Osnabrück Spontane Idee: Warum eine Familie aus Osnabrück selbst beim Karnevalsumzug mitläuft
Eine spontane Anmeldung, viel Kreativität und ein Bollerwagen voller Liebe zum Detail: Eine Familie aus Osnabrück-Pye zieht beim Karnevalsumzug am Ossensamstag 2026 erstmals selbst mit – unter dem Motto „Tiere vom Piesberg“.
In Pye, dem Osnabrücker Stadtteil, in dem Sabine Klemenz mit ihrer fünfköpfigen Familie lebt, laufen die Vorbereitungen für den Ossensamstag auf Hochtouren. Genau dieser Stadtteil steht auch im Mittelpunkt ihres diesjährigen Karnevalsprojekts: „Tiere vom Piesberg“ ist das Motto der Familie beim Osnabrücker Karnevalsumzug.
Der Weg dorthin war etwas chaotisch, merkt ihre Tochter Janina Leon Li an. „Ich habe einfach spontan geguckt, ob die Frist noch läuft – und dann passte das“, erzählt Sabine Klemenz lachend. Eigentlich sei sie fest davon ausgegangen, dass die Anmeldung längst geschlossen sei. Doch am letzten Tag war noch Zeit. Die Namen waren schnell ins Formular eingetragen – eine konkrete Idee gab es da noch nicht. „Solche spontanen Aktionen sind absolut typisch für meine Mutter“, sagt Janina Leon Li schmunzelnd.
Nachdem die Anmeldung abgeschickt war, ging es an die Organisation. Die beiden Enkelinnen wurden eingeweiht, und schnell wurde klar: Ein Umzugswagen musste her. Ein Bollerwagen war bereits vorhanden – nun galt es, ihn dem Motto anzupassen. Die grobe Idee: Pye auf den Wagen bringen.
In Anlehnung an Janoschs Kinderklassiker „Oh, wie schön ist Panama“ ziert nun der Schriftzug „Oh, wie schön ist Pye“ den Wagen. Was zunächst klein begann, entwickelte sich zu einem detailreichen Miniatur-Pye. „Ein kleiner Tourismuswagen“, fasst Janina Leon Li das Projekt treffend zusammen.
Auf dem Wagen gibt es viel zu entdecken: Eine Fledermaus steht symbolisch für den dunklen Stollen am Piesberg, ein Playmobil-Zug mit Kohlewagen und Erz – Letzteres ist eine Leihgabe des Museums Industriekultur Osnabrück – erinnert an die industrielle Vergangenheit. Ein großes elektrisches Windrad, der Kanal mit Fischen, Mountainbiker auf kleinen Fahrrädern und Elemente eines Kinder-Kaufmannsladens, die das Sonntagscafé darstellen, runden das Bild ab. Eine bunte Lichterkette sorgt für stimmungsvolle Akzente.
„Wir hätten noch viel mehr Ideen gehabt, aber es wurde einfach zu voll“, gibt Sabine Klemenz zu. Ihre Tochter ergänzt lachend: „Einen großen Wagen hätten wir sicher auch voll bekommen.“ Entstanden ist das Ganze als echtes Gemeinschaftsprojekt: „Das haben wir alle zusammen gemacht“, sagen beide stolz.
Zum Wagen kommen natürlich auch passende Kostüme. Sabine Klemenz, ihre Tochter Janina und ihr Mann ziehen als Bär, Fuchs und Tiger durch die Stadt. Enkelin Emilia, bekennender Katzenfan, verkörpert folgerichtig eine Katze. Schwester Lara sorgt als Polizistin für Ordnung und Sicherheit unter den tierischen Umzugsteilnehmern.
Für alle Familienmitglieder ist es die erste aktive Teilnahme am Karnevalsumzug. „Wenn, dann waren wir sonst Zuschauer“, sagt Janina Leon Li. Dabei landeten die Kamelle öfter in ihren Gesichtern als in den Händen. „Wir hoffen, dass wir es nun besser machen“, wirft Sabine Klemenz ein. Sie wollen die Zuschauer lieber gezielt beschenken als abwerfen.
Mit Spannung blickt die Familie auf den Ossensamstag 2026. Ob es ihnen im Zug gefällt? „Das schauen wir mal“, sagen sie – die Vorfreude ist ihnen dabei deutlich anzumerken. Besonders freuen sie sich auf die bunten Kostüme, die gute Stimmung und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Zuges.
Dass es an diesem Samstag frostig werden könnte, schreckt niemanden ab. „Wir sind ja Tiere, wir haben Fell“, kommentiert Janina Leon Li augenzwinkernd. Und Sabine Klemenz bringt es auf den Punkt: „Wir haben einfach Spaß dran – am Karneval.“