Vorwurf der Diskriminierung Ärger um Kurs-Absage beim Fischereiverein Rhauderfehn
Beim Fischereiverein Rhauderfehn sorgte ein Streit um eine Kurs-Absage für Diskussionen – der Antrag gegen zwei Ausbilder wurde am Ende aber klar abgelehnt. Das steckt dahinter.
Rhauderfehn/Ostrhauderfehn - Der Fischereiverein Rhauderfehn hatte vor wenigen Tagen zu seiner Jahreshauptversammlung eingeladen. Sie fand zum ersten Mal im Vereinsheim in Ostrhauderfehn statt. Dabei ging es am Ende der Sitzung ziemlich hitzig zu. Grund dafür war ein Antrag eines ehemaligen Vorstandsmitglied des Fischereivereins Rhauderfehn. Es forderte den Verein auf, zwei Ausbilder von ihrem Ausbildungsauftrag zur Abnahme der Fischerprüfung zu entbinden. Der Antrag scheiterte jedoch mit deutlicher Mehrheit.
Der Hintergrund: Eine Bekannte des früheren Vorstandsmitglieds hat einen Sohn, der Autist ist. Der junge Mann wollte gerne die Fischerprüfung ablegen. Über das Mitglied stellte man den Kontakt zum Verein und den Ausbildern her. Da der Kurs aber mit 29 Personen schon voll belegt war und die beiden Ausbilder auch zeitlich keine Möglichkeit sahen, den jungen Mann individuell auf die Prüfung vorzubereiten, erteilten sie dem Freund der Familie eine Absage – ohne jedoch dafür eine Begründung zu nennen.
„Gerhard Schulte will uns mit allen Mitteln loswerden“
Der Vorstand wurde über den Vorgang in Kenntnis gesetzt. Die Mutter des Jungen probierte es stattdessen beim Fischerverein in Barßel erneut. Hier wurde der Junge einer Vorprüfung unterzogen, die er ebenso bestand wie nachfolgend die Fischerprüfung. Das frühere Vorstandsmitglied sah in dem Verhalten der beiden Ausbilder eine Diskriminierung und Ausgrenzung des jungen Mannes. „Wir verwahren uns ausdrücklich davor, den Jungen diskriminiert und ausgegrenzt zu haben. Was man uns vorwerfen kann, ist, dass wir keine Begründung für die Absage mitgeliefert haben“, las einer der beiden Ausbilder eine gemeinsame Erklärung vor. Vorsitzender Torsten Kramer erklärte, künftig aber noch genauer hinzuschauen bei der Ausbildung. „Hierzu denken wir über verschiedene Möglichkeiten nach. Eine wäre ein Patenmodell, wo beispielsweise lernschwächere Schüler besser betreut werden“, sagte Kramer.
„Er will uns mit allen Mitteln loswerden und sucht einen Aufhänger, uns zu schädigen“, so der Ausbilder weiter. Die beiden Ausbilder erhielten Rückendeckung durch den Vorsitzenden Torsten Kramer und auch durch Jugendwart Frank Poelker. „Der Antragssteller ist bei der Versammlung selbst nicht anwesend. Schon allein deshalb sollten wir den Antrag abschmettern“, machte Poelker seinem Ärger Luft. Mit vier Ja-Stimmen, 16 Enthaltungen sowie 61 Nein-Stimmen wurde der Antrag von der Mehrheit der Mitglieder abgelehnt. Außerdem wurden drei Mitglieder aufgrund ausstehender Mitgliedsbeiträge durch entsprechendes Votum von Seiten der Versammlung aus dem Verein ausgeschlossen.