Schallmauer erreicht 50.000 ostfriesischen Kindern die Radfahrausbildung gesichert
Die Ostfriesische Landwirtschaftliche Brandkasse überreichte den Verkehrswachten neues Übungsmaterial. Das Angebot macht Sinn, wie der Blick auf die Unfallstatistik zeigt.
Aurich - Es ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann, oder, wie es Signe Foetzki von der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse beim Pressetermin in Aurich formuliert: „Eine Schallmauer ist erreicht.“ 50.000 Kinder absolvierten in Ostfriesland innerhalb von elf Jahren eine Radfahrausbildung mit professionellem Unterrichtsmaterial, das die Brandkasse finanziert hat.
Für dieses Jahr haben die Ostfriesischen Verkehrswachten Arbeitshefte, Übungsbögen, Testbögen, Aufkleber und Fahrradpässe für insgesamt 5000 Dritt- und Viertklässler bekommen. Neben den gedruckten Versionen sind auch Online-Übungsportale eingerichtet. Die rund 130 Grundschulen in Ostfriesland können das Angebot auf Anforderung kostenlos in Anspruch nehmen. Die Brandkasse übernimmt die Kosten in Höhe von insgesamt 23.750 Euro.
Motivation für Lehrkräfte und Schulkinder
Die Radfahrprüfung ist für die Grundschulen verpflichtend. „Unsere Ausbildungsunterlagen haben sich geradezu als Motivationsgrundlage für Lehrkräfte und Schulkinder entwickelt“, sagt Sascha Nowak, Gebietsbeauftragter der ostfriesischen Verkehrswachten und Vorsitzender der Verkehrswacht Wittmund.
„Wir freuen uns unglaublich darüber, dass die Radfahr-Unfallzahlen mit Kindern im Alter bis 14 Jahre seit dem Jahr 2014 insgesamt rückläufig sind“, ergänzt Pressesprecherin Signe Foetzki.
Hans-Günter Jelting, Vorsitzender der Verkehrswacht Leer, weist auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes hin: „Ostfrieslandweit gab es 2024 insgesamt 122 (Vorjahr: 124) Radfahrunfälle in dieser Altersklasse. Elf Kinder wurden dabei schwer verletzt. 2014 waren es 158, 2019 noch 140 solcher Unfälle.“
Arbeitsheft und digitales Übungsportal
Die Radfahrausbildung kombiniert das Arbeitsheft mit einem digitalen Übungsportal. „Reine Malbücher sind out. Ohne einen personalisierten Avatar geht heute nichts mehr“, erklärt Hans-Friedel Walther, Vorsitzender der Verkehrswacht Aurich. So könnten Schülerinnen und Schüler auch zu Hause eigenständig üben. Ihnen ständen Filme, Zuordnungsübungen, Spiele, Rätsel und Bewegungsanregungen zur Verfügung, so Walther.
Laut Claudia Wilting, Leiterin der Grundschule Tannenhausen, stößt die schulische Verkehrserziehung bei den Kindern auf große Begeisterung. Besonders beliebt seien die praktischen Übungen mit dem Fahrrad im Schonraum und auf der Straße. „Wir bemerken insgesamt eine deutliche Verbesserung des Verhaltens der Kinder. An alle Schulleitenden kann ich nur appellieren, ihren Materialbedarf bei ihrer Verkehrswacht vor Ort zu melden“, sagt Claudia Wilting.
20 Fragen auf dem Prüfungsbogen
Rund 200.000 Euro hat die Brandkasse in elf Jahren zur Radfahrausbildung zugeschossen. „Die Verkehrswachten tragen einen Teil, den Löwenanteil übernehmen wir“, erklärt Signe Foetzki. „In unserer ehrenamtlichen Präventionsarbeit fühlen wir uns immer dann bestätigt, wenn wir richtiges Verhalten im Straßenverkehr beobachten“, erklärt Gebietsbeauftragter Sascha Nowak.
Um einen Fahrrad-Pass als Ausbildungsnachweis und einen Aufkleber für das eigene verkehrssichere Rad zu bekommen, müssen die Kinder 20 Fragen auf dem Prüfungsbogen beantworten. Dazu Nowak: „Dass sie dabei aufgeregt sind, ist ganz natürlich. Umso schöner ist es, in nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung in die strahlenden Gesichter zu sehen.“