 Euro erhöht und damit an den Beitrag für Herren angeglichen. Für Mitglieder mit Behinderung wurde eine Beitragsreduzierung um 40 Prozent beschlossen; sie gilt für Mitglieder, die nicht bereits beitragsgemindert sind, und setzt eine Behinderung von mindestens 50 Prozent voraus. Beantragt werden kann die Ermäßigung nach Vorlage eines Nachweises in der Geschäftsstelle.
Einnahmen stiegen deutlich an
Finanziell sieht sich der Verein stabil aufgestellt. Kramer verwies darauf, dass die im vorletzten Jahr beschlossene und 2025 wirksam gewordene Beitragserhöhung Spielräume für Projekte schaffe. Schatzmeister Michael Reemts berichtete, dass die Einnahmen 2025 auf über 100.000 Euro stiegen – erstmals in der Vereinsgeschichte sei diese Marke überschritten worden. Nach Abzug der Ausgaben habe der Verein ein Plus von 13.538,46 Euro erwirtschaftet. Auch organisatorisch setzt der Verein auf Digitalisierung: Der digitale Mitgliedsausweis senke Kosten für Druck und Versand, zudem werden Gastkarten über das Online-Portal „Hejfish“ angeboten. Aus dem Bereich Gewässeraufsicht wurde berichtet, dass es im vergangenen Jahr an den Vereinsgewässern zu sieben Verstößen gegen die Gewässerordnung kam, die zeitweise zum Entzug der Erlaubnis führten. Außerdem seien wegen Schwarzangelei am Hahnentanger See zwei Strafanträge gestellt worden; in einem weiteren Fall am Burlager Tief sei wegen Einsicht und Beitrittsbereitschaft auf eine Anzeige verzichtet worden. Die Fischereiaufseher übernehmen darüber hinaus auch Kontrollen im Auftrag der beiden Fehn-Gemeinden an den Wieken.
Rund um den Hahnentanger See stellte der Vorstand mehrere Vorhaben vor. Die Sanierung von Uferbereichen sowie die Erneuerung des Rundweges seien bereits umgesetzt. Geplant ist eine weitere Schutzhütte auf der Westseite in Höhe des Inselübergangs. Außerdem beschäftigt sich der Verein mit der nicht mehr verkehrstüchtigen Übergangsbrücke. Bei einer Ortsbegehung mit Vertretern des Bauamtes wurden zwei Varianten diskutiert: ein Übergangsdamm mit Durchflussrohren oder der Neubau einer Brücke. Hintergrund sind unter anderem bessere Zugänglichkeit der Insel für Pflegearbeiten und die Möglichkeit, durch Maßnahmen auch die Wildgänse-Population und deren Auswirkungen auf das Gewässer zu begrenzen. Ein Antrag, die Planungen zum Inselübergang sofort einzustellen, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Ebenso beschlossen die Mitglieder nach Diskussion ein Verbot von Futterbooten und Futterdrohnen an Vereinsgewässern; die Regelung soll ab dem 1. April 2026 gelten und in die Gewässerordnung aufgenommen werden.
Geschäftsstelle soll verlegt werden
Mittelfristig plant der Fischereiverein zudem eine Verlegung der Geschäftsstelle: Das Gebäude am Busbahnhof sei feucht und damit nicht gesundheitsförderlich, erläuterte Kramer. Ein Neubau in der Nähe des Anglerheims am Hahnentanger See werde angestrebt, dafür sei allerdings eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich.
Personell standen nur wenige Veränderungen an. Für Matthias und Therese Peters, die ihre Ämter als stellvertretende Jugendwarte abgaben, wurde Tina Will als Nachfolgerin gewählt. Das Amt der Jugendbetreuerin blieb unbesetzt. Darüber hinaus ehrte der Verein zahlreiche Mitglieder für langjährige Treue, unter anderem für 20- und 40-jährige Mitgliedschaft. Zum Ende der Versammlung sorgte außerdem ein Antrag auf Ausschluss von zwei Ausbildern aus dem Verein für Diskussion; er wurde mehrheitlich abgelehnt.