Osnabrück „Osna Helau!“: Tausende feiern traditionellen Ossensamstag in der Osnabrücker City
Bunte Wagen, fliegende Kamelle und ein emotionaler „Prinz der Herzen“: Laut Polizei Osnabrück rund 15.000 bis 20.000 Jecken verwandelten die City am Ossensamstag 2026 in eine riesige Partymeile. Die Bilanz des Tages im Überblick.
Buntes Treiben, fliegende Kamelle und ein (fast) unbezwingbares Rathaus: Der Ossensamstag 2026 hat die Osnabrücker Innenstadt in eine riesige Partymeile verwandelt. Trotz frostiger Temperaturen säumten Tausende Jecken die Straßen, als sich der Zug pünktlich um 14.11 Uhr vom Pottgraben aus in Bewegung setzte. Nach Polizeiangaben nahmen 15.000 bis 20.000 Menschen daran teil.
Zugführer Hinnerk Stertenbrinker hatte alle Hände voll zu tun, die Formationen bestehend aus 75 Wagen und Fußgruppen vom Kollegienwall bis zur Hasestraße zu dirigieren. Darunter lieferten einige Wagen optische Highlights wie handgefertigte Blumen, bewegliche Elemente und goldene Konfetti-Fontänen.
Musikalisch setzte der Tross auf Vielfalt: Während die Moon Band aus Bad Laer als einzige Liveband den Takt angab, sorgte der Meissner Spielmannszug aus Hamburg für hanseatisches Flair im Friedensstädtchen.
Auf dem Stadtprinzenwagen zeigte sich Oberbürgermeisterin Katharina Pötter volksnah und verteilte großzügig Süßwaren, bevor es am Markt ernst wurde. Beim traditionellen Rathaussturm lieferte sich die Stadtspitze ein langes, intensives Wortgefecht mit Stadtprinz Frank. Trotz hartnäckiger Verteidigung musste Pötter den symbolischen Schlüssel schließlich an den „Prinzen der Herzen“ abtreten.
„Herz, Hoffnung, Neubeginn“ – unter diesem Motto sammelte Prinz Frank während des Umzugs Spenden für das Osnabrücker Frauenhaus, um Opfern häuslicher Gewalt zu helfen.
Nach dem Umzug verlagerte sich die Sause in die Altstadt. In Kultkneipen wie der Marktschänke oder dem Schmalen Handtuch ging schon früh nichts mehr: Einlassstopp wegen Überfüllung.
Für die Sicherheit sorgten Einsatzkräfte verschiedener Organisationen aus der gesamten Region. Oliver Voges, Leiter der Polizeiinspektion Osnabrück, zog am Abend ein weitgehend positives Fazit: Die sorgfältige Vorbereitung und die „besonnene Feierlaune“ der meisten Jecken hätten zu einem stabilen Einsatzverlauf beigetragen, wurde er in einer Pressemitteilung der Polizei zitiert.
Dennoch kam es vereinzelt zu Körperverletzungen, die laut Voges die ansonsten gute Bilanz trübten. Sein Dank galt neben den Einsatzkräften vor allem den friedlichen Teilnehmern, die das Fest zum Erfolg machten.