Osnabrück  noz würdigt Ehrenamtliche: „Herzendienste“-Botschafter im Medienzentrum gefeiert

Allen Xu
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Von Allen Xu
| 13.02.2026 15:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Beim Empfang der „Herzensdienste“ wurden am Donnerstag 30 Ehrenamtler aus dem Emsland, Osnabrück und dem Osnabrücker Land im noz-Medienzentrum für ihr außergewöhnliches Engagement geehrt. Foto: Steve Weber
Beim Empfang der „Herzensdienste“ wurden am Donnerstag 30 Ehrenamtler aus dem Emsland, Osnabrück und dem Osnabrücker Land im noz-Medienzentrum für ihr außergewöhnliches Engagement geehrt. Foto: Steve Weber
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30 Ehrenamtliche aus dem Emsland und Stadt und Landkreis Osnabrück sind am Donnerstag im noz-Medienzentrum gewürdigt worden. Beim Empfang der Aktion „Herzendienste“ standen ihre persönlichen Geschichten und ihr Einsatz für die Gemeinschaft im Mittelpunkt.

Einige kommen aus Osnabrück, andere sind eigens aus Papenburg angereist: die Herzensdienstler. Am Donnerstagabend versammeln sie sich im noz-Medienzentrum in Osnabrück. Sie alle eint eines: ihr ehrenamtliches Engagement. Die Neue Osnabrücker Zeitung hat sie im Rahmen ihrer Aktion „Herzendienste“ vorgestellt – nun werden sie bei einem Empfang gewürdigt.

„Botschafter der Herzendienste“ nennt Chefredakteurin Louisa Riepe die Ehrenamtlichen an diesem Abend. In ihrer Begrüßung erinnert sie an die Anfänge des Projekts: „Vor rund eineinhalb Jahren wollten wir eine Aktion für Ehrenamtliche in der Region starten.“ Die Idee sei auch eine Antwort auf eine oft gestellte Frage: „Als Chefredakteurin werde ich oft gefragt, ob wir immer nur berichten, wenn etwas brennt oder kaputtgeht.“ Mit den „Herzendiensten“ wolle die Redaktion bewusst andere Akzente setzen.

Riepe zeigt sich beeindruckt von der Resonanz. „Es haben sich Hunderte gemeldet – am Ende konnten wir nur 30 Geschichten auswählen.“ Gerade in einer Region, die stark vom Vereinsleben geprägt sei, habe das Ehrenamt eine besondere Bedeutung: „Ohne Ihren Einsatz wären Vereine und viele gemeinschaftliche Angebote in der Region kaum denkbar.“

Auch für das Organisationsteam war der Abend mehr als nur ein Termin im Kalender. Projektbeauftragte Anika Sterna berichtete auf der Bühne von den vielen Gesprächen im Vorfeld. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Kirsten Wittenberg hat sie mit zahlreichen Ehrenamtlichen telefoniert. „Dabei haben wir noch einmal gemerkt, wie wichtig es ist, dem Ehrenamt eine Bühne zu geben“, sagte Sterna. Die Dankbarkeit, die ihnen in den Gesprächen begegnet ist, hat sie besonders bewegt – und zugleich angespornt: „Das hat uns motiviert, diesen tollen Menschen mit der Aktion wirklich gerecht werden zu wollen.“

Wie vielfältig dieses Engagement ist, zeigen die Geschichten des Abends. Bernhard Lienesch aus Osnabrück engagiert sich seit Jahrzehnten für wohnungslose Menschen. Aus ersten Nachmittagen in der Wärmestube entstand später der „Förderkreis Wohnungslosenhilfe in Osnabrück“. Besonders prägend: die Idee, gespendete Bücher gegen freiwillige Beiträge abzugeben – daraus wuchs ein regelmäßiger Büchermarkt und eine wichtige Finanzierungsquelle für konkrete Hilfe in der Stadt. Als Lienesch davon berichtet, kämpft er mit den Tränen.

Eine jüngere Generation des Ehrenamts repräsentiert Silas Schwabe aus Osnabrück. Der 25-Jährige gründete den Verein „Dreams for Kids e. V.“ nach einem zweimonatigen Aufenthalt auf Sansibar im Jahr 2022, wo er unterrichtete. Ziel des Vereins ist es, Bildungsprojekte in Tansania zu unterstützen.

Durch Spenden konnten vor Ort unter anderem vier neue Klassenräume gebaut und ein Brunnen installiert werden. Kinder erhalten inzwischen zwei Mahlzeiten täglich sowie Schuluniformen und Lernmaterialien. Auf der Bühne betont Schwabe jedoch, dass der Erfolg nicht sein eigener sei: „Ich stehe hier heute stellvertretend für viele Menschen, vor allem auch auf Sansibar, die das Projekt leiten.“

Auch abseits der Bühne prägen persönliche Begegnungen den Abend. In Gesprächen bei Getränken und kleinen Häppchen werden Erfahrungen ausgetauscht. Bei Gerda Schuster aus Ostercappeln begann ihre Lebensreise schon früh: Ihre Eltern wanderten einst von Bremerhaven nach Ecuador aus – die Überfahrt erfolgte passenderweise auf der „M.S. Osnabrück“. Ein Foto des Schiffes trägt sie bis heute in ihrer Tasche mit sich. Schuster lebte später auf vier Kontinenten und engagierte sich unter anderem im Werkunterricht in Kindergärten. Viele hören aufmerksam zu.

Neben den persönlichen Geschichten gibt es auch Einblicke in die Arbeit der Redaktion. Lars Laue, Leiter der Content Unit Emsland, berichtet aus dem journalistischen Alltag – und richtet zugleich Worte des Dankes an die Gäste. „Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen, die einen vollen Alltag haben, sich noch ehrenamtlich engagieren und so viel Zeit investieren.“

Zum Abschluss richtet sich der Blick bereits auf das nächste gemeinsame Erlebnis: In Kooperation mit Stage Entertainment sind die Geehrten zum Musical „König der Löwen“ nach Hamburg eingeladen. Viele freuen sich darauf, sich dort in der kommenden Woche im Theater wiederzusehen. Ein Moment, der für große Freude sorgt und den Gedanken des Abends unterstreicht.

Wie Riepe es formuliert: „Sie sind Vorbilder, die ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt der Gesellschaft sind. Wir hoffen, Sie dürfen mit Stolz nach Hause gehen.“

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